Black Box DDR: Lesung und Gespräch

Unerzählte Leben unterm SED-Regime

Anlässlich des Jahrestags der deutsch-deutschen Wiedervereinigung lud die Gedenkstätte Bautzen zu einer Sonntagslesung ein. Vorgestellt wurde die Publikation „Black Box DDR. Unerzählte Leben unterm SED-Regime“. Die Herausgeber Ines Geipel und Andreas Petersen berichten darin eindrucksvoll anhand von 33 Einzelschicksalen über das Leben in der SED-Diktatur. Im Mittelpunkt stehen dabei bisher wenig bekannte Geschichten, Ereignisse und Personen.

Black Box DDR: Lesung und Gespräch

Hans-Jürgen Meckert, Ines Geipel u. Andreas Petersen, ©Gedenkstätte Bautzen



Eine davon ist Hans-Jürgen Meckert, der an diesem Nachmittag seine Geschichte persönlich erzählte. Ende der sechziger Jahre sah er in der Seefahrt seine Chance als Sprungbrett in die Freiheit: „Zuerst zur Volksmarine, dann zur Handelsmarine und dann weg!“ Bei der Volksmarine plante er gemeinsam mit 14 Kameraden die Flucht in den Westen, doch noch vor der Realisierung wurden sie verraten und inhaftiert. Als Gruppe kamen sie wegen „Fahnenflucht mit Gewaltakt, Spionage und Nichtanzeigen einer Straftat“ nach Bautzen II. Aus der ersehnten Freiheit wurden vier Jahre Gefängnis in der Stasi-Sonderhaftanstalt.

Neben dieser Erzählung haben die Herausgeber aber auch von anderen DDR-Leben berichtet, die in dem Band veröffentlicht sind – so z. B. die kaum bekannte Lebensgeschichte der Tochter Walter Ulbrichts, die Strafversetzung für einen Träumer, der in seiner Freizeit Modellschlösser baute oder die Stärke katholischer Nonnen im Eichsfeld gegen alle ideologischen Widerstände.

Die Moderation des Abends erfolgte durch die Leiterin der Gedenkstätte Bautzen, Silke Klewin.

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