TV-Vorschau vom 3. Oktober bis 9. Oktober 2010

Die Einheit im Fernsehen

Fernseher

TV-Vorschau vom 3. bis zum 9. Oktober 2010

Am Sonntag und Montag werden sowohl in den Themennächten auf NDR ("Meine DDR") und auf dem ZDF ("XXL: Die lange Nacht der Deutschen Einheit") als auch tagsüber zahlreiche Dokumentationen zum Mauerfall und zur deutsch-deutschen Geschichte gesendet. Ein Highlight diese Woche ist die TV-Premiere des Spielfilms "Das Leben der Anderen" am Sonntag um 21.45 Uhr im Ersten.

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Sonntag, 03. Oktober 2010

 

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So, 03.10.10, 00.20 Uhr, NDR

Titel: Schabowskis Zettel – Die Nacht als die Mauer fiel

Form: Doku

Länge: 75 Minuten

 

24 Stunden, die die Welt veränderten: Am 9. November 1989 verlas Günter Schabowski, Mitglied und Sprecher des Politbüros des Zentralkomitees der SED, auf einer live im DDR-Fernsehen übertragenen Pressekonferenz die neue Reiseregelung der DDR.

Sie war von hohen Offizieren des Innenministeriums und der Staatssicherheit erarbeitet worden.

Entgegen den Vorgaben der politischen Führung hatten die Verfasser die Möglichkeit einer unbürokratischen Aus- und Wiedereinreise in das Papier geschrieben. Dennoch passierte die Reiseregelung unbeanstandet das Zentralkomitee. Egon Krenz persönlich drückte Günter Schabowski den Zettel für die Pressekonferenz in die Hand. Schabowski nahm ihn unbesehen zu seinen Unterlagen und las ihn wörtlich vor: Künftig könnten Privatreisen ins Ausland ohne Vorliegen von Voraussetzungen beantragt werden, die Genehmigungen würden kurzfristig erteilt. Auch Visa zur ständigen Ausreise wären unverzüglich zu erteilen. Auf Nachfragen verkündete Schabowski, diese Regelung trete sofort in Kraft – ursprünglich war die Bekanntgabe der neuen Reiseregelung allerdings erst für den nächsten Tag geplant gewesen. Nach Schabowskis Pressekonferenz überschlugen sich die Ereignisse: Viele dachten, die Mauer sei schon gefallen, sie machten sich auf zur Grenze. Der Irrtum der Menschen brachte die Mauer schließlich wirklich zum Einsturz.

 

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So, 03.10.10, 1 Uhr, Phoenix

Titel: Flucht in die Freiheit – Mit allen Mitteln

Form: Doku

Länge: 45 Minuten

 

Über 28 Jahre lang war die Mauer das Symbol der deutschen Teilung. Sie kostete Hunderte von Fluchtwilligen das Leben. Was brachte die Menschen dazu, alles aufs Spiel setzten, ihre Freunde und Heimat über Nacht zu verlassen? Wie planten sie ihre Fluchten? Wie gelang es ihnen, die tödlichen Sperranlagen zu überwinden? Was wusste die DDR-Staatssicherheit?

 

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So, 03.10.10, 1 Uhr, MDR

Titel: Von wegen Banane – Die Ostdeutschen und die Freiheit

Form: Doku

Länge: 30 Minuten

 

Als seine Eltern in den Westen gingen, blieb er in der DDR. "Ich wollte Staatsfeind werden", erzählt Wolfgang Rüddenklau, Wehrdienstverweigerer und Sohn eines evangelischen Pfarrers. Er machte in der Tat Karriere als "Staatsfeind" und gehörte in der DDR zu den Mitbegründern der Opposition an der Berliner Zionskirche. Als im Herbst 1989 die Mauer fiel, wollten er und seine Freunde vor allem eines: Eine freie DDR! Die rasche Wiedervereinigung war nicht ihr Ziel.

 

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So, 03.10.10, 01.35 Uhr, NDR

Titel: Meine DDR – Träume und Illusionen

Form: Doku

Länge: 45 Minuten

 

Gerade einmal zwölf Jahre lang existiert die DDR, als sie sich 1961 gegen den Westen vollständig abriegelt. Bis dahin sind knapp drei Millionen Menschen aus ihrem Machtgebiet geflohen.

Trotzdem meinen einige Ostbürger bis heute, dass die Zeit zwischen 1949 und 1961 die beste in der DDR gewesen sei. Denn man habe versucht, etwas Neues aufzubauen, ein Land, das sich vor allem energisch gegen die Verbrechen Nazideutschlands aufgestellt habe.

Diesem Enthusiasmus der Gründerjahre steht der rücksichtslose Kampf gegen Regimekritiker und Feinden gegenüber. Die Zwangsverstaatlichung von Betrieben und Bauernhöfen beraubt Tausende Menschen ihres Besitzes. 1953 wird der Volksaufstand vom 17. Juni gegen ungerechte Arbeitsnormen brutal niedergeschlagen. Todesurteile werden auf Geheiß hoher Politiker gefällt, und die Freiheit der DDR-Bewohner wird durch den Aufbau eines gnadenlosen Spitzelapparates konsequent eingeschränkt.

 

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So, 03.10.10, 01.45 Uhr, Phoenix

Titel: Der schönste Irrtum der Geschichte – Wie die Berliner Mauer wirklich fiel

Form: Doku

Länge: 45 Minuten

 

"Sofort" und "unverzüglich" waren die Zauberworte: ZK-Sprecher Günter Schabowski verkündete am 9. November 1989 kurz vor 19 Uhr die Öffnung der DDR-Grenzen nach Westen. Keine zwei Stunden später durften die ersten DDR-Bürger an der Waltersdorfer Chaussee tatsächlich einfach so "rüber", um 23.30 Uhr wurden zuerst an der Bornholmer Straße alle Kontrollen völlig eingestellt. Die Dokumentation zeichnet die entscheidenden Stunden der Nacht vom 9. auf den 10. November 1989 nach.

 

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So, 03.10.10, 02.20 Uhr, NDR

Titel: Meine DDR – Im Schatten der Mauer

Form: Doku

Länge: 45 Minuten

 

Nachdem am 13. August 1961 Ostberlin abgeriegelt und die Mauer gebaut wird, haben viele DDR-Bürger die Hoffnung, dass es nun mit dem Aufbau in ihrem Land vorangeht.

Die 1960er Jahre in der DDR gelten als Jahrzehnt der politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Konsolidierung. Die Zwangskollektivierung der Landwirtschaft wird abgeschlossen, Industriekombinate entstehen, die Jugendweihe verdrängt die Konfirmation. Auch international gewinnt die DDR an Prestige. Bei den Olympischen Spielen 1964 in Tokio erringen DDR-Sportler 23 Medaillen. Mit der Stimmung "Es geht voran" wächst auch die Hoffnung auf Reformen. Sie stirbt jäh, als sich Truppen der NVA an der Niederschlagung des Prager Frühlings beteiligen und in der DDR Repression und willkürliche Staatsgewalt zunehmen.

 

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So, 03.10.10, 02.30 Uhr, Phoenix

Titel: Geheimnisvolle Orte – Die Stasi-Zentrale

Form: Doku

Länge: 45 Minuten

 

Nichts war in der DDR so geheim wie die Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit in Berlin-Lichtenberg. Auf fast zwei Quadratkilometern residierte hier bis 1990 die gefürchtete Geheimpolizei der DDR, die Stasi. Knapp 10.000 MfS-Mitarbeiter hatten hier ihren Arbeitsplatz. Von hier aus schickten sie ihre "Kundschafter" ins "Operationsgebiet", von hier aus wurde das Netz Inoffizieller Mitarbeiter gesteuert, die Opposition überwacht, Verhaftungen angeordnet und "Sicherungseinsätze" durchgeführt. Die Stasi-Zentrale zerschnitt ein historisch gewachsenes Wohngebiet und fraß sich immer tiefer in den Lichtenberger Kiez.

 

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So, 03.10.10, 03.05 Uhr, NDR

Titel: Meine DDR - Der schöne Schein der Diktatur

Form: Doku

Länge: 45 Minuten

 

In den Jahren nach dem Machtantritt von Erich Honecker 1971 verbessert sich der Lebensstandard der DDR-Bevölkerung, auch wenn er weiterhin niedrig bleibt.

Die neue Führung kurbelt den Wohnungsbau an, das Gesundheitswesen wird ausgebaut, Renten und Löhne erhöht. Während die Bundesrepublik 1973 unter der Ölkrise und der folgenden Rezession leidet, verweist die DDR-Führung auf wirtschaftlichen Fortschritt und Vollbeschäftigung. Nach außen präsentiert sie sich als glanzvolles Mitglied der sozialistischen Staatengemeinschaft. Immer mehr Staaten knüpfen mit der DDR diplomatische Beziehungen, 1973 wird sie – gemeinsam mit der Bundesrepublik – in die UNO aufgenommen und tritt zahlreichen internationalen Organisationen bei. Die Weltfestspiele der Jugend 1973 in Ostberlin oder der Weltraumflug des Kosmonauten Sigmund Jähn, dem ersten Deutschen im All, spiegeln das neue Selbstbewusstsein der DDR wider. Doch auch wenn die erste Etappe der "Ära Honecker" bis 1976 für eine Stabilisierung des Systems steht, tritt ab 1976 die Krisenhaftigkeit erneut in den Vordergrund. Die Ausbürgerung Wolf Biermanns signalisiert das Ende der liberaleren Kulturpolitik seit Anfang der 1970er Jahre und zeigt deutlich, dass es in der DDR keine geistige Freiheit geben kann.

 

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So, 03.10.10, 03.15 Uhr, Phoenix

Titel: Störmanöver – Deutsche Einheit – Die Spiegel-Affäre Ost

Form: Doku

Länge: 45 Minuten

 

Vor 30 Jahren veröffentlichte der "Spiegel" das Manifest des "Bundes deutscher Kommunisten", einer geheimnisvollen Oppositionsfraktion innerhalb des DDR-Machtapparates. Das Manifest ist eine wütende Abrechnung mit der Politik des SED-Politbüros und dem "real existierenden Sozialismus". Der Film begibt sich auf Spurensuche nach den Hintergründen jenes geheimnisvollen Bundes. Das Manifest fordert u. a. auch vollkommen "unzeitgemäß" eine deutsche Einheit. Der SED-Führungszirkel und seine Sicherheitsorgane waren in höchstem Maße alarmiert: Wer steckte hinter diesem "unerhörten Akt des Verrats"?

 

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So, 03.10.10, 03.50 Uhr, NDR

Titel: Meine DDR – Tanz auf dem Vulkan

Form: Doku

Länge: 45 Minuten

 

In den späten 1980er Jahren erstarrt das DDR-Regime zunehmend, der Niedergang ist nicht mehr aufzuhalten. Seit März 1986 steht Michail Gorbatschow an der Spitze der Sowjetunion.

Mit seiner Politik von Perestroika und Glasnost leitet er grundlegende Reformen ein. Doch die SED-Führung ignoriert den Wandel im Bruderstaat und hält starr am stalinistischen Motto "Die Partei hat immer recht" fest. In gleicher Weise wächst der Unmut breiter Schichten: Immer mehr Bürger beantragen ihre Ausreise, 1988 tauchen auf der Demonstration zum Gedenken an Rosa Luxemburg auch nicht offizielle Plakate mit ihrem Zitat "Freiheit ist immer Freiheit des Andersdenkenden" auf. Immer an der Grenze zwischen Legalität und Illegalität wächst in der DDR eine Bürgerrechts-, Friedens- und Umweltbewegung . Nach den Kommunalwahlen im Mai 1989 – Ostberlin verkündet 98,85 Prozent Zustimmung – kommt es zu Demonstrationen gegen den Wahlbetrug, Regimekritiker stellen Strafanzeigen wegen Wahlfälschung, die Kirchen fordern Reformen.

Das Land kommt nicht mehr zu Ruhe. Die Friedliche Revolution ist nicht mehr aufzuhalten.

 

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So, 03.10.10, 04.35 Uhr, NDR

Titel: Erich Honecker – Ein deutscher Politiker

Form: Portrait

Länge: 60 Minuten

 

18 Jahre stand er an der Spitze der DDR und gab dem "Sozialismus auf deutschem Boden" wie kein anderer ein Gesicht: Erich Honecker. Geboren 1912 im saarländischen Neuenkirchen, gestorben 1994 im chilenischen Exil.

Der gelernte Dachdecker verkörpert den klassischen Karrierekommunisten und Apparatschik. Als langjähriger Generalsekretär des SED-Zentralkomitees und Staatsratsvorsitzender der DDR sowie Vorsitzender des Nationalen Verteidigungsrates verfügte er seit 1971 als Nachfolger von Walter Ulbricht über diktatorische Vollmachten und prägte so nachhaltig die beiden letzten Jahrzehnte im Arbeiter- und Bauernstaat.

Zusammengestellt worden ist dieses Honecker-Porträt aus umfangreichem Archivmaterial der ARD-Sender und aus der ehemaligen DDR sowie Interviews mit zahlreichen Zeitzeugen aus Ost- und Westdeutschland, die mit Honecker in unterschiedlichen Rollen zu tun hatten.

 

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So, 03.10.10, 05.30 Uhr, DW-TV, 14:45 Uhr, und Mo, 04.10.10, 1 Uhr, Phoenix, 11.30 Uhr, DW-TV, sowie Fr, 08.10.10, 19.30 Uhr, BR-alpha,

Titel: Damals in der DDR – Das letzte Jahr: Vereint für immer

Form: Doku

Länge: 30 Minuten

 

"Wir sind ein Volk!" fordern schon im Frühjahr 1990 die Demonstranten auf zahlreichen Montagsdemos. Der Zug in Richtung Wiedervereinigung nimmt nach der Wahl immer schnellere Fahrt auf. Politisch werden die wichtigsten Weichen gestellt. Am 31. August wird der Einigungsvertrag unterzeichnet. Mit weit reichenden Folgen für die Deutschen in Ost und West. Aufbauhelfer kommen zu Tausenden aus dem Westen. Schließlich wird zu einem großen Teil das Prinzip Bundesrepublik den neuen Ländern übergestülpt. Viele gelernte DDR-Bürger fühlen ein Unbehagen. Sie sind unsicher und hilflos. Der Rausch von Freiheit und D-Mark verfliegt. Immer offensichtlicher wird, dass die deutsche Teilung Spuren hinterlassen hat. "Ossi" und "Wessi" werden zu Schimpfwörtern.

 

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So, 03.10.10, 06.45 Uhr, Phoenix

Titel: Moskau, Mythen, Mauerfall – Wie der Kreml mit der deutschen Einheit rang

Form: Doku

Länge: 45 Minuten

 

Die Dokumentation beschreibt die Rolle der sowjetischen Führung am Zustandekommen der Wiedervereinigung, zeigt das Ringen und die atemberaubenden Positionswechsel des Kreml.

Der Russland-Experte Ignaz Lozo sprach in Georgien, Russland und Deutschland mit Entscheidungsträgern und Zeitzeugen, wie z.B. Michail Gorbatschow, Eduard Schewardnadse, dem damaligen Bonner Kanzleramtschef Horst Teltschik und dem damaligen deutschen Finanzminister Theo Waigel, sowie mit ehemaligen DDR-Oppositionellen.

 

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So, 03.10.10, 9 Uhr, Phoenix

Titel: Mutig gegen Marx und Mielke – Die Christen und das Ende der DDR

Form: Doku

Länge: 45 Minuten

 

Christen standen mit an der Spitze der DDR-Opposition. In vier Lebensgeschichten erzählt der Film, was es bedeutet hat, als religiöser Mensch im totalitären SED-Staat zu leben. Dass die DDR in ihrem 40. Jahr zusammenbrach, lag nicht nur an den Christen, aber dass die Revolution so frei von Gewalt blieb, ist vor allem der kirchlichen Friedensarbeit zu verdanken.

 

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So, 03.10.10, 9.35 Uhr, MDR

Titel: Drüben! – Vom Roten Osten und Goldenen Westen

Form: Doku

Länge: 45 Minuten

 

"Wir gegen die Zone in Hamburg! Da wird sich zeigen, wer die richtigen Deutschen sind. Sepp Maier können wir Handschellen anlegen und Beckenbauer die Augen verbinden – Ihr verliert, weil Ihr kommunistische Roboter seid!" Eine Woche vor dem historischen deutsch-deutschen Fußballmatch 1974 spricht "Ekel Alfred" ("Ein Herz und eine Seele") Klartext mit seinem Ost-Besuch und damit gleichzeitig vielen Bundesbürgern aus dem Herzen.

Die Wahrnehmung der jeweils anderen Deutschen auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs ist 1974, nach Jahren der Teilung, längst von mehr oder weniger tief sitzenden Vorurteilen geprägt. Man hört sie, laut oder leise, auf der Straße oder im privaten Kreis: Westdeutsche sind Ellenbogenmenschen, Ostdeutsche Opportunisten.

Festgefahrene Bilder, die abzuschütteln, manchem bis heute nicht recht gelingen will …

Wie kam es zu diesem Bild vom jeweils anderen Deutschland? Welche Ereignisse in der deutsch-deutschen Geschichte prägten diese Sichtweisen? Welche Rolle spielten die Medien? Welche die persönlichen Kontakte? Und wie hat sich das "Drüben"-Bild im Laufe der Teilung verändert? Die Dokumentation geht diesen Fragen nach. Im Mittelpunkt des Filmes: die persönlichen deutsch-deutschen Begegnungen. Klassenfahrten, Rentnerreisen, Sportlertreffen, Transitstreckenerlebnisse.

 

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So, 03.10.10, 10.15 Uhr, hr-fernsehen

Titel: Das Sonntagsgespräch – Meinhard Schmidt-Degenhard im Gespräch mit Joachim Gauck

Form: Gespräch

Länge: 30 Minuten

 

Eigentlich wollte er gern Bundespräsident werden – aber auch wenn es damit nicht geklappt hat, so ist Joachim Gauck dennoch für viele zum "Präsidenten der Herzen" geworden. Der DDR-Bürgerrechtler gilt als Kronzeuge der jüngsten deutschen Geschichte. Seine Biografie zeigt, dass sehr wohl zusammenwachsen kann, was zusammen gehört. Inzwischen ist es zwanzig Jahre her, dass der deutsch-deutsche Einigungsvertrag unterschrieben wurde. An diesem Sonntag, dem 20. Jahrestag der deutschen Einheit, ist Joachim Gauck zu Gast im "Sonntagsgespräch". Wie schaut die Bilanz nach zwei Jahrzehnten Wiedervereinigung aus? Welche Aufgaben sind gemeistert, und was steht noch aus? Wie steht es um dieses Land, wenn sich auch heute noch fast zwei Drittel der Ostdeutschen, vor allem ältere, als Bürger zweiter Klasse fühlen? Über diese, aber auch über aktuelle politische Debatten unterhält sich Meinhard Schmidt-Degenhard mit Joachim Gauck.

 

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So, 03.10.10, 12 Uhr, Das Erste

Titel: Festakt zum Tag der Deutschen Einheit

Form: Übertragung

Länge: 60 Minuten

 

Übertragung aus der Bremen Arena

20 Jahre Deutsche Einheit – Das Fest zum runden Geburtstag mit politischer Prominenz aus dem In- und Ausland findet in diesem Jahr in Bremen statt. Das kleinste Bundesland hat den Vorsitz in der Länderkammer und richtet deshalb sowohl den offiziellen Festakt als auch ein großes Bürgerfest zum Tag der Deutschen Einheit aus. In der Arena Bremen werden unter anderen der Bundespräsident, der Bundesratspräsident und die Bundeskanzlerin erwartet. Das Rahmenprogramm gestalten die Bremer Philharmoniker unter der Leitung des Generalmusikdirektors Markus Poschner.

 

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So, 03.10.10, 13.52 Uhr, MDR

Titel: Die Erben der Kombinate – Vom Überlebenskampf der Ostbetriebe

Form: Doku

Länge: 31 Minuten

 

Die Auflösung der Kombinate und der anderen Großbetriebe der DDR prägte die 1990er Jahre. Lange waren die ehemaligen Standorte alles andere als blühende Landschaften. Wenn es um Aufschwung Ost ging, standen meist nur Leuchttürme wie Jena oder Dresden im Mittelpunkt. Mittlerweile hat sich das Blatt entscheidend gewendet. Wirtschaftswissenschaftler sprechen für die letzten Jahre von einer "Re-Industrialisierung" des Ostens. Viele der alten Industriestandorte erleben eine Renaissance.

 

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So, 03.10.10, 14 Uhr, sowie Mo, 04.10.10, 00.15 Uhr, Phoenix

Titel: Der Beitritt – Die letzte Regierung der DDR

Form: Doku

Länge: 45 Minuten

 

Die Dokumentation schildert einen der spannendsten Abschnitte der jüngeren deutschen Zeitgeschichte aus der Sicht der damals politisch Verantwortlichen und Akteure. Knapp 200 Tage regiert das einzige demokratisch legitimierte Kabinett der DDR unter Lothar de Maizière – bis zum 2. Oktober 1990. Es ist eine Zeit ungeheurer Dynamik, die eine Arbeit unter stetigem Zeitdruck und sich ständig verändernden Bedingungen erfordert.

 

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So, 03.10.10, 14.05 Uhr, ZDFneo

Titel: Go, Gobbi, go!

Form: Reportage

Länge: 30 min

 

Wie eine Narbe zieht sich der ehemalige Grenzstreifen durch die Bundesrepublik.

1393 Kilometer – grob gesagt von Travemünde bis nach Hof. Eine Strecke, auf der fast vierzig Jahre lang jegliches Zusammenleben zwischen Menschen der DDR und der alten Bundesrepublik verhindert wurde.

 

Praktisch über Nacht wurden damals ganze Regionen, Dörfer, und sogar Familien durch Minen, Stolperdrähte und Selbstschussanlagen getrennt. Seit nunmehr zwanzig Jahren heilt die Deutsch-Deutsche Narbe – allerdings nicht ohne Komplikationen. Die Dokumentation begibt sich auf eine Reise entlang der ehemaligen Demarkationslinie. Das Reisevehikel ist genauso einzigartig, wie passend: das Film-Team fährt mit einem "Gobi" – einem Deutsch-Deutschen Gefährt – vorne Golf, hinten Trabbi. Hier wurde von Technikern zusammengeschraubt, was zusammen gehört. Doch wie ist das mit den Menschen? Der Film erzählt Geschichten und Geschichtchen - von getrennten und vereinten Welten, damals und heute.

 

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So, 03.10.10, 14.35 Uhr, sowie 01.10 Uhr, ZDFneo

Titel: Das Wunder von Berlin

Form: Fernsehfilm, Deutschland, 2008

Länge: 105 min

 

Das Drama einer DDR-Familie in den letzten 18 Monaten vor dem Fall der Mauer, emotional erzählt nach einer wahren Geschichte. Die Wandlung eines jungen Punkers zum linientreuen Soldaten der Nationalen Volksarmee bildet den Rahmen für diesen Fernsehfilm über sechs Menschen und sechs unterschiedliche Vorstellungen von Freiheit und Glück.

 

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So, 03.10.10, 18.15 Uhr, Phoenix, 20.15 Uhr, sowie Mo, 04.10.10, 01.25 Uhr, EinsExtra

Titel: Von wegen Banane – Die Ostdeutschen und die Freiheit

Form: Doku

Länge: 30 Minuten

 

Als seine Eltern in den Westen gingen, blieb er in der DDR. "Ich wollte Staatsfeind werden", erzählt Wolfgang Rüddenklau, Sohn eines evangelischen Pfarrers und Wehrdienstverweigerer. Er machte in der Tat Karriere als "Staatsfeind" und gehörte in der DDR zu den Mitbegründern der Opposition. Als im Herbst 1989 die Mauer fiel, wollten er und seine Freunde vor allem eines: eine freie DDR – die rasche Wiedervereinigung war nicht ihr Ziel.

 

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So, 03.10.10, 20.10 Uhr, KiKa

Titel: Willis VIPs – Wer war das Volk?

Form: Reportage

Länge: 25 Minuten

 

Für die meisten Menschen sind VIPs diejenigen, die man aus Zeitschriften oder dem Fernsehen kennt, weil sie zum Beispiel Popstar oder Schauspieler sind. Vor 16 Jahren wurden ganz normale Menschen zu Helden, weil sie gemeinsam etwas Unglaubliches schafften: Eine friedliche Revolution, die aus zwei deutschen Ländern ein einziges Deutschland machte. Willi ist an einem der Orte, an dem die Protest-Bewegung ihren Anfang nahm, in Leipzig. "Wir sind das Volk!" riefen im Herbst 1989 immer mehr Bürgerinnen und Bürger der DDR (Deutschen Demokratischen Republik) und machten damit ihren Politikern klar, dass sie verspielt hatten. Wichtige Ausgangspunkte waren die Friedensgebete in der Leipziger Nikolaikirche, die Pfarrer Christian Führer ins Leben gerufen hatte. Jeden Montag Abend trafen sich zunächst hunderte und schließlich zehntausende Menschen, um protestierend durch die Straßen Leipzigs zu ziehen. Ihr Ziel: Freiheit.

 

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So, 03.10.10, 20.45 Uhr, sowie Mo, 04.10.10, 01.55 Uhr, EinsExtra

Titel: 7. Oktober 1989 – Aus der Reihe "Chronik der Wende"

Form: Doku

Länge: 15 Minuten

 

Die preisgekrönte Dokumentationsreihe dokumentiert die friedliche Revolution in der DDR vor genau 20 Jahren. Es kommen die Menschen zu Wort, die mit ihrem Eintreten für Freiheit und Bürgerrechte die DDR zum Einsturz brachten.

7. Oktober '89:

* 40. Jahrestag der DDR, überall sind Polizei und zivile Sicherheitskräfte. In Ost-Berlin sind die Grenzübergänge geschlossen, aus allen Richtungen rollen bewaffnete Kräfte und schweres Kriegsgerät in die Stadt.

* 10.00 Uhr Beginn der Militärparade vor der Tribüne des Politbüros.

* An der Berliner Gethsemanekirche wird die Mahnwache für die politischen Gefangenen fortgesetzt.

* Im Staatsratsgebäude empfängt Erich Honecker den rumänischen Parteichef Nicolae Ceausescu.

* Am Nachmittag gibt es erste Proteste auf dem Alexanderplatz. Etwa zur gleichen Zeit trifft Erich Honecker Michail Gorbatschow im Schloß Niederschönhausen.

* Am frühen Abend bewegt sich eine Protestdemonstration vom Alex zum Palast der Republik. Die Menge ruft " Gorbi, Gorbi!" Die Polizei greift ein und drängt die Demonstranten in Richtung Friedrichshain ab.

* Im Palast der Republik feiert die SED mit ihren Gästen den Jahrestag. Etwa zur gleichen Zeit gründet in Schwante eine Gruppe von 43 Oppositionellen um Markus Meckel, Ibrahim Böhme und andere die SDP der DDR.

* Gegen Abend kommt es, obgleich die Demonstranten rufen: "Keine Gewalt!", zu massiven Gewaltanwendungen und Misshandlungen durch die Sicherheitskräfte im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg. In dieser Nacht werden in Berlin 1047 Demonstranten verhaftet.

* Auch in anderen Städten der DDR, so in Dresden, Leipzig, Jena, geht die Polizei mit äußerster Härte gegen die Demonstranten vor.

 

Die TV-Dokumentation "Chronik der Wende" wird von einem umfangreichen Internetauftritt begleitet (www.chronik-der-wende.de).

 

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So, 03.10.10, 21.02 Uhr, sowie Mo, 04.10.10, 02.15 Uhr, EinsExtra

Titel: 8. Oktober 1989 - Aus der Reihe "Chronik der Wende"

Form: Doku

Länge: 13 Minuten

 

Die preisgekrönte Dokumentationsreihe dokumentiert die friedliche Revolution in der DDR vor genau 20 Jahren. Es kommen die Menschen zu Wort, die mit ihrem Eintreten für Freiheit und Bürgerrechte die DDR zum Einsturz brachten.

8. Oktober '89:

* In der ostberliner Gethsemanekirche wird die Mahnwache für die Freilassung der zu Unrecht Inhaftierten fortgesetzt. In den Gemeinderäumen findet eine Pressekonferenz statt.

* Bundespräsident Richard von Weizsäcker besucht ein Notaufnahmelager in Ahrweiler.

* Das Weltmeisterschaftsqualifikationsspiel im Fußball DDR-UdSSR endet in Karl-Marx-Stadt mit einem 2:1 Sieg der DDR.

* Dresden: 5000 Menschen strömen auf den

Theaterplatz.

* Am Abend findet in der Prager Straße, ebenfalls in Dresden, eine große Demonstration statt. Die Situation spitzt sich zu, als die Polizei beginnt, die protestierenden Menschen einzukesseln.

* Aus dem Kessel heraus gelingt es Kirchenvertretern, Kontakt mit der Polizeiführung aufzunehmen. Ihnen gelingt es, einen Dialog mit Vertretern der Stadt für den nächsten Tag zu vereinbaren. Vertreter der Eingekesselten bilden die "Gruppe der 20". Ein großer Zwischenerfolg.

 Die Demonstration in Ost-Berlin hingegen wird unter massiver Gewaltanwendung aufgelöst. Sicherheitskräfte verhaften viele Demonstranten. Es kommt zu Übergriffen und Misshandlungen.

 

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So, 03.10.10, 21.45 Uhr, Das Erste

Titel: Das Leben der Anderen

Form: Spielfilm

Länge: 130 Minuten

 

Regie: Florian Henckel von Donnersmarck

 

Ost-Berlin, November 1984. Fünf Jahre vor seinem Ende sichert der DDR-Staat seinen Machtanspruch mit einem erbarmungslosen System aus Kontrolle und Überwachung. Als Oberstleutnant Anton Grubitz den linientreuen Stasi-Hauptmann Gerd Wiesler auf den erfolgreichen Dramatiker Georg Dreymann und seine Lebensgefährtin, den Theaterstar Christa-Maria Sieland, ansetzt, verspricht er sich davon einen Karriereschub. Womit er nicht gerechnet hat: Das intime Eintauchen in „Das Leben der Anderen" – in Liebe, Literatur, freies Denken und Reden – macht Wiesler die Armseligkeit seines eigenen Daseins bewusst und eröffnet ihm eine nie gekannte Welt, der er sich immer weniger entziehen kann. Doch das System ist nicht mehr zu stoppen – ein gefährliches Spiel beginnt, das die bisherige Liebe zwischen Dreyman und Christa Maria Sieland in den Abgrund reißt und Wieslers bisherige Existenz vernichtet. Bis die Mauer fällt, haben alle einen hohen Preis gezahlt. Danach beginnt eine andere Welt.

 

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So, 03.10.10, 23.15 Uhr, ZDFinfokanal

Titel: Deutschland, eilig Vaterland – Wie die Einheit glückte

Form: Dokumentation

Länge: 60 min

 

Nach zwanzig Jahren erscheint die Deutsche Einheit am 3. Oktober 1990 wie eine zwangsläufige Folge des Mauerfalls nur elf Monate zuvor, wie ein politischer Durchmarsch ohne nennenswerte Gefahren und Hindernisse.

Doch begann schon in der Nacht der großen Euphorie, jenes historischen

9. November '89, hinter den Kulissen der Mächte das Bangen um den Frieden. Konnte allein schon der Mauerfall zu einer Eskalation führen, war spätestens mit diesem Ereignis die gesamte europäische Sicherheitsarchitektur der einst bipolaren Welt eingerissen – mit keineswegs in jeder Hinsicht absehbaren Folgen. Wie konnte ein deutscher Einigungsprozess aussehen, ohne dass er die internationale Annäherung und Entspannung gefährdete?

Durch welche Verknüpfung begünstigender Umstände die Einigung dann dennoch binnen weniger Monate gelang, darüber berichten in der ZDF-Dokumentation einige der wichtigsten Entscheidungsträger jener spannenden Tage: die ehemaligen Präsidenten George W. Bush und Michail Gorbatschow, die Außenminister der vier Alliierten James Baker, Eduard Schewardnadse, Roland Dumas, Douglas Hurd, der letzte Ministerpräsident der DDR, Lothar de Maizière, Kanzlerberater Horst Teltschik oder die damalige Sowjetexpertin der US-Regierung Condoleeza Rice, die im Interview zu folgendem Schluss kommt: "Das Fenster zur deutschen Einheit stand nur für eine kurze Zeit offen." Offenbar gab es keine Alternative zu "Deutschland, eilig Vaterland."

 

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Sonntag, 03.10.2010, 23.30 Uhr, ZDF, Fr, 08.10.10, 17.45 Uhr, 3SAT

Titel: ZDF-History – Der Fall Rohwedder

Form: Doku

Länge: 50 min

 

Ostermontag, 01. April 1991: Detlev Karsten Rohwedder wird im Arbeitszimmer seines Düsseldorfer Wohnhauses erschossen, aus einem gegenüberliegenden Schrebergarten - aus einer Distanz von 63 Metern. Rohwedder war zum Zeitpunkt seines Todes Chef der größten Holding der Welt - der Treuhandgesellschaft in Berlin, deren Aufgabe darin bestand, die rund 8.000 DDR-Betriebe nach der Wende zu privatisieren.

 

Die Hintergründe der Tat liegen bis heute im Dunkeln. Die Mörder wurden bis heute nicht gefasst - nicht einmal die Namen der Täter sind bekannt. Vieles ist ungereimt an diesem Verbrechen: So war ausgerechnet das Arbeitszimmer des Treuhandchefs nicht mit schussfestem Glas gesichert worden. Klare Hinweise, die im Vorfeld des Anschlags auf ein bevorstehendes Attentat hätten aufmerksam machen können, wurden ignoriert. Noch kurz vor dem Attentat wurde die Sicherheitsstufe, in der sich Rohwedder zu diesem Zeitpunkt befand, sogar herabgesetzt. Und dann die Spurenlage: keine Fingerabdrücke, keine Reifenspuren, kein Fluchtfahrzeug. Es gibt so gut wie keine Anhaltspunkte, wer hinter der Tat stehen könnte.

 

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Montag, 04. Oktober 2010

 

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Mo, 04.10.2010, 01.45 Uhr, ZDF

Titel: ZDF-History: Der Todesstreifen – Anatomie einer Grenze

Form: Doku

Länge: 45 min

 

XXL: Die lange Nacht der Deutschen Einheit

Sie war die Frontlinie des Kalten Krieges: An der innerdeutschen Grenze standen sich Warschauer Pakt und NATO hochgerüstet gegenüber. Hätte eine dieser Mächte die Grenze in Frage gestellt oder gar überschritten, wäre der Kalte Krieg zu einem heißen Konflikt und Deutschland zum atomaren Schlachtfeld geworden. Die innerdeutsche Grenze als Trennlinie der Systeme, als Front zwischen den Machtblöcken – so hätte das DDR-Regime sie gerne vorrangig definiert. Doch die Grenze war mehr. Sie zerschnitt brutal ein Land, trennte Freunde und Familien. Und sie wurde nach dem Mauerbau in Berlin 1961 zu einem hermetischen Sperrriegel.

 

"ZDF-History" zeigt mit hochauflösenden Luftaufnahmen der ehemaligen innerdeutschen Grenze, welche Narben noch heute sichtbar sind. Zeitzeugen berichten, wie effizient das Grenzregime der DDR funktionierte, wie Menschen in ihrem Schatten lebten und zu Opfern oder Tätern wurden.

 

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Mo, 04.10.2010, 02.30 Uhr, ZDF

Titel: Flucht in die Freiheit – Mit allen Mitteln

Form: Doku

Länge: 45 min

 

XXL: Die lange Nacht der Deutschen Einheit

"Freiheit ist das Wertvollste, was der Mensch besitzt", sagt Peter Strelzyk aus Pößneck in Thüringen, "aber das merken nur solche Leute, die mal in Unfreiheit gewesen sind." Mit einem selbstgebauten Heißluftballon planten die Familien Strelzyk und Wetzel ihre Flucht nach Westen. Die Vorbereitungen dauerten Monate. Der erste Versuch misslang, der liegengebliebene Ballon wurde aufgefunden, die Stasi nahm Ermittlungen auf. Ein Wettlauf gegen die Zeit begann. Am 16. September 1979 wagten die beiden Familien einen zweiten Start – diesmal mit Erfolg.

 

Um in die Freiheit zu gelangen, riskierten Tausende DDR-Bürger ihr Leben. Nach jeder geglückten Flucht wurden weitere Schlupflöcher an den Grenzanlagen beseitigt. Der Ausbau der Mauer wurde bis ins Wahnhafte perfektioniert - in den 1970er Jahren ließ das SED-Regime Selbstschussanlagen installieren. 1980 plante Erich Honecker die "Mauer 2000": eine Hightech-Anlage mit Bewegungsmeldern und Laserdetektoren, die jeden Fluchtversuch vereiteln sollte.

 

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Mo, 04.10.2010, 03.15, ZDF

Titel: Wir von drüben – Horst und die Helden der Werft

Form: Doku

Länge: 45 min

 

XXL: Die lange Nacht der Deutschen Einheit

Nach der Spätschicht mussten sie bleiben, die Arbeiter der Rostocker Neptunwerf – ein Geheimauftrag. Irgendjemand hatte tonnenweise alte Eisenbahnschienen herangekarrt, daraus sollten sie Panzersperren schweißen. Volkspolizisten waren dabei, auch Männer von der Stasi. Niemand hatte den Arbeitern gesagt, warum sie sich die ganze Nacht in der Werfthalle um die Ohren schlagen mussten. Zwei Tage später erfuhren sie aus dem Radio, wofür ihr Sondereinsatz gut war. Die Panzersperren waren jetzt in Berlin, die Arbeiter aus Rostock hatten an der Mauer mitgebaut.

 

Berlin war weit weg, und in Rostock regten sich nur wenige darüber auf. "Jetzt können wir in Ruhe den Sozialismus aufbauen", dachte sich Egon Gossel, ein junger Kesselbauer und so wie er dachten viele. Die Schiffbauindustrie war der Stolz der DDR, die Schlosser, Schweißer und Kesselschmiede waren die Helden der Arbeit. "Werftarbeiter - wer ist mehr?" stand auf den Plakaten überall in der DDR, und aus dem ganzen Land strömten Arbeiter nach Rostock. Sie wollten helfen beim Aufbau und "Schiffe schmieden für den Frieden".

 

In der ZDF-Dokumentation "Wir von drüben - Horst und die Helden der Werft" erzählen ehemalige Werftarbeiter ihre eigene Lebensgeschichte. Die Erfahrungen der Zeitzeugen werden kontrastiert mit dem offiziellen Propagandabild der SED. Seltene und noch nie gezeigte Archivbilder, Interviews und Spielszenen sorgen für einen außergewöhnlichen Einblick hinter die Kulissen des DDR-Alltags.

 

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Mo, 04.10.2010, 04.05 Uhr, ZDF

Titel: War doch nicht alles schlecht? – Streitfall DDR

Form: Doku

Länge: 45 min

 

XXL: Die lange Nacht der Deutschen Einheit

Das historische Urteil über die DDR ist auch zwei Jahrzehnte nach ihrem Untergang noch immer offen. Luc Jochimsen, als Kandidatin der Linken für das Bundespräsidentenamt nominiert, erklärte kurz vor der Wahl: "Die DDR war ein Staat, der unverzeihliches Unrecht an seinen Bürgern begangen hat. Nach juristischer Definition war sie allerdings kein Unrechtsstaat". Jochimsens Statement löste vehementen Widerspruch aus und wirft ein Schlaglicht auf den schwelenden Streit um die Bewertung der DDR. Dabei geht es nicht nur um die Dimension des Unrechts sondern auch um Werte wie Gerechtigkeit oder Solidarität.

 

ZDF-History bringt zum Jubiläum der deutschen Einheit die Argumente beider Seiten auf den Prüfstand. War die Kinderbetreuung in der DDR tatsächlich besser als die der Bundesrepublik? Waren die Frauen emanzipierter, die Arbeitsplätze sicherer, das ganze Gemeinwesen gerechter? Oder sind die vorgebrachten Pluspunkte nur Symptome der Verklärung? Darf man Stasi-Opfer und Mauertote einfach ausblenden? Die Sendung lässt Ost- und Westdeutsche zu Wort kommen und versucht zu erklären, warum die Meinungen über die DDR offenbar weiter denn je auseinander liegen.

 

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Mo, 04.10.2010, 04.50 Uhr, ZDF

Titel: Liebe nach dem Mauerfall – Deutsch-deutsche Paare nach der Wende

Form: Reportage

Länge: 30 min

 

XXL: Die lange Nacht der Deutschen Einheit

Die "ZDF.reportage" begleitet deutsch-deutsche Paare, zeigt Lebens- und Liebeswege vor und nach dem Mauerfall.

 

Brigitte und Jürgen haben viel zu erzählen. "Wir haben uns ja schon in unserer Jugend kennen gelernt, das war 1962 und sind über 40 Jahre in Kontakt geblieben." Brigitte lebte damals in Ostberlin, Jürgen im Saarland. Immer wieder besuchte er Brigitte, doch eine ernsthafte Beziehung kam nicht in Frage. Die Mauer war zwischen ihnen, und so gründeten beide Familien und blieben immer mal wieder durch Anrufe und Briefe in Kontakt. Beide heirateten andere Partner, bekamen Kinder – er im Westen, sie im Osten. Und dann kam der Mauerfall

 

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Mo, 04.10.10, 20.15 Uhr, sowie Di, 05.10.10, 7 Uhr, EinsExtra

Titel: Sperrbezirk – Menschen im Stasigefängnis Hohenschönhausen

Form: Doku

Länge: 45 Minuten

 

Kaum ein Ort in der DDR war so geheim wie das Gefängnis des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in Berlin Hohenschönhausen. Auf keinem Stadtplan war es verzeichnet. Die Untersuchungshäftlinge, die dort einsaßen, wussten nicht, wo sie sich befanden; oft wussten sie nicht einmal, in welcher Stadt sie waren.

Die Geschichte dieses Ortes spiegelt den Kalten Krieg ebenso wider wie die deutsche Teilung. Sie beginnt 1946, als der sowjetische Geheimdienst eine ehemalige Großküche zum Untersuchungsgefängnis und Internierungslager für Nazi-Funktionäre umbauen lässt. 1951 wird es vom Ministerium für Staatssicherheit übernommen, dessen 91.000 hauptamtliche Mitarbeiter für die paranoide Kontrollsucht eines Staates stehen, der seine Bürger unter Generalverdacht stellte. Das MfS selbst entzieht sich jeder Kontrolle durch Parlament und Ministerrat. Der verantwortliche Minister Erich Mielke erhält seine Anweisungen direkt vom Zentralkomitee der Partei.

Nach dem Bau der Mauer im August 1961 landen im Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen vielfach jene Bürger, die mit dem neu geschaffenen Strafrechtstatbestand der 'Republikflucht' in Konflikt geraten; seit Ende der 1970er Jahre auch jene, die eine Reform des DDR-Sozialismus einfordern. Es bleibt ein finsterer Ort, auch wenn die DDR in ihrem Bemühen um internationale Anerkennung im Neubau von 1961 die Haftbedingungen verbessert und von körperlicher Gewaltanwendung absieht.

Nach dem Fall der Mauer öffnen sich 1990 die Tore eines der geheimsten Orte der deutschen Teilungsgeschichte. Der letzte Häftling in Hohenschönhausen ist Erich Mielke selbst. Heute ist das Untersuchungsgefängnis Hohenschönhausen Gedenkstätte und Museum. In der Sendung kommen Zeitzeugen beider Seiten zu Wort: ein Stasi-Vernehmer, für den das Untersuchungsgefängnis ein ganz normaler Arbeitsplatz war, und Häftlinge, die sich hier zu verantworten hatten.

 

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Mo, 04.10.10, 21 Uhr, Di, 05.10.10, 03.20 Uhr, Das Erste, Mi, 06.10.10, 20.15 Uhr, sowie Do, 07.10.10, 08.15 Uhr, EinsExtra

Titel: Damals nach der DDR – Einheitsfrust und Einheitslust

Länge: 45 Minuten

 

Die DDR ist seit vier Jahren Geschichte, aber die juristische Aufarbeitung der Vergangenheit beginnt gerade erst. Die Prozesse gegen Staatsführung und Mauerschützen sind zwar medienwirksam, für die Opfer des Regimes erweisen sich die Urteile jedoch oftmals als unbefriedigend. Auf verspätete Gerechtigkeit hofft auch der Ost-Berliner Jürgen Litfin, dessen älterer Bruder Günther beim Fluchtversuch am 24. August 1961 ums Leben kam. Erschossen von einem Grenzposten. Was bleibt ist die Erinnerung und ein Gedenkstein für seinen Bruder, der als das erste Todesopfer gilt, das die Mauer forderte. Durch die Zentrale Ermittlungsgruppe für Regierungs- und Vereinigungskriminalität ZERV, die sich mit der strafrechtlichen Aufarbeitung von Leid und Unrecht in der DDR befasst, erfährt er mehr als 30 Jahre nach der Tat die erschreckenden Einzelheiten. Als schließlich im Rahmen der sogenannten Mauerschützenprozesse auch der Fall seines Bruders verhandelt wird, macht sich in Litfin Wut breit – insbesondere über das Urteil.

Unterdessen ist nach einigen Jahren des Lebens im vereinten Land beiderseits Ernüchterung eingekehrt. Gerade viele Ostdeutsche denken oftmals mit Wehmut an das Leben in der DDR zurück, teilweise setzt eine Verklärung der Vergangenheit ein. Eine Welle der Ostalgie schwappt über das Gebiet der ehemaligen DDR. Auch bekannte Ostprodukte feiern ihre Wiederauferstehung. Ob Zigaretten, Sekt oder Waschmittel - viele Waren kehren in den Handel zurück und verkaufen sich gut. Ihr Erfolg ist gleichzeitig Ausdruck der Sehnsucht vieler Ostdeutschen nach dem früheren Leben.

 

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Mo, 04.10.2010, 23 Uhr, Arte

Titel: Verliebt in die DDR – Das traumhafte Leben des Ronald M. Schernikau

Form: Portrait

Länge: 55 min

 

Zeitgenossen nannten ihn einen "scharfsinnigen politischen Kopf", "stalinistischen Naivling", "hochbegabten Künstler", "gescheiterten Literaten", "Westler-Ostler", "Schöngeist" oder "arrogante Schwuchtel". Die Lebensgeschichte des jungen Schriftstellers Ronald M. Schernikau enthüllt eine dramatische und sehr widersprüchliche Ost-West-Biografie. Sie passt in kein Konzept und bedient keinen Trend. Schernikau war schwul und er war auch überzeugter Kommunist. Nur wenige Wochen vor dem Fall der Mauer siedelte er 1989 in die DDR über. Er war der letzte Bundesbürger, der in die sich auflösende DDR eingebürgert wurde.

 

Schernikau hatte einen sehr ungewöhnlichen Lebenstraum: Er wollte Schriftsteller in der DDR mit einer Zweiraumwohnung in einer Trabantensiedlung werden. Kurz nachdem sich sein Traum erfüllt hatte, starb er mit nur 31 Jahren an AIDS. Ronald M. Schernikau hinterließ ein sperriges, sehr umfangreiches schriftstellerisches Werk. Nur drei seiner zahlreichen Texte wurden als Bücher veröffentlicht: das hoch gelobte Frühwerk "kleinstadtnovelle", mit dem er als sehr junger Mann in aller Munde war und als "enfant terrible" schon seine ersten Talkshow-Auftritte bestritt, "die tage in l.", in dem er seine Erfahrungen rund um sein Stipendium am Leipziger Literaturinstitut beschreibt, und erst acht Jahre nach seinem Tod sein Lebenswerk "legende".

 

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Mittwoch, 06. Oktober 2010

 

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Mi, 06.10.10, 17.30 Uhr, ZDFinfokanal

Titel: Das Blaue Sofa LIVE – Lothar de Maizière

Form: Gespräch/Diskussion

Länge: 30 min

 

Lothar De Maizière: Ich will, dass meine Kinder nicht mehr lügen müssen (Verlag: Herder)

 

Lothar de Maizière erzählt nach zwanzig Jahren erstmals ausführlich und persönlich von den Monaten im Jahr 1990, in denen er Weltgeschichte schrieb. Er berichtet von den dramatischen Ereignissen der Wendemonate, bewertet sein Verhältnis zu anderen großen Protagonisten der Zeit wie Helmut Kohl, Margret Thatcher, George Bush und Michail Gorbatschow und er erzählt von den ersten Monaten im politischen Zentrum eines wiedervereinigten Deutschland. Lothar de Mazières Bericht will Missverständnisse, Mythen und Irrtümer über diese wichtige Phase der europäischen Nachkriegsgeschichte korrigieren.

 

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Donnerstag, 07. Oktober 2010

 

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Do, 07.10.10, 19.30 Uhr, sowie Fr, 08.10.10, 11 Uhr, BR-alpha

Titel: Damals in der DDR – D-Mark für alle

Form : Doku

Länge: 45 Minuten

 

Das letzte Jahr der DDR – alles war neu für die Menschen. Die D-Mark, der Konsum. Der Osten entdeckte den Westen – und der Westen den Osten.

Im Frühjahr 1990 blüht der Schwarzgeldhandel vor allem in Berlin. Siegfried Wehrhoff ist Geldwechsler am Bahnhof Zoo. Einer von vielen, die das Geschäft mit den schwankenden Kursen zwischen harter D-Mark und weichem Aluchip illegal betreiben. "Im Endeffekt lag das Geld ja auf der Straße, man durfte nicht zu faul sein, um es aufzuheben." Er verdient gutes Geld. Doch als eines Tages ein Westberliner Zahnarzt mit einem Koffer voller Ostgeld auftaucht, ahnt er, dass er nur ein ganz kleiner Fisch beim großen Geschäft ist.

 

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Do, 07.10.10, 23.05 Uhr, MDR

Titel: Frohe Zukunft – Leben nach der Wende

Form: Reportage

Länge: 90 Minuten

 

Drei Familien aus Ostdeutschland und der ehemaligen DDR erzählen in dieser Dokumentation davon, wie sich ihr Leben nach der deutschen Wiedervereinigung verändert hat. Von neuen Orientierungsversuchen, Trennungen, Jobverlust und Krankheit, von Krisen und Chancen. Zwei Jahrzehnte nach der Wende machen ihre Lebensgeschichten deutlich, wie sehr die großen gesellschaftlichen Veränderungen persönliche Schicksale bestimmt und Familien oder Freundschaften verändert haben.

 

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Samstag, 09. Oktober 2010

 

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Sa, 09.10.10, 11.30 Uhr, NDR

Titel: Freundschaft! Die Freie Deutsche Jugend

Form: Doku

Länge: 45 Minuten

 

Teil 1 der zweiteiligen Dokumentation beschreibt die Gründung, die Aufbauphase und die Etablierung der Jugendorganisation bis zum Jahr 1968. In 45 Minuten wird gezeigt, wie sich die FDJ parallel zum Aufbau der ostdeutschen Diktatur zu einem Indoktrinierungsinstrument der Jugend entwickelte. Indoktrination und "mind control" der Jugendlichen gingen mit einer steten Anpassungsbewegung an die populäre Kultur des kapitalistischen Westens Hand in Hand. Die Dokumentation verdeutlicht die Geschichte der FDJ und die Widersprüche der DDR-Jugenderziehung vor allem durch eine Aufarbeitung und Neukomposition des filmischen Materials, das sich zur FDJ-Historie finden lässt wie wohl zu kaum einer anderen Staatsinstitution der DDR.

 

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Sa, 09.10.10, 22.30 Uhr, Phoenix

Titel: Das Wunder von Leipzig

Form: Doku

Länge: 90 Minuten

 

Was im September 1989 in der Leipziger Nikolaikirche als Friedensgebet begann, entwickelte sich innerhalb weniger Wochen zu machtvollen "Montagsdemonstrationen" für mehr Freiheit, für Reformen und freie Wahlen in der DDR. Die einzige Waffe der Demonstranten war der friedliche Protest. Das Doku-Drama kombiniert Interviews mit teilweise unveröffentlichtem Archivmaterial und aufwändig inszenierten Spielszenen.

 

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