Das unverstandene Glück der Wiedervereinigung

Ein Vortrag von Prof. Arnulf Baring

Prof. Dr. jur. Arnulf Baring, geb. 1932, Historiker und Publizist, war jahrzehntelang Professor für Zeitgeschichte und Internationale Beziehungen an der Freien Universität Berlin.

Das unverstandene Glück der Wiedervereinigung


Prof. Baring begann seinen Vortrag mit einer allgemeinen Bewertung der politischen Lage Deutschlands. Dabei ging er insbesondere auf die auch historische Bedeutung der schulischen und wissenschaftlichen Bildung einer Nation ein, die auch im Wiedervereinigungsprozess wichtig gewesen sei. Anschließend gab Prof. Baring eine Analyse der wirtschaftlichen und sozialen Situation der Sowjetunion in den 1980er Jahren. Dabei ging Prof. Baring auch auf die Rolle der Länder Polen und Ungarn ein. Er stellte dabei die besondere Bedeutung der ersten freien Gewerkschaft in Polen heraus. Ferner äußerte Prof. Baring sich zur Rolle Michail Gorbatschows bezüglich einer Umstrukturierung der Sowjetunion, nach der jeder Staat im Ostblock seinen eigenen Weg gehen solle. Anschließend erläuterte Prof. Baring die Verkettung verschiedener sog. Glücksfälle auf dem Weg zur Wiedervereinigung Deutschlands. Zunächst sei die Bürgerbewegung in der DDR entgegen dem üblichen Charakter deutscher Politik recht revolutionär gewesen. Hinzu käme die Tatsache, dass die Demonstrationen gefilmt und in westlichen Medien publik gemacht worden seien. So hätten auch die DDR-Bürger ein Bewusstsein für ihre eigene Initiative entwickeln können. Als weiteren Glücksfall bewertete Prof. Baring die Pressekonferenz von Günter Schabowski zur neuen Reiseregelung, die nur eine Übergangsregelung benennen sollte, von den westlichen Medien aber als Ausreiseregelung interpretiert wurde. Zudem sei als besonderer Glücksfall die Gewaltlosigkeit auf allen Seiten zu nennen, da „ein einziger Pflasterstein die Wiedervereinigung zu Fall hätte bringen können.“ Schließlich sei auch noch die Person Helmut Kohls in der Position als Bundeskanzler ein wichtiger Bestandteil der Wiedervereinigung.
 


Zurück Zurück

Partner:
 

Bundesstiftung AufarbeitungDie Bundesbeauftragte für die Unterlagen deStaatssicherheitsdienstes der ehemaligen DeutschenDemokratischen RepublikFreistaat Sachsen

 

Weitere Kooperationen:
 

Zentrum für zeithistorische Forschung PotsdamHumanities, Sozial- und Kulturgeschichte