Dossier: Herbst 1989: Dresden, Leipzig und die Provinz

Herbst 1989: Dresden, Leipzig und die Provinz

Montagsdemonstration am 16.10.2009 © Bundesarchiv Bild 183-1990-0922-002

Wir verfolgen den Verlauf der Revolution von der Botschaftsbesetzung in Prag bis zum entscheidenden 9. Oktober in Leipzig. Ausschreitungen am Dresdner Hauptbahnhof, zahlreiche Kundgebungen, Proteste und Demonstrationen in sächsischen Provinzstädten entlang der Strecke des Ausreisezuges aus Prag belegen die Bedeutung Sachsens für die Frühphase der Revolution.

Gemeinsam für Freiheit und Demokratie

RevolutionundEinheit sprach am 3. Oktober 2010 mit der Dresdner Oberbürgermeisterin Helma Orosz

Gemeinsam für Freiheit und Demokratie

Die beharrliche Forderung der sächsischen Bürger nach demokratischen Freiheiten hat im Herbst 1989 entscheidend zum Gelingen der Friedlichen Revolution beigetragen. Der kontinuierliche Protest hat ein neues Identitätsgefühl bei den Sachsen hervorgerufen, das auch heute noch ein wesentliches Element beim Artikulieren gemeinsamer Interessen darstellt. Sachsen hat in den letzten 20 Jahren viel erreicht, vorhandene Potentiale wurden gefördert, es wurden Investitionen auf hohem Niveau getätigt. Doch die errungene Freiheit ist nicht nur ein Recht, sondern nimmt in schweren Zeiten auch jeden einzelnen Bürger in die Pflicht, so die Dresdner Oberbürgermeisterin Helma Orosz. mehr

Positive Bilanz?

Ministerpräsident Stanislaw Tillich über die Stimmung der Bürger 20 Jahre nach der Wiedervereinigung

Positive Bilanz?

Wie ist die Stimmung in Sachsen 20 Jahre nach der Friedlichen Revolution und der Wiedervereinigung? Neben den wieder gewonnenen demokratischen Freiheiten zählt vor allem die individuelle ökonomische Situation jeder Bürgerin und jedes Bürgers. Seit der Wiedervereinigung sind in Sachsen viele neue Unternehmen entstanden, im Bereich der Bildung hat sich viel getan. Dennoch kritisieren viele Bürger immer noch den Mangel an Arbeitsplätzen im sächsischen Freistaat – RevolutionundEinheit sprach mit Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich anlässlich des Einheitsjubiläums auf dem Bürgerfest in Dresden. mehr

Düsteres hautnah erleben

Tag des offenen Denkmals am 12. September 2010

"Runde Ecke" Leipzig

Historische Rathäuser und Apotheken, alte Mühlen und vollständig erhaltene Grenzanlagen: Beim Tag des offenen Denkmals, der deutschlandweit am 12. September stattfindet, laden rund 7500 ungewöhnliche Orte zum Besuch ein. mehr

Mit Klammerschrauben und Selbstbewusstsein zum Erfolg

Wie aus einem Volkseigenen Betrieb ein erfolgreicher Mittelständler wurde

Mit Klammerschrauben und Selbstbewusstsein zum Erfolg

1904 gegründet als Hersteller von Landwirtschaftsgeräten, 1972 zwangsweise enteignet und 1990 als GmbH neu gegründet. Die Gerlach Zubehörtechnik GmbH in Leipzig ist ein sächsischer Mittelständler mit bewegter Geschichte. Die Mehrzahl der Kunden des Heizungs- und Sanitärgroßhandels kommt heutzutage aus dem Westen Deutschlands. Wir sprachen mit Wolfgang Gerlach über den Wandel der Wirtschaft, über das Ende des Sozialismus und den Aufbruch in die Selbständigkeit. "Nur Ableger des Westens zu sein, hat keinen Sinn", ist Gerlach überzeugt. mehr

Das Volk ist der Held

Michael Richters beeindruckende Studie zur Friedlichen Revolution

Michael Richters Buch

Jede Darstellung der Friedlichen Revolution hat ihren heimlichen Helden. Bei dem einen ist es die Kirche, bei dem anderen sind es die Bürgerrechtler, bei dem nächsten die Flüchtlinge, Gorbatschow oder sogar Helmut Kohl. Das durchweg Sympathische an Michael Richters Buch über die Revolution ist der Held: das Volk. mehr

"Lasst euch nicht einschläfern."

Die Montagsdemonstration in Leipzig am 16. Oktober 1989

Montagsdemonstration

Der friedliche Ausgang der Montagsdemonstration am 9. Oktober ermutigt mehr und mehr Menschen, für ihre politischen Überzeugungen einzustehen. Am 16. Oktober, ein Tag vor der Absetzung Honeckers, steigt die Zahl der Demonstranten auf ca. 120.000 Menschen an. Die SED-Führung fürchtet um ihre Macht, ihre Haltung ist aber uneinheitlich. Neben ersten Anzeichen für einen Dialog zwischen Staatsmacht und Demonstranten setzt Honecker weiterhin auf Repression. mehr

"Der Schuss war absolut möglich"

Michael Richter über Machtstrategien der SED und die Frage der Gewalt im Herbst '89

"Der Schuss war absolut möglich"

Die Staatsmacht stand bereit. Am 9. Oktober in Leipzig warteten Armee, Polizei und Kampfgruppen nur noch auf den Schießbefehl. Doch es blieb friedlich. Michael Richter erklärt, warum es in Leipzig am 9. Oktober nicht zum Schuss kam und weshalb der Durchbruch zum Dialog in Dresden so wichtig war. mehr

"Wir bitten Sie dringend um Besonnenheit, damit der friedliche Dialog..."

Die Montagsdemonstration am 9. Oktober 1989 in Leipzig

Leipzig in Aufruhr, Herbst 1989

Der 9. Oktober 1989 gilt als Tag der Entscheidung für die Friedliche Revolution. In Leipzig, der Geburtsstadt der Montagsdemonstrationen, gehen an diesen Montag zirka 70.000 mutige Menschen aus allen Teilen des Landes auf die Straße, um gegen die bestehenden politischen Verhältnisse zu demonstrieren. Statt Dialog setzt das DDR-Regime noch am Morgen des 9. Oktober weiterhin auf eine gewaltsame Niederschlagung der Bevölkerungsproteste, die so genannte "Chinesische Lösung". Die erwarteten Zusammenstöße mit der Staatsmacht bleiben jedoch aus. mehr

Montagsradio, Ausgabe Nr. 25 "Der drohende Bürgerkrieg"

Ein Montagsradio spezial: Leipzig am 9. Oktober 1989 – ein dokumentarisches Hörspiel

Montagsradio, Ausgabe Nr. 25

Am 9. Oktober 1989 ist ungewiss, ob die DDR auf einen Bürgerkrieg zusteuert. Polizei, Kampfgruppen, NVA und die Stasi sind auf den Schusswaffeneinsatz vorbereitet. In der Leipziger Stadthalle werden Operations-Nottische aufgestellt, Blutkonserven bereit gehalten und Leichensäcke gelagert. Chirurgen erhalten Anweisungen, wie Schusswunden zu behandeln sind. mehr

Das Ende der Gewalt

Frank Richter über den 8. Oktober in Dresden und die "Gruppe der 20"

Frank Richter

Tagelang kommt Dresden nicht zur Ruhe. Die Polizei geht mit brutaler Gewalt gegen Demonstranten vor. Doch am 8. Oktober passiert etwas Außerordentliches. Aus einer eingekesselten Masse von Demonstranten treten zwei Männer heraus, gehen auf die Polizisten zu und suchen den friedlichen Dialog. Frank Richter war einer von ihnen. Ein eindrucksvoller Bericht über eine revolutionäre Tat und die Entstehung der "Gruppe der 20". mehr

"Irgendwann flog der erste Pflasterstein"

Herbert Wagner über die Eskalation der Gewalt in Dresden am 4. Oktober 1989

Herbert Wagner

In keiner anderen Stadt verliefen die Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Staatsmacht so gewaltsam wie in Dresden. Das Militär kam zum Einsatz, Munition wurde ausgeteilt, 30 Schuss für jedes Maschinengewehr. Herbert Wagner erinnert im Gespräch an die angespannte Situation Anfang Oktober 1989 in Dresden. mehr

Revolution in Plauen

"Man wollte den Leuten in den Zügen einfach zeigen, dass man mit ihnen verbunden ist."

Demonstration in Plauen

Während die gewaltsamen Ausschreitungen in Dresden am 4. Oktober im Fokus der Medien stehen, bleibt das Geschehen in der 76.000 Einwohner-Stadt Plauen im Bezirk Karl-Marx-Stadt von den westlichen Fernsehkameras weitgehend unbemerkt. In der Metropole des Vogtlandes kommt es jedoch am 7. Oktober zu der ersten Massendemonstration, vor der die Staatsmacht der DDR kapitulieren muss. mehr

"Ihr löscht das Feuer mit Benzin"

Botschaftsbesetzung in Prag, Ausschreitungen in Dresden

"Ihr löscht das Feuer mit Benzin"

Ende September, Anfang Oktober spitzt sich die Situation in der DDR zu. Die Spannungen im Gefüge von Staat und Gesellschaft sind überdeutlich. Von der besetzten Botschaft in Prag springt der revolutionäre Funke zunächst nach Dresden über. Am Dresdner Hauptbahnhof kommt es zu Demonstrationen und gewalttätigen Auseinandersetzungen. Die Revolution breitet sich aus. mehr

Leipzig im Herbst

Vom Friedensgebet zur ersten Montagsdemonstration

Leipzig im Herbst

Der 4. September 1989 gilt als Datum der ersten Montagsdemonstration. An die Tausend Menschen gehen nach dem Friedensgebet in der Nikolaikirche auf die Straße. Ihre Forderungen: "Reisefreiheit statt Massenflucht" und "Stasi raus!". mehr

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"Wir waren auf jeden Fall ...mehr

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