Dossier: Die Flüchtlingskrise: Auf und davon – der Sommer der Flüchtlinge

Die Flüchtlingskrise: Auf und davon – der Sommer der Flüchtlinge

Foto © Bernhard Ott

Seit ihrer Gründung im Jahr 1949 ist die DDR ein Auswandererland. Im Sommer 1989 verlassen so viele Menschen das Land wie nie zuvor. Sie fliehen über die durchlässig gewordene Grenze zwischen Ungarn und Österreich oder über die bundesdeutschen Botschaften in Budapest, Ost-Berlin, Prag und Warschau.

Auf und davon

Zur Flüchtlingskrise im Sommer 1989

Auf und davon

"Den Sozialismus in seinem Lauf, hält weder Ochs noch Esel auf", verkündet der schwerkranke Honecker am 14. August 1989 bei einem Besuch des Erfurter Kombinats Mikroelektronik. Es ist Honeckers einziger öffentlicher Auftritt in drei Monaten und eines der letzten Male, dass der SED-Gerontokrat den Mund zu voll nimmt. Weit über 100.000 DDR-Bürger warten in diesem Moment auf ihre Ausreise oder planen ihre Flucht aus der DDR. Die Massenfluchtbewegung des Sommers 1989 ist ein gewaltiger Aderlass für den schwer angeschlagenen SED-Staat und zwingt Ungarn und die Bundesrepublik zum Handeln. mehr

Entschlossene Flüchtlinge, entsetzter Minister - das komplette Interview

Hermann Huber über die Verwandlung einer Botschaft in ein Flüchtlingslager

Ex-Botschafter Huber

Sie schliefen in Zelten und auf Treppenstufen, harrten bei Regen und Kälte im Park der Botschaft aus und warteten wochenlang. Eines wollten sie unter keinen Umständen: zurück in die DDR. Der ehemalige Botschafter Hermmann Huber schildert die dramatischen Tage von Prag im September 1989. mehr

"Wir sind zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass Ihre Ausreise..."

Die Prager Botschaftsbesetzung, Genschers Balkonrede und die Ausreise

Zug mit winkenden Flüchtlingen in Hof

Seit Wochen schon harren über 4000 DDR-Flüchtlinge in der deutschen Botschaft in Prag aus. Am 30. September 1989 überbringt der westdeutsche Außenminister Hans-Dietrich Genscher endlich die gute Nachricht: die Ausreise in die Bundesrepublik ist genehmigt und die Sonderzüge bringen die ersten Botschaftsflüchtigen schon am nächsten Tag nach Westdeutschland. mehr

"Ihr löscht das Feuer mit Benzin"

Botschaftsbesetzung in Prag, Ausschreitungen in Dresden

"Ihr löscht das Feuer mit Benzin"

Ende September, Anfang Oktober spitzt sich die Situation in der DDR zu. Die Spannungen im Gefüge von Staat und Gesellschaft sind überdeutlich. Von der besetzten Botschaft in Prag springt der revolutionäre Funke zunächst nach Dresden über. Am Dresdner Hauptbahnhof kommt es zu Demonstrationen und gewalttätigen Auseinandersetzungen. Die Revolution breitet sich aus. mehr

Montagsradio, Ausgabe Nr. 24 - "Wat is'n dat hier...?"

Von Prag nach Paderborn - eine Fluchtgeschichte

Montagsradio, Ausgabe Nr. 24 - "Wat is'n dat hier...?"

In Görlitz wird er noch aus dem Zug geholt und zwei Tage lang inhaftiert. Per Anhalter landet er direkt vor der bundesdeutschen Botschaft in Prag. Als er nichts ahnend Fotos macht, verfolgen ihn aufgebrachte Botschaftsbesetzer. Drei Tage später sitzt er im Zug in die Bundesrepublik. Und plötzlich steht er in Paderborn… Michael Homburg erzählt im Montagsradio seine abenteuerliche Fluchtgeschichte. Eine Art Schelmenroman. mehr

Perspektiven einer Grenze

Constantin Hoffmanns "Ich musste raus" und Martin Schaads "Dann geh doch rüber"

Perspektiven einer Grenze

Constantin Hoffmann und Martin Schaad beleuchten Grenzgänge an der innerdeutschen Grenze nach beiden Richtungen, nach Ost und West. Die zwei Neuerscheinungen dieses Sommers sammeln Grenzgeschichten, die zur Geschichte wurden. mehr

Im Westen nichts Neues – Das letzte Opfer

21. August 1989: Kurt-Werner Schulz als letzter DDR-Flüchtling auf österreichischem Boden getötet

Im Westen nichts Neues – Das letzte Opfer

Nicht an der deutsch-deutschen, sondern an der österreichisch-ungarischen Grenze ist das letzte Opfer des Eisernen Vorhangs zu beklagen. Genauer gesagt: 15 Meter hinter der Grenze, auf österreichischem Territorium starb der Weimarer Architekt Kurt-Werner Schulz - bei einem Fluchtversuch mit seiner Lebensgefährtin und seinem Sohn - den letzten Tod eines flüchtigen DDR-Bürgers. Eine Kugel eines ungarischen Grenzsoldaten traf ihn im Mund. mehr

Probe für den Ernstfall

Das Paneuropäische Picknick am 19. August 1989 wird zum Test für die Öffnung der Ost-West-Grenze

Probe für den Ernstfall

Ungarn wird im Sommer 1989 zum Auswandererland, zur Durchgangsstation zahlreicher DDR-Bürger auf ihrer Flucht nach Westen. Bei einem Fest an der österreichisch-ungarischen Grenze gelingt mehreren hundert Ostdeutschen am 19. August eine spektakuläre Massenflucht. mehr

Wenn der Westen im Osten geschlossen bleibt

Am 14. August 1989 ließ das Auswärtige Amt die bundesdeutsche Botschaft in Budapest schließen

Pater Kozma erhält Auszeichnung

Die ständige Vertretung der Bundesrepublik in Ostberlin ist bereits geschlossen, als das Auswärtige Amt in der Nacht vom 13. auf den 14. August 1989 die bundesdeutsche Botschaft in Budapest schließt. Die Vertretung ist überfüllt. Hunderte fluchtwillige DDR-Bürger haben sich in der völlig überlasteten Botschaft in Ungarn versammelt. Sie kommen spontan; aus dem Urlaub am Balaton oder gezielt mit der Absicht, der DDR für immer den Rücken zuzukehren. mehr

Flucht aus dem ungarischen Sommer

Ingo Schulzes Sündenfallgeschichte "Adam und Evelyn"

adam und evelyn, ingo schulze

"Adam und Evelyn" ist die Geschichte einer Reise. Sie ereignet sich im Sommer 1989. Nach dieser Reise gibt es kein Zurück mehr. Was als Urlaub begann, endet als Aufbruch in ein anderes Land. Zu Ende geht auf diese Weise aber auch eine Zeit voller Möglichkeiten. Ingo Schulze erzählt vom Leichtsinn der entscheidenden Monate mit wehmütig-heiterem Tonfall. mehr

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"Wir waren auf jeden Fall ...mehr

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