Dossier: Mauerfall: Mythos, Medienmacht und Missverständnisse

Mauerfall: Mythos, Medienmacht und Missverständnisse

Foto © Stiftung Aufarbeitung, Uwe Gerig Nr.5093

Am 9. November 1989 verkündet Schabowski die Nachricht: DDR-Bürger dürfen Reisen beantragen. Die Berliner warten jedoch nicht auf Pässe und Visa, sondern stürmen die Mauer. Wir beleuchten Ablauf, Missverständnisse und die Macht der Medien und fragen nach einem Geschichtsmythos von Mauerfall und Friedliche Revolution.

Ausgemauert

Im Juni 1990 begann der Abriss der Berliner Mauer

Abbau der Grenzen © Vivao Pictures/flickr

Wer heute in Berlin nach der Mauer sucht wird nicht mehr viel finden. Orte, die die Realität der geteilten Stadt authentisch vermitteln, gibt es nicht mehr. Dass die trennende Betonwand, die die Entwicklung Berlins über fast 30 Jahre so entscheidend geprägt hat, nahezu komplett verschwunden ist, ist trotz ihrer traurigen Geschichte und monströsen Gestalt nur schwer zu verstehen. Doch als man dem Ungetüm 1990 mit schwerem Gerät zu Leibe rückte, interessierte sich die Öffentlichkeit mehr für die noch offene Zukunft des wieder zusammenwachsenden Landes als für seine jüngste Vergangenheit. So wurden Fakten geschaffen noch bevor der Denkmalschutz dem Kahlschlag wirksame Grenzen setzen konnte. mehr

Montagsradio, Ausgabe Nr. 28, "Medienmacht und Mauerfall"

Welche Rolle spielten die Medien beim Fall der Mauer?

Montagsradio, Ausgabe Nr. 28, "Medienmacht und Mauerfall"

Schon gleich nach Schabowskis Pressekonferenz liefen die Nachrichtenticker heiß: "DDR öffnet die Grenzen", meldete AP. Hans-Joachim Friedrichs erklärte am 9. November um 22:42 Uhr in den Tagesthemen: "Die Tore der Mauer stehen weit offen." Tatsächlich hob sich der Schlagbaum an der Bornholmer Straße erst gegen 23:20 Uhr. Wir fragen den Historiker Thomas Großmann, wie die Rolle der Medien zu beurteilen ist. mehr

Das Ende des 20. Jahrhunderts

Fröhliche Anarchie verabschiedet eine Epoche der Gewalt

Das Ende der Ideen

In Berlin konzentrierten sich die Kräfte des 20. Jahrhunderts im Raum: Demokratie, Faschismus, Sozialismus, Kapitalismus prallten in Berlin massiv aufeinander. Die Mauer war ein Resultat dieser historisch-politischen Kräfte, ihr Fall ein Akt von befreiender Spontaneität. mehr

Mit Döner, Dosenbier und Freiheitspauke

Der 9. November in den deutschen Tageszeitungen

Die Presseschau zum Tag des Mauerfalls

Die große Politik, die privaten Geschichten, die Freude über die Freiheit und eine kritische Bestandsaufnahme 20 Jahre danach – zum Jubiläum des Mauerfall haben die deutschen Tageszeitungen ein üppiges Menü zusammengestellt. Ob feuilletonistisches Schmankerl, journalistische Einheitskost oder Schwerverdauliches aus der Gerüchteküche – Friedliche Revolution.de hat vorgekostet. mehr

Denn sie wussten nicht, was sie tun

Der 9. November: Konfusion ändert die Welt

Euphorie zum Mauerfall

Was für ein Tag, was für eine Nacht! Eigentlich sieht alles nach Routine aus. Das ZK hält in Ostberlin Sitzung. Im Fernsehen läuft Fußball. Doch gleichzeitig überschlagen sich die Ereignisse in Berlin und am Ende ist Deutschland ein anderes Land geworden. mehr

"Der 9. November 1989 ist kein Gründungsmythos"

Montagsradio, Ausgabe Nr. 27 – Gespräch mit Herfried Münkler

Montagsradio, Ausgabe Nr. 27

"Die Deutschen und ihre Mythen" heißt das letzte große Buch des Politikwissenschaftlers Herfried Münkler. Im Interview mit dem Montagsradio erklärt er, warum der 9. November 1989 nicht als Gründungsmythos für die "Berliner Republik" geeignet ist. mehr

Der Druck auf die Mauer wächst

Nach einer neuen Fluchtwelle scheitert die DDR-Regierung am 6. November mit einem Reisegesetz

Berliner Mauer

Der Fall der Mauer und der Untergang des SED-Regimes ist nicht allein den Massenkundgebungen in der DDR und der Forderung nach Reisefreiheit anzurechnen. Ungarn und die CSSR haben im Reform- und Revoltenjahr 1989 einen wesentlichen Anteil an der sich zuspitzenden Situation in der DDR. Über diese beiden Länder reisen bis zum Fall der Mauer in der DDR mehr als 200.000 Menschen in die Bundesrepublik aus. Tief im kommunistischen Herrschaftsgebiet zeigen sich somit bereits vor dem Fall der Mauer erste Risse im Eisernen Vorhang. Die DDR-Regierung reagiert auf die Fluchtbewegung am 6. November mit einem neuen Reisegesetz. Es stößt auf Ablehnung. mehr

Mythos und Mauerfall

Ist die Friedliche Revolution ein "Orientierungsmythos"?

Mauerfall in Berlin

Das gab es in Deutschland so noch nicht – einen historischen Prozess, in dem das Volk gewaltlos die Freiheit errungen hat. Seit dem Holocaust haben die Deutschen ein schwieriges Verhältnis zur eigenen Vergangenheit. Nun steuern die Gedenkfeierlichkeiten zum Mauerfall auf einen Höhepunkt kollektiver Erinnerung zu. Das muss nicht nur schlechte Laune machen: Warum nicht alle Mythen schädlich sind. mehr

Zweifel an ZDF-Mauerfalldoku

Der Versuch des ZDF, die Geschichte des Mauerfalls neu zu schreiben, stößt auf Kritik

ZDF-Doku

An der Darstellung der ZDF-Dokumentation, die Mauer sei zuerst in der Waltersdorfer Chaussee im Süden Berlins gefallen, werden erhebliche Zweifel laut. Die Welt und die Berliner Morgenpost kritisieren die Darstellung des ZDF. mehr

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