Dossier: Die "Chinesische Lösung": Auswirkungen 20 Jahre danach

Die "Chinesische Lösung": Auswirkungen 20 Jahre danach

Foto © D'N'C

Im April und Mai 1989 hatten in China Millionen Menschen für Reformen und Freiheit demonstriert. Am 3. und 4. Juni schlug das chinesische Militär im Zentrum Pekings gewaltsam die Proteste der Bevölkerung nieder. Welche Bedeutung hatte die Niederschlagung der Studentenproteste im Juni 1989 für die Entwicklungen in der DDR?

Das Normale im Unnormalen

Endstation Grenze. Der Bahnhof Friedrichstraße 1986

Endstation Grenze © Sutton Verlag

Während der Jahre der Teilung war der Bahnhof Friedrichstraße zweierlei: als Grenzübergang ein besonderer Ort, dessen Sonderrolle auch damals jedem, der sich hier aufhielt, bewusst wurde, gleichzeitig aber auch als Bahnhof ein Ort des Alltäglichen, Banalen, des Normalen im Unnormalen. mehr

"Der Schuss war absolut möglich"

Michael Richter über Machtstrategien der SED und die Frage der Gewalt im Herbst '89

"Der Schuss war absolut möglich"

Die Staatsmacht stand bereit. Am 9. Oktober in Leipzig warteten Armee, Polizei und Kampfgruppen nur noch auf den Schießbefehl. Doch es blieb friedlich. Michael Richter erklärt, warum es in Leipzig am 9. Oktober nicht zum Schuss kam und weshalb der Durchbruch zum Dialog in Dresden so wichtig war. mehr

"Wir bitten Sie dringend um Besonnenheit, damit der friedliche Dialog..."

Die Montagsdemonstration am 9. Oktober 1989 in Leipzig

Leipzig in Aufruhr, Herbst 1989

Der 9. Oktober 1989 gilt als Tag der Entscheidung für die Friedliche Revolution. In Leipzig, der Geburtsstadt der Montagsdemonstrationen, gehen an diesen Montag zirka 70.000 mutige Menschen aus allen Teilen des Landes auf die Straße, um gegen die bestehenden politischen Verhältnisse zu demonstrieren. Statt Dialog setzt das DDR-Regime noch am Morgen des 9. Oktober weiterhin auf eine gewaltsame Niederschlagung der Bevölkerungsproteste, die so genannte "Chinesische Lösung". Die erwarteten Zusammenstöße mit der Staatsmacht bleiben jedoch aus. mehr

Montagsradio, Ausgabe Nr. 25 "Der drohende Bürgerkrieg"

Ein Montagsradio spezial: Leipzig am 9. Oktober 1989 – ein dokumentarisches Hörspiel

Montagsradio, Ausgabe Nr. 25

Am 9. Oktober 1989 ist ungewiss, ob die DDR auf einen Bürgerkrieg zusteuert. Polizei, Kampfgruppen, NVA und die Stasi sind auf den Schusswaffeneinsatz vorbereitet. In der Leipziger Stadthalle werden Operations-Nottische aufgestellt, Blutkonserven bereit gehalten und Leichensäcke gelagert. Chirurgen erhalten Anweisungen, wie Schusswunden zu behandeln sind. mehr

NACHTRAG: Presseartikel zu 20 Jahren Tiananmen-Massaker

Zweiter Teil unserer Presseschau zum aktuellen Gedenken an das Tiananmen-Massaker

NACHTRAG: Presseartikel zu 20 Jahren Tiananmen-Massaker

Am 4. Juni 2009 jährte sich die gewaltsame Niederschlagung der chinesischen Protestbewegung zum 20. Mal. Wir werfen noch einmal einen Blick in die deutschsprachige Presse. Dort wird das Ereignis unter anderem als "Wendepunkt in der Geschichte Chinas" bezeichnet. Viele Autoren betonen, dass der Protest des Jahres 1989 und das Blutbad vom 4. Juni in China totgeschwiegen werden sollen. Deshalb müsse der Rest der Welt umso eindringlicher an die Protestbewegung erinnern. mehr

"Die waren bereit"

Die Furcht vor einem Blutbad war im Oktober 1989 allgegenwärtig

Michael Heinisch

Welche Ängste bewegten DDR-Oppositionelle im Herbst 1989? Welche Gewalterfahrungen machten Bürgerrechtler in der "Friedlichen" Revolution? Im Rahmen unseres aktuellen Themenschwerpunkts zum Tiananmen-Massaker 1989 sprechen wir mit dem Oppositionellen Michael Heinisch. mehr

Die "chinesische Lösung" und der Herbst 1989

Warum es in Leipzig nicht zur Eskalation kommt

Major Bröckermann

Im Rahmen unseres aktuellen Schwerpunkts sprechen wir mit Major Heiner Bröckermann über die militärischen Planspiele der SED und die Stunden der Entscheidung am 9. Oktober 1989. mehr

Montagsradio Ausgabe Nr. 10 – Das Tiananmen-Massaker

Ein kurzes Werkstattgespräch mit dem Redakteur des aktuellen Themas

Montagsradio Ausgabe Nr. 10 – Das Tiananmen-Massaker

Wir sprechen über die Bedeutung des 4. Juni 1989 in Peking für die Revolution in der DDR im nachfolgenden Herbst. mehr

Die "chinesische Lösung"

Wie der 4. Juni den Herbst 1989 beeinflusste

Leipzig, Oktober 1989

China ist das Negativ der Friedlichen Revolution. Wochenlang hatten im April und Mai Millionen Menschen in China für Reformen und Freiheit demonstriert. In der Nacht zum 4. Juni kämpften sich Soldaten zum Platz des Himmlischen Friedens vor, schossen in die Menge und überrollten mit Panzern die Freiheitsbewegung - ein Verbrechen, das als "chinesische Lösung" auch auf den Herbst 1989 rückwirkte. mehr

Der Zweck heiligt die Mittel

Die DDR-Volkskammer über die Gewalt in China

DDR Volkskammer 1989

Am 8. Juni 1989, vier Tage nach dem Massaker auf dem Tiananmen-Platz in Beijing, gibt die Volkskammer der DDR eine Erklärung ab, die Verständnis für das brutale Vorgehen der chinesischen Machthaber bekundet. Mit dieser Haltung beweist das SED-Regime nicht nur seine Ruchlosigkeit, sondern sendet ein Warnsignal an die stärker werdenden oppositionellen Kräfte im eigenen Land. mehr

Entsetzen im Westen, Euphemismus im Osten

Medienberichte aus dem Jahr 1989 zum Massaker auf dem Tiananmen-Platz

Entsetzen im Westen, Euphemismus im Osten

Die Welt war entsetzt, als die chinesische Regierung Panzer gegen das eigene Volk einsetzte. Die DDR-Regierung hingegen solidarisierte sich mit der chinesischen Führung - das deutsche Rundfunkarchiv hat die "Verbundenheit" der DDR mit China dokumentiert. mehr

20 Jahre Tiananmen-Massaker im Spiegel der Medien

Aktuelle Reaktionen

Presseschau

Am 4. Juni jährte sich die gewaltsame Niederschlagung der chinesischen Protestbewegung zum zwanzigsten Mal. Die Reaktion in China: Kein Wort in der staatlich kontrollierten Presse, Sperrung aller wichtigen Kommunikationsportale im Internet, eisiges Schweigen. In Deutschland dagegen widmet sich die Presse dem Ereignis intensiv. Die Meinungen dazu gehen nicht weit auseinander, nur der Fokus ist unterschiedlich: Mal erfährt man mehr über die aktuelle Zensur, mal mehr über die Hintergründe oder Folgen des blutigen Ereignisses. mehr

Die überrollte Göttin

Das Tiananmen-Massaker in Peking am 3. und 4. Juni 1989

Tiananmen Platz

Spätes Frühjahr 1989: In Peking herrscht eine merkwürdige Stimmung. Auf dem Tiananmen-Platz, dem Platz des Himmlischen Friedens, nur wenige Meter neben dem Mao-Mausoleum und kurz vor dem Eingang zur Verbotenen Stadt, campieren Tausende Studenten. Anwohner bringen ihnen Töpfe voller Reis. Untergrund-Künstler treten öffentlich auf dem Platz auf. Von Demokratie ist die Rede. Am 30. Mai enthüllen Studenten eine selbst gefertigte Statue, die der Freiheitsstatue ähnelt und „Göttin der Demokratie“ genannt wird. Bahnt sich in dem kommunistischen Staat eine Revolution an? mehr

Highlights

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"Wir waren auf jeden Fall ...mehr

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