Ausstellung und Dokumentation UNTER DRUCK

Expo mit Dokumentation über die Zeitungen der Friedlichen Revolution

Erstmalige Präsentation der Dokumentation in der Landesdirektion Leipzig

Ausstellung und Dokumentation UNTER DRUCK

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King-Zentrum präsentiert Pressefreiheits-Dokumentation

Die Zeitungen der Friedlichen Revolution in Kontext zur Zensurgeschichte in der DDR

Werdau/Leipzig. Zeitungsgeschichte war seit ihrem Beginn im 17. Jahrhundert immer auch die Geschichte eines Kampfes zwischen Pressezensur und Pressefreiheit. Dies hat das Martin-Luther-King-Zentrum für Gewaltfreiheit und Zivilcourage Werdau in seiner Wanderausstellung „Unter Druck - Die Zeitungen der Friedlichen Revolution“ eindrucksvoll dokumentiert. Dazu erschien, gefördert von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und vom Freistaat Sachsen, eine 40seitige Dokumentation im repräsentativen Format von ca. 35x50 cm, also in Zeitungsformat und –layout. Diese Publikation wurde am 30. September 2010 in der Landesdirektion Leipzig präsentiert. Inhaltliche Schwerpunkte der Ausstellung und der Dokumentation sind die im Widerspruch zur Verfassung stehende Zensurgeschichte der DDR und die Zeitungen der Friedlichen Revolution.

Die krassesten Auswüchse von Reglementierung der Presse sind im Bereich der Kirchenzeitungen zu verzeichnen, die nur in Kleinauflagen, mit Leerstellen oder manchmal auch gar nicht erscheinen durften. Eklatante Zensurbeispiele sind jedoch auch der Eingriff der SED in die unmittelbare Berichterstattung und das Verbot von sowjetischen Zeitschriften während der Reformpolitik-Zeit unter Michail Gorbatschow, wie des „Sputnik“.

Im Auftrag von Vizepräsident Dr. Michael Feist eröffnete Büroleiter Stefan Barton die Ausstellung und würdigte die Initiative des King-Zentrums, das nach intensiven Recherchen spannendes und teilweise bisher unbekanntes Material der Öffentlichkeit zugänglich gemacht hat.

Der Vorstandsvorsitzende des Martin-Luther-King-Zentrums als Zeitzeuge berichtete aus seinem unmittelbaren Erleben Anfang 1990, als er die erste parteiunabhängige DDR-Zeitung in Sachsen, das „Werdau-Crimmitschauer Wochenblatt“, auf den Weg brachte: Eine Redaktion vier Monate lang ohne Telefon, aber bis zu 256 Leserbriefe pro Tag; oder wie die Menschen vor der Druckerei das Auto umringten, den Mitarbeitern die Zeitung aus den Händen rissen und manchmal erst nach einer Stunde losfahren ließen. „Mehr als ein historischer Augenblick war ihnen nicht vergönnt“, schrieb die FAZ später über diese Zeitungen der Friedlichen Revolution. Doch Meusel erklärte, „das ist doch viel einen Moment bewegender Geschichte mitgeschrieben zu haben, buchstäblich, unter Druck und Schwarz auf Weiß“.


Sevice: Ausstellung bis 18. November 2010, Landesdirektion Leipzig, Braustraße 2 im Foyer des obersten Stockwerks, geöffnet Montags bis Donnerstags 7:30-17 Uhr. Die Dokumentation ist im Martin-Luther-King-Zentrum, Stadtgutstraße 23, 08412 Werdau, Telefon 03761-760284, info@martin-luther-king-zentrum.de, erhältlich.

 

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