Gesicht zur Wand

„Über Tage, Wochen, Monate warten. Keine eigenen Handlungsmöglichkeiten, keine eigenen Entscheidungsmöglichkeiten. Sie wissen nicht, was ihr Gegenüber tut, plant und will. Das geht auf längere Zeit einfach an die Kräfte.“ Das Gefühl des totalen Ausgeliefertseins in der Stasi-Haft versucht Catharina M. in Worte zu fassen, die in den siebziger Jahren in de DDR in die Fänge der Staatssicherheit geriet. Mit 19 wurde ihr ein Fluchtversuch in den Westen zum Verhängnis. Sie war nach der Verurteilung in der berüchtigten Frauenhaftanstalt Hoheneck inhaftiert und wurde 1977 in die BRD entlassen. Sie ist eine von fünf Protagonisten, die in dem Dokumentarfilm „Gesicht zur Wand“ zu Wort kommen.
Filmvorführung und Gespräch

Gesicht zur Wand

Veranstaltung "Gesicht zur Wand", Foto: Gedenkstätte Bautzen



Die fünf ProtagonistInnen des Films stehen stellvertretend für 72000 Menschen, die wegen versuchter Republik­flucht einen Abschnitt ihres Lebens in Stasi-Haft verbringen mussten und die zum Teil bis heute damit beschäftigt sind, diese traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten. Die Gedenkstätte Bautzen zeigte im Rahmen ihrer Abendveranstaltung den sensiblen und sachlichen Film von Stefan Weinert, der die  Beweggründe für die Flucht­pläne ebenso thematisiert wie die Verhaftung und die Verhöre durch die Stasi, den Gefängnisalltag und das Leben danach. Der Film ermöglicht dabei durch seinen persönlichen Zugang einen Blick in das Innerste der Betroffenen.

Nach der Filmvorführung standen der Regisseur Stefan Weinert und die Zeitzeugin Catharina M. interessierten Zuschauern für ein Gespräch zur Verfügung.

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