Hörfunk-Vorschau vom 4. Oktober bis zum 10. Oktober 2010

Aufarbeitung in Brandenburg, Geschichten aus den 1990er Jahren und die Ständige Vertretung

Radio

Radiovorschau vom 4. bis zum 10. Oktober 2010

Ulrike Poppe berichtet am Montag im Gespräch auf SWR cont.ra über ihre Arbeit als Beauftragte des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur. "Damals nach der DDR" stellt am Montag und am Mittwoch Zeitzeugen und ihre persönlichen Erinnerungen an die Zeit des Mauerfalls in kurzen Portraits vor. 1Live wirft einen Blick auf die Bunkeranlagen die während des Kalten Krieges in Deutschland entstanden sind. Am Dienstag geht es auf Deutschlandradio Kultur im Länderreport um die Schließung der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland im Ostberlin nach der Wiedervereinigung.

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Montag, 04. Oktober 2010

 

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Mo, 04.10.10, 10.05 Uhr, SWR cont.ra

Titel: SWR cont.ra Talk

Form: Gespräch

Länge: 20 Minuten

 

Ulrike Poppe im Gespräch mit Claus Heinrich

Ulrike Poppe, Beauftragte des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur: Versöhnung zwischen Tätern und Opfern der Stasi ist ein persönlicher Prozess. Die Politik kann auch 20 Jahre nach dem Ende der DDR Räume für solche Begegnungen schaffen.

 

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Mo, 04.10.10, 20.05 Uhr, WDR 5, Mi, 06.10.10, 22 Uhr, MDR FIGARO sowie 22.04 Uhr, Kulturradio

Titel: Dok 5 - Das Feature: Damals nach der DDR

Form: Feature

Länge: 55 Minuten

 

Autodiebstahl und Kriminalität, Betriebsbesetzung und Treuhand-Vermögen, Ost-Frau liebt West-Mann, Risikoinvestment in den Aufbau Ost… Die Liste der Schlagworte für die Aufbruchstimmung der Deutschen zu Beginn der 1990er Jahre ist so lang wie eine Landstraße in der ostdeutschen Provinz.

In kleinen Portraits erzählt der Hörfunkautor Ingo Colbow Geschichten von Menschen, die diese Zeit hautnah miterlebten. Es sind Erinnerungen an eine Zeit, in der alles möglich schien und die Hoffnung auf etwas Neues, auf Veränderung in Ostdeutschland unheimlich groß war.

 

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Mo, 04.10.10, 23 Uhr, 1LIVE

Titel: Reporter unterwegs - fast weltweit: 20 Jahre Wiedervereinigung

Form: Reportage

Länge: 55 Minuten

 

20 Jahre ist es her, dass Deutschland wiedervereinigt wurde. Die Wende hat aber nicht nur in Deutschland die Grenzen geöffnet. Der eiserne Vorhang ist in ganz Europa gefallen. Mit einem Mal war der kalte Krieg zwischen Ost und West vorbei. Und auch die reale Bedrohung durch einen Atomkrieg, einen dritten Weltkrieg, zwischen den Staaten der Nato und denen des Warschauer Paktes.

Über 40 Jahre hatten die Großmächte auf beiden Seiten der Grenzen für den Ernstfall um die Wette gerüstet. Besonders in Deutschland wurden zahllose Bunkeranlagen zu Angriffs- und Verteidigungszwecken gebaut. Heute sind die meisten von ihnen abgerissen, zugeschüttet, versiegelt. Manche aber gibt es immer noch. Sie sind Museen, Denkmäler, stumme Zeitzeugen der Vergangenheit.

 

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Dienstag, 05. Oktober 2010

 

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Di, 05.10.10, 13.07 Uhr, Deutschlandradio Kultur

Titel: Länderreport – Geschlossen: Die Geschichte der Ständigen Vertretung in Bonn

Form: Reportage

Länge: 23 Minuten

 

Am 2. Oktober 1990 um 24 Uhr ist alles vorbei. Die DDR ist Geschichte, ihre Ständige Vertretung in Bonn ist nun geschlossen. Seit ihrer Errichtung 1974 vertrat sie die Interessen der DDR in der Bundesrepublik. Folge der Teilung des Landes und des Grundlagenvertrages, der die deutsch-deutschen Beziehungen verbessern sollte. Beide Staaten waren in besonderem Maße aufeinander angewiesen.

 

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Donnerstag, 07. Oktober 2010

 

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Do, 07.10.10, 22 Uhr, MDR FIGARO

Titel: Das Land mit Draht umwickelt

Form: Diskurs

Länge: 55 Minuten

 

Zum 65. Geburtstag von Georg Seidel am 28. September:

"Das Land mit Draht umwickelt", Der Dramatiker Georg Seidel Feature

von Matthias Eckoldt; Gerda Zschiedrich (Regie)

 

Georg Seidel starb im gleichen Jahr wie die DDR. Er hat den Herbst '89 und einen Teil der gravierenden Veränderungen noch miterlebt. Auch die große Nachfrage ost- und westdeutscher Theater nach seinen Stücken und die Würdigung seiner Arbeit. Bis dahin waren seine Bühnenwerke "heiße Ware". Unmittelbar nach dem Fall der Mauer erhielt er in Weimar den Schiller-Preis. In seiner Dankesrede hieß es u.a.: "Was haben die Menschen geleistet in meinem Land? Beschäftigt mit dem Weltfrieden, vertröstet auf Zukunft, die eine zu Beton versteinerte Gegenwart wurde, aus der man Kasernen, Mauern und Menschenkäfige machte".

 

Mit seinen Stücken gab es immer Ärger. Und doch kam es zu Aufführungen, die Theatergeschichte machten. 1981 wurde "Kondensmilchpanorama" in Schwerin uraufgeführt, 1985 "Jochen Schanotta" am Berliner Ensemble - allerdings nur mit erheblichen Kompromissen. In die Aufführung baute man die Satire-Gruppe "Karls Enkel" als Kommentar-Ebene ein. Die Propaganda-Abteilung des ZK der SED gab an die Presse die Richtlinie aus, das Stück zu verreißen. Im "Neuen Deutschland" stand: "Es kommt immer wieder vor, dass jemand seinen Nabel für die Welt hält. (...) Deutlich wurde, dass eine derart beschränkte Sicht für die Darstellung unserer Wirklichkeit inkompetent macht. Die Chance für eine Qualifizierung des Autors kann nur darin bestehen, dass seine Arbeit künftig kritischer an den realen Ansprüchen unserer gesellschaftlichen Entwicklung gemessen wird. Verpflichtung auch für die Dramaturgie, möglicherweise nicht nur für die des Berliner Ensembles." Seidel schrieb dann noch vier weitere Stücke: "Carmen Kittel", "Villa Jugend" (auch erfolgreich als Hörspiel), "Königskinder" und "Friedensfeier", scheint nach seinem Tod jedoch vergessen. In den Spielplänen der hauptstädtischen Theater kommt keines seiner Werke vor.

 

Geboren wurde Georg Seidel am 28. September 1945 in Dessau. Er erlernte den Beruf des Werkzeugmachers. Ab 1968 war er Bühnenarbeiter in Dessau, ab 1973 Beleuchter bei der DEFA, ab 1975 am Deutschen Theater, zuletzt als Mitarbeiter in der Dramaturgie. Seit 1987 lebte Georg Seidel als freier Schriftsteller in Berlin. Er starb am 3. Juni 1990.

 

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Do, 07.10.10, 23.05 Uhr, WDR 3

Titel: WDR 3 open - WortLaut

Form: Lesung

Länge: 55 Minuten

 

Peter Wawerzinek war schon immer ein Außenseiter. Als Kind von der Mutter in der DDR zurückgelassen, die dem Vater in den Westen folgte, verbrachte er seine Kindheit in Heimen und bei Adoptiveltern. Er tourte als Performance -Künstler und Slampoet durchs Land und veröffentlichte gleich nach der Wende Parodien auf die Stile von Autoren der ehemaligen DDR. In seinem neuen Buch "Rabenliebe", das mit dem diesjährigen Ingeborg Bachmann-Preis ausgezeichnet wurde, verarbeitet er das Trauma seiner Kindheit. Homestory-Reporterin Jenni Zylka spricht mit dem Berliner Schriftsteller über Literatur, mit der man sich etwas von der Seele schreibt, über die Literatenszene vor und nach dem Mauerfall und über Humor als Selbstschutz.

 

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Kommentare

Sebastian Kranich    (14.10.2010 20:26h)
Freitag, 15. Oktober, 16:00, im ERF (Evangeliumsrundfunk)
Im Zeichen des Spatens - Bausoldaten in der DDR
mit Piera Reich
Livestream: http://www.erf.de/

Sebastian Kranich    (03.10.2010 20:06h)
Am Montag, 04. Oktober, 16:00, im ERF (Evangeliumsrundfunk):
Calando
Im Zeichen des Spatens - Bausoldaten in der DDR: Gespräch von Sebastian Kranich
mit Piera Reich über "Erst auf Christus hören, dann auf die Genossen. Bausoldatenbriefe Merseburg, Wolfen, Welzow 1988/89".
Livestream: http://www.erf.de/

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