Von Sättigungsbeilage und Wunschkindpille

Bei diesem Veranstaltungsabend im Besucherzentrum des DDR Museum ging es um die „DDR-Sprache", deren Entwicklung und was heute noch davon geblieben ist.

Von Sättigungsbeilage und Wunschkindpille


Eine Vielzahl interessierter Besucher fanden sich ein, um die Buchvorstellung des Buches „DDR-Deutsch" von Jan Eik zu hören. Der Autor erzählt in dem Buch mit einer gewissen Ironie von den Wörtern an denen im Alltag niemand vorbei kam, wie zum Beispiel: Getränkestützpunkt, Arbeiterklasse, Kaufhalle, Konsum oder Mangelware. Auf besonderes Interesse ist das Wort Petschaft gestoßen, wobei hierbei nicht die Wortherkunft sondern eher deren Gebrauch geklärt werden musste. Die Petschaft ist ein Stempel, mit dem man ein Siegel in eine Siegelmasse eindrückt.

Typisch für die Sprache in der DDR war vor allem auch die „Normsprache" in der Zeitung. Ellenlange Bandwurmsätze beherrschten das Zeitungswesen, in dem Wörter mit der Vorsilbe „West" als verpönt galten. In der heutigen Zeit kaum wegzudenken, waren englische Begriffe in der DDR nicht erlaubt und somit die Anti-Anglizistische-Bewegung geschaffen.

An dieser Stelle möchte ich noch mein Lieblingswort „Nicki" nennen. Eigentlich zur Benutzung als „Textil" gedacht, ist es in unserem Team doch immer wieder der Auslöser einer Diskussion. Es gilt zu klären: Ist ein Nicki langärmlich oder kann es auch kurzärmlich sein?!

Nach der Lesung von Jan Eik fungierte Herr Dr. Wolle als Moderator für die Diskussionsrunde, in der Anmerkungen und private Eindrücke angebracht wurden.

Veranstaltungsbericht von Steffi Klemcke

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