Wie erschließen die Archivare der Stasi-Unterlagen-Behörde die Akten?

Die Archive in der Berliner Zentralstelle und den Außenstellen sind das Herzstück der Stasi-Unterlagen-Behörde (BStU). Sie bewahren mit rund 111 Kilometern Schriftgut die umfassendste zugängliche Hinterlassenschaft einer kommunistischen Geheimpolizei. Hinzu kommen etwa 1,4 Millionen Fotodokumente, über 2.700 Filme und Videos sowie circa 35.000 Tonaufzeichnungen. Das Material dokumentiert Überwachung, aber auch Widerstand.


Einen großen Teil der Bestände hat die Stasi-Unterlagen-Behörde 1990 ungeordnet übernommen. Viele personenbezogene Akten sind zudem nur über ein kompliziertes Findsystem zugänglich, das ursprünglich die Geheimhaltung innerhalb des Ministeriums sicherte. Die Archivare der Stasi-Unterlagen-Behörde ordnen und erschließen die Akten. Sie erstellen neue elektronische Register, um Recherchen zu erleichtern. Beschädigte Unterlagen werden fortlaufend restauriert und konserviert. Denn häufiger Gebrauch, aber auch mindere Papierqualität und Umwelteinflüsse beschleunigen den Zerfall der Akten.

In den Archiven der BStU lagern außerdem über 15.000 Säcke und Kisten mit zerrissenen Unterlagen der Staatssicherheit. Im November 1989 hatten Stasi-Mitarbeiter begonnen Akten zu vernichten, um Beweise ihrer geheimen Spionage verschwinden zu lassen. Unterlagen wurden geschreddert und von Hand zerrissen.


Die zerrissenen Unterlagen werden heute rekonstruiert. Seit Anfang 1995 setzen Mitarbeiter der BStU die Schnipsel per Hand zusammen. Weil das Verfahren sehr zeitaufwändig ist, wurde bisher erst ein kleiner Teil des gigantischen Puzzles zusammengefügt. Ein computergestütztes Verfahren soll die Schnipselberge rekonstruieren: Das Pilotprojekt zur virtuellen Rekonstruktion läuft seit April 2007 am Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK in Berlin.

 



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