Dossier: Die Ausschaltung der Staatssicherheit

Die Ausschaltung der Staatssicherheit

Foto © BArch 183-1990-0116-014, Thomas Uhlemann

100 000 Menschen gingen am 15. Januar 1990 nach Lichtenberg, um die letzte Bastion des alten Regimes zu stürmen. Es war ein letzter Höhepunkt der Revolution, nachdem bereits im Dezember 1989 lokale Dienststellen der Staatssicherheit besetzt worden waren. Mit dem ersten Einblick in die Maschinerie der Überwachung begannen die Mühen der Aufarbeitung.

Düsteres hautnah erleben

Tag des offenen Denkmals am 12. September 2010

"Runde Ecke" Leipzig

Historische Rathäuser und Apotheken, alte Mühlen und vollständig erhaltene Grenzanlagen: Beim Tag des offenen Denkmals, der deutschlandweit am 12. September stattfindet, laden rund 7500 ungewöhnliche Orte zum Besuch ein. mehr

Freiheit für die Akten

Am 24. August 1990 beschließt die Volkskammer ein Staisunterlagengesetz

Stasi-Zentrale © Danny (flickr)

Am 24. August treffen sich die Abgeordneten der Volkskammer zur dritten Verhandlungsrunde zum Einigungsvertrag. Die wichtigsten Punkte sind bereits abgeklärt, doch einige strittige Fragen stehen noch im Raum. Eine der umstrittensten: Was soll aus den Stasiakten werden? mehr

"Feind ist, wer anders denkt"

Eine Ausstellung über die Stasi in der DDR

"Feind ist, wer anders denkt"

Wie arbeitete das Ministerium für Staatssicherheit, wie war es organisiert? Welche Auswirkungen hatten die Tätigkeiten der SED-Geheimpolizei auf die Betroffenen DDR-Bürger? Die Wanderausstellung "Feind ist, wer anders denkt" der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes macht vom 12. August bis zum 1. September 2010 Halt in Hildesheim und wirft einen genauen Blick auf Arbeit und Methoden der Stasi. mehr

Die aktuelle Presseschau

Stasi-Spitzel, Rentenkürzung, SED-Sprache: Die letzten zwei Wochen im Spiegel der Presse

Zeitungen

Aus der Presselandschaft der vergangenen Tage lassen sich vor allem zwei Themen herauskristallisieren: die Stasi und der Umgang mit der SED-Vergangenheit. Während unter den ehemaligen DDR-Funktionären der Unmut über die Kürzung ihrer Renten wächst, erklärte der letzte Innenminister der DDR, dass sogar der Runde Tisch von Stasi-Mitarbeitern durchsetzt war. Unterdessen hat die Bundesregierung beschlossen, öffentlich Bedienstete bis 2019 auf ihre mögliche Stasi-Vergangenheit zu prüfen, und die "Welt" philosophiert über die Parallelen zwischen der Sprache der SED und der Sprache der Nationalsozialisten. mehr

Ein geplanter "Sturm" auf die Bastille in Lichtenberg?

Die Presse rätselt über die Besetzung der Stasi-Zentrale vor 20 Jahren

Zeitungen

Vor 20 Jahren, am 15. Januar 1990, stürmten Tausende Ostberliner die Stasi-Zentrale in Berlin, einen der letzten Horte des alten Regimes, der stets von sich selbst behauptet hatte, "Schild und Schwert der Partei" zu sein. Grund genug für zahlreiche Presseorgane, sich noch einmal mit dem Ereignis zu befassen. mehr

"Wir steigen Magdalenenstraße aus, wir gehen da hin"

Hannelore Köhler über die Besetzung der Stasi-Zentrale am 15. Januar 1990

Hannelore Köhler

Hannelore Köhler war am 15. Januar dabei, als Tausende Berliner die Stasi-Zentrale in der Magdalenenstraße besetzten, und sie weiß von einigen Merkwürdigkeiten zu berichten: eine Schreibmaschine flog durch das Fenster eines Zimmers, in dem sich keine Demonstranten befanden. Stasi-Männer saßen in abgedunkelten Räumen. Und bereits während die Auflösung organisiert wurde, forderten einige schon "Quellenschutz". Die Arbeit der Inoffiziellen Mitarbeiter sollte weiter geheim bleiben. mehr

Der Zorn des Volkes

Die Erstürmung der ehemaligen Stasi-Zentrale am 15. Januar 1990

Erstürmung der Stasi-Zentrale

Um 17 Uhr vor der ehemaligen Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit in Berlin Lichtenberg. Zehntausende DDR-Bürger versammeln sich hier nach einem Aufruf des Neuen Forum und fordern lautstark "Stasi raus!" und "Wir wollen rein!". Einige Demonstranten schaffen es, ein meterhohes Tor an der Normannenstraße einzudrücken – die Menge stürmt den riesigen Komplex der Stasi. mehr

Montagsradio, Ausgabe Nr. 32, Der Sturm auf die Stasi-Zentrale

Carlo Jordan über den 15. Januar 1990 in Berlin

Montagsradio, Ausgabe Nr. 32

Carlo Jordan, Bürgerrechtler, Umweltaktivist und Mitbegründer der Grünen Partei in der DDR, erinnert sich an den 15. Januar 1990. Am Vormittag hatte er am Runden Tisch Modrows Bericht über die Auflösung der Staatssicherheit zur Kenntnis genommen. Am Abend sah er in Lichtenberg, wie zehntausende Menschen das Hauptquartier des Geheimdienstes in Besitz nahmen. Trotz kleinerer Verwüstungen - auch an diesem Tag blieb die Revolution friedlich. mehr

Revolution Reloaded

Im Januar 1990 gewann die Friedliche Revolution im Protest gegen restaurative Tendenzen neue Kraft

Bundesarchiv 183-1990-0116-014 © Thomas Uhlemann

In der Rückschau scheint es manchmal, als sei die Friedliche Revolution Ende 1989 an ihr Ziel gelangt. Die Mauer war gefallen, der Führungsanspruch der SED aus der Verfassung gestrichen, der Weg zur Wiedervereinigung eingeschlagen. Doch während Bürgerrechtler und friedliche Demonstranten die MfS-Verwaltungen in den Bezirken besetzten, arbeitete die Regierung Modrow daran, ihre Macht zu festigen und ihren Geheimdienst in die neue Zeit zu retten. Erst eine neuerliche Welle revolutionären Massenprotestes machte diesen Bemühungen Anfang 1990 ein Ende. mehr

Die unsichtbare Front

Die Stasi von Gera will die "hasserfüllten Machenschaften" der Revolution entlarven

Begehung der Waffenkammern der MfS Gera

Am 9. Dezember 1989 richtet das Bezirksamt für nationale Sicherheit (BAfNS ), die ehemalige Bezirksverwaltung der Staatssicherheit, in Gera ein Schreiben an die staatlichen Instanzen und Nachrichtenorgane der DDR. In ihm ruft es zum gemeinsamen Handeln der nichtzivilen Organe und zur "Paralysierung" der Feinde auf. mehr

Spontan oder inszeniert?

Die Besetzung lokaler Stasi-Dienststellen

Spontan oder inszeniert?

Am 4. und 5. Dezember werden nahezu zeitgleich die militärisch gesicherten Stasi-Zentralen in Kreisen und Bezirken durch Demonstranten besetzt. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Staatssicherheit bereits landesweit mit der Vernichtung des Aktenbestandes begonnen. mehr

Der Bock als Gärtner

Wie die SED ihr Sicherheitsministerium in die neue Zeit zu retten suchte

Der Bock als Gärtner

Zwei Wochen nach dem Mauerfall – so scheint es im Rückblick – befindet sich die DDR auf dem besten Weg in Richtung Demokratie. Doch noch ist die Vorherrschaft der SED nicht gebrochen. Kleinere Reformen und kosmetische Korrekturen sollen der Staatspartei Zeit und Bewegungsspielraum verschaffen. Das MfS wird in Amt für Nationale Sicherheit (AfNS) umbenannt. Sein Chef wird Generalleutnant Wolfgang Schwanitz, ein langjähriger Vertrauter Erich Mielkes. mehr

Wie die Stasi versuchte, die Friedliche Revolution zu verhindern

... und daran scheiterte

Christian Halbrock

Jahrzehntelang war die Stasi erfolgreich im Einsatz gegen "Konterrevolutionäre". Im Herbst 1989 hatte sie jedoch gegen die "feindlich negativen Kräfte", wie Oppositionelle im Jargon der Staatssicherheit hießen, keine Chance. Im Gespräch mit dem Historiker Christian Halbrock gehen wir der Frage nach, wie die Stasi auf die Revolution reagierte und wie das System der Angst überwunden wurde. mehr

Highlights

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"Wir waren auf jeden Fall ...mehr

Dossier

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