Geschichts-Codes

Am Sonntag, den 3. Oktober 2010 wurde um 15:00 Uhr eine neue Sonderausstellung im Landschaftsmuseum der Dübener Heide eröffnet. „Geschichts-Codes“ hat die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur ihren offenen Plakat-Wettbewerb für Studierende an Hochschulen in der Bundesrepublik Deutschland genannt, den sie 2003 bis 2006 ausgelobt hat.
In der Ausstellung wurden von den mehr als 150 eingereichten Plakaten, die unter dem Motto „Die Zeit ist reif“ (2004) und „Wir sind ein Volk“ (2005) standen, 15 ausgewählte Beiträge gezeigt, darunter auch die Preisträger.

Geschichts-Codes

Maren Worrich: Springbrunnen am ehemaligen NVA-Klubhaus, Bad Düben, Juni'10



Unter „Code“ versteht man gemeinhin einen „Schlüssel zum Dechiffrieren“ – in diesem Sinne verstand die Bundesstiftung den Titel als Aufforderung an die jüngere Generation, die Geschichte zu ent-schlüsseln, einen Weg zu finden, die bedeutsamen Ereignisse der jüngeren deutschen Geschichte plakativ umzusetzen.
Damit sollte nicht nur das gestalterische Talent der Studierenden angeregt und gefördert werden; Anliegen war, junge Menschen zur Beschäftigung mit der deutschen Teilungsgeschichte und der DDR-Vergangenheit zu motivieren – junge Menschen, die diesen Abschnitt der Geschichte aus Altersgründen nicht selbst erlebt haben.
Neben den Plakaten präsentiert unsere Sonderausstellung unter dem Motto „Zwischenräume - Varianten des Verschwindens“ Fotografien von Maren Worrich. In Ergänzung zum allgemeinen Thema Deutsche Einheit sollen sie Reste von DDR-Vergangenheit in Bad Düben zeigen.
Die Etablierung der NVA in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts am Rande der Stadt führte zu Stadtbild prägenden und verändernden Strukturen, die bis heute sichtbar geblieben sind.
An anderen Orten wiederum künden Dinge mit scheinbar marginalem Charakter wie die Statue im Freibad oder der Thälmanngedenkstein von einer anderen Zeit.
Durch die Konzentration auf das jeweilige Objekt und die bewusste Ausblendung der heutigen Umgebung gelingt den Bildern eine eigenwillige Sicht.
Diese Fokussierung lässt die Motive zuweilen seltsam zeitlos erscheinen. Erst der genauere und geschichtsbewusste Blick erkennt die Zeichen des Entschwindens und so auch des Vergessens. Sicher wird der Bad Dübener an manchen dieser Gebäude und Orte entlang fahren oder gehen, sie möglicherweise aber noch nicht so gesehen oder bereits als Orte der DDR-Geschichte vergessen haben.

Maren Worrich wurde 1974 in Riesa geboren. Von 1993 bis 1996 absolvierte sie eine Ausbildung zur Fotografin. Danach studierte sie bis 2000 den Studiengang Archiv an der Fachhochschule Potsdam. Sie lebt in Leipzig.

Die Ausstellung „Wir sind ein Volk – GESCHICHTS-CODES“ wird begleitet durch verschiedene themenrelevante Passagen aus den Zeitzeugenberichten von 2009, die nachgelesen und in einer Hörstation im Originalton gehört werden können.

 

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Partner:
 

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