Zensiert, Verschwiegen, Vergessen

Während der Veranstaltung lernten die Zuhörer mehrere Autorinnen und Schriftsteller der DDR und deren Schicksale kennen.
Lebendig und beeindruckend boten die zwei Schauspielstudentinnen der Schauspielschule Ernst-Busch, Claudia Luise Bose und Friederike Hellmann, die Texte der verfolgten und verbotenen Autoren dar.

Zensiert, Verschwiegen, Vergessen


Ines Geipel, die leider an diesem Abend verhindert war, stellt in ihrem Buch Autorinnen vor, die nicht in das Schema des sozialistischen Realismus passten.
Sie präsentiert dem geneigten Leser zwölf Schicksale unbekannter oder bereits vergessener Frauen, deren kreative und tiefgründige Wesen Ihnen zum Verhängnis wurden.

Vertreten wurde die Autorin von Herr Joachim Weither, der jeweils 8 Kurzbiografien vorstellte und prägnante Erläuterungen zu den Lebensläufen der DDR-Autorinnen gab.

Für mich war diese Lesung eine interessante und zugleich erschreckende Berichterstattung über zerstörte Leben junger und talentierter Menschen, die keinen Zweifel über die Willkür und Grausamkeit des DDR-Machtapparates zulässt.
Die Erkenntnisse und Ereignisse, die Fr. Geipel in Ihrem Buch darstellt, basieren hauptsächlich auf Unterlagen, die sie bei Ihrer intensiven Spurensuche in den Stasi-Archiven fand.

Ines Geipel greift mit ihrem Buch nicht nur ein Kapitel der Geschichte der DDR auf, sondern widmet sich einer wichtigen Literaturepoche, die leider viel zu oft unbeachtet bleibt.

Die Fassungslosigkeit, die die Darbietung dieser Biografien bei mir auslösten, machten mir bewusst, wie selbstverständlich das Recht auf freie Meinungsäußerung heute ist und wie selten dieses erkämpfte Recht heute genutzt bzw. gewürdigt wird.

Allen Interessierten, die sich einen Eindruck der Literatur in der DDR verschaffen möchten, die nicht „DDR-Literatur" ist, empfehle ich das Buch „Zensiert, verschwiegen, vergessen" (Verlag Artemis & Winkler).

Bericht von Dajana Alschner

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