Wie können Bürger ihre Akten einsehen?

Die Stasi-Unterlagen-Behörde (BStU) stellt Bürgerinnen und Bürgern die Akten des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR unter bestimmten Voraussetzungen zur Verfügung. Wer wissen möchte, ob die Staatssicherheit eine Akte über ihn angelegt hat und was in dieser steht, kann bei der Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen in Berlin oder in den Außenstellen einen Antrag auf Akteneinsicht stellen.


 Grundsätzlich können Antragsteller ausschließlich Einsicht in ihre persönlichen Unterlagen erhalten. Für nahe Verwandte sind in Ausnahmefällen auch die Unterlagen vermisster oder verstorbener Angehöriger zugänglich. Bei Fragen zur Antragstellung gibt die Bürgerberatung der Stasi-Unterlagen-Behörde Auskunft unter Tel. 030 2324-7000.

Das Recht auf Akteneinsicht bezieht sich nur auf Informationen, die den Antragsteller selbst betreffen. Um die Persönlichkeitsrechte anderer Menschen zu schützen, werden Textpassagen gegebenenfalls geschwärzt. Betroffene dürfen allerdings erfahren, welche inoffiziellen Stasi-Mitarbeiter über sie berichtet haben, wenn sich die Namen aus den Akten des Staatssicherheitsdienstes eindeutig entnehmen lassen. Für die Entschlüsselung von Decknamen ist nach Einsicht der Unterlagen ein gesonderter Antrag notwendig.

Auf den Webseiten der BStU stehen Antragsformulare zum Herunterladen bereit, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter senden sie Interessierten auch per Post zu. Hilfreich sind außerdem Hinweise der Antragsteller, warum sich der Staatssicherheitsdienst für sie interessiert haben könnte. Einzelne Ereignisse, wie beispielsweise das Verschwinden von Briefen, können weitere Hinweise liefern.


Auch Bürgerinnen und Bürger aus dem früheren Bundesgebiet und dem Ausland können einen Antrag auf Akteneinsicht stellen: Zwar wurden die Unterlagen des Auslandsnachrichtendienstes weitgehend vernichtet, aber auch in den erhaltenen Archivbeständen finden sich Informationen über Menschen aus anderen Ländern.

Noch immer werden Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes erschlossen. Wenn bei einem Antrag keine Unterlagen auffindbar sind, kann ein Wiederholungsantrag nach einigen Jahren zu neuen Ergebnissen führen. Für eine neue Recherche reicht in der Regel ein formloser schriftlicher Antrag - möglichst mit Bezugnahme auf den Erstantrag.



Weitere Informationen finden sie hier.

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