Welche Aufgaben hat die Stasi-Unterlagen-Behörde?

Gegen Vergessen, Verschweigen und Verklären: Die Stasi-Unterlagen-Behörde (BStU) erschließt und analysiert das Material des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) und stellt es zur Akteneinsicht bereit. Rund 111 Kilometer Schriftgut, etwa 1,4 Millionen Fotodokumente und tausende Filme, Videos sowie Tonaufzeichnungen hat das MfS hinterlassen. Die Unterlagen dokumentieren die menschenrechtsverletzenden Praktiken der Geheimpolizei in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR); sie zeugen aber auch von Zivilcourage und Widerstand unter den Bürgern.

Seit ihrer Gründung im Januar 1992 informiert die BStU über Strukturen, Methoden und Wirkungsweise der Staatssicherheit. Die Behörde trägt bei zur historischen, politischen, juristischen sowie gesellschaftlichen Aufarbeitung und fördert die Auseinandersetzung mit totalitären Systemen.

Der Hauptsitz der Stasi-Unterlagen-Behörde ist in Berlin, sie unterhält in 13 ehemaligen Bezirkshauptstädten der DDR Außenstellen. Außerdem gibt es in jedem der neuen Länder sowie in Berlin ein Informations- und Dokumentationszentrum. Die BStU wurde von Joachim Gauck aufgebaut und wird seit 2000 von der Bundesbeauftragten Marianne Birthler geleitet. Die Stasi-Unterlagen-Behörde gehört zum Geschäftsbereich des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Herzstück der BStU sind die Archive mit den Hinterlassenschaften der Staatssicherheit. Nach den strengen Vorschriften des Stasi-Unterlagen-Gesetzes (StUG) stellt die BStU die Unterlagen zur Verfügung: Bürger, die von der Staatssicherheit verfolgt und bespitzelt wurden, können einen Antrag auf persönliche Akteneinsicht stellen. Wissenschaftler, Journalisten und Einrichtungen der politischen Bildung recherchieren zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in den Unterlagen.

Auf Ersuchen öffentlicher und nicht-öffentlicher Stellen überprüft die BStU Personen in gesellschaftlich und politisch herausgehobenen Positionen auf eine Zusammenarbeit mit der Staatssicherheit. Dazu gehören zum Beispiel Regierungsmitglieder, Land- und Bundestagsabgeordnete, Staatssekretäre, Richter und Sportfunktionäre.



Die BStU erforscht die Geschichte des Ministeriums für Staatssicherheit und veröffentlicht die Erkenntnisse in zahlreichen Publikationen. Regelmäßig veranstaltet die BStU an ihren Standorten Ausstellungen, Archivführungen, Lesungen oder Vorträge. Vor allem im alten Bundesgebiet ist sie mit ihrer zentralen Wanderausstellung „Feind ist, wer anders denkt“ präsent. Workshops für Jugendliche, aber auch Fortbildungen für Lehrer und Journalisten hat die BStU ebenfalls im Programm.

Seit 2008 arbeitet die Stasi-Unterlagen-Behörde im „Europäischen Netzwerk der für die Geheimpolizeiakten zuständigen Behörden“ mit. In dem Netzwerk sind die Behörden aus Polen, Tschechien, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, der Slowakei und Deutschland vertreten. Die Partner treffen sich jährlich auf Tagungen, um Erfahrungen in der Aufarbeitung auszutauschen.

Weitere Informationen finden sie hier.

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Termine der BStU

Partner:
 

Bundesstiftung AufarbeitungDie Bundesbeauftragte für die Unterlagen deStaatssicherheitsdienstes der ehemaligen DeutschenDemokratischen RepublikFreistaat Sachsen

 

Weitere Kooperationen:
 

Zentrum für zeithistorische Forschung PotsdamHumanities, Sozial- und Kulturgeschichte