TV-Vorschau vom 26. September bis 1. Oktober 2010

Zwischen Anpassung und Abwicklung

TV-Vorschau vom 26. September bis 1. Oktober 2010

Das ZDF zieht Bilanz in der Nacht von Sonntag auf Montag in "XXL: Die lange Nacht – Bilanz der Einheit: Wie geht’s Deutschland?" Zwei Dokumentationen im ZDF und bei Phoenix berichten von der Abwicklung der NVA und ihrer Übernahme durch die Bundeswehr. Schülerprotest und dessen gravierende Folgen in der frühen DDR in "4 Schüler gegen Stalin" im WDR und die Geschichte der Freien Deutschen Jugend im MDR lenken den Blick auf das Leben von Jugendlichen in der DDR zwischen Anpassung und Protest.

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Sonntag, 26. September 2010

 

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So, 26.09.10, 10:15 Uhr, ZDF

Titel: Blickpunkt: Aus Feind wird Freund? Als die NVA die Waffen streckte

Form: Reportage

Länge: 45 Minuten

 

Es war ein einmaliger Vorgang, ein historischer Tag: Vor 20 Jahren hörte eine komplette Armee von einem Tag auf den anderen auf zu existieren. Am 3. Oktober 1990 wurde die Fahne der Nationalen Volksarmee eingeholt. Die Deutsche Demokratische Republik wurde aufgelöst, das militärische Kommando in den NVA-Kasernen übernahm die Bundeswehr.

Ein gewaltiges Waffenarsenal wechselte den Besitzer: 2.000 Kampfpanzer, 700 Flugzeuge, 1,3 Millionen Handwaffen und über drei Millionen Tonnen Munition wurden bei der NVA zuletzt gezählt. Am Ende übernahm die Bundeswehr davon gerade einmal 3,5 Prozent, das meiste davon wurde verkauft oder gleich verschrottet. Nur das von Russland gebaute Kampfflugzeug MIG 29 flog noch bis 2003 im Dienst der Bundeswehr.

Aus Feind wird Freund? 35 Jahre lang standen sich Nationale Volksarmee und Bundeswehr als Gegner gegenüber. Dann kam das Ende der DDR und damit das Ende der NVA. Dabei fiel kein Schuss, kein Soldat verlor sein Leben. Auch wenn das Aus der einen Armee und der Neuanfang der Bundeswehr in den neuen Ländern scheinbar in Harmonie und Frieden verliefen, gab es doch Gewinner und Verlierer.

 

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So, 26.09.10, 17:30 Uhr, Das Erste  

Titel: Gott und die Welt – Von wegen Banane: Die Ostdeutschen und die Freiheit

Form: Doku

Länge: 30 Minuten

 

Als seine Eltern in den Westen gingen, blieb er in der DDR. "Ich wollte Staatsfeind werden", erzählt Wolfgang Rüddenklau, Sohn eines evangelischen Pfarrers und Wehrdienstverweigerer. Er machte in der Tat Karriere als "Staatsfeind" und gehörte in der DDR zu den Mitbegründern der Opposition an der Berliner Zionskirche. Als im Herbst 1989 die Mauer fiel, wollten er und seine Freunde vor allem eines: eine freie DDR, die rasche Wiedervereinigung war nicht ihr Ziel.

Wie haben Wolfgang Rüddenklau und Werner Henning vor 20 Jahren die ersten Monate nach der Wende erlebt? Welche Erinnerungen haben die beiden an jene besondere Zeit zwischen dem Herbst 1989 und dem Herbst 1990, als die alte DDR nicht mehr und die neue wiedervereinigte Bundesrepublik noch nicht war?

 

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So, 26.09.10, 20:15 Uhr, NDR

Titel: Das Wunder von Leipzig – Wir sind das Volk

Form: Doku

Länge: 90 Minuten

 

Leipzig im Herbst 1989: Tausende DDR-Bürger demonstrieren für Freiheit und Bürgerrechte, für Demokratie und gegen einen Staat, der seine Bürger bespitzelt, unterdrückt und überwacht. Montag für Montag formiert sich unter den Augen der Staatssicherheit ein nicht zu stoppender, mutiger Protestzug.

Am 4. September versammeln sich Leipziger Bürger erstmals zu einem Demonstrationszug mit selbst gemalten Plakaten für mehr Freiheit und Rechte. Die Aktion sorgt für Aufsehen bei der Leipziger Bevölkerung, die DDR-Staatssicherheit versucht, die Demonstration zu verhindern – vor den Kameras des Westfernsehens. Eine Woche später werden friedliche Demonstranten verprügelt und verhaftet. Doch längst ist eine Bewegung in Gang gekommen, die nicht mehr aufzuhalten ist. Immer mehr Bürger begehren auf.

Unterstützung finden sie in den Kirchen. Die Gegenseite rüstet für den bewaffneten Kampf auf der Straße: Kampfgruppen werden nach Leipzig verlegt, der Einsatz von Schlagstöcken und Wasserwerfern wird angeordnet.

Das aufwändige Doku-Drama rekonstruiert die Ereignisse vom Herbst 1989 und kombiniert Interviews mit teilweise unveröffentlichtem Archivmaterial und aufwändig inszenierten Spielszenen. Die dramatischen Geschehnisse in Leipzig im Herbst '89 werden anhand persönlicher Erlebnisse beleuchtet.

 

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So, 26.09.10, 23:30 Uhr, Phoenix

Titel: Der Beitritt – Die letzte Regierung der DDR

Form: Doku

Länge: 45 Minuten

 

Knapp 200 Tage regiert das einzige demokratisch legitimierte Kabinett der DDR unter Lothar de Maizière – bis zum 2. Oktober 1990. Mit dem Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland am Tag darauf hat der Staat DDR aufgehört zu existieren. Die Dokumentation schildert diesen spannenden Abschnitt der jüngeren deutschen Zeitgeschichte aus der Sicht der damals politisch Verantwortlichen und Akteure.

 

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So, 26.09.10, 01:50 Uhr, ZDF          

Titel: XXL Die lange Nacht – Bilanz der Einheit: Wie geht's, Deutschland?

Form: Dokumentation

Länge: 90 Minuten

 

Am 9. November 1989 fiel kein Schuss. Niemand verlor sein Leben, als die Mauer fiel. Die Friedliche Revolution: Deutschland Ost hat sie mutig gewagt – Deutschland West hat sie gebannt beobachtet.

Und heute, 20 Jahre nach der offiziellen Wiedervereinigung? Viele Ostdeutsche glauben, sie seien ausgenutzt worden. Viele Westdeutsche haben es satt, für den Osten zahlen zu müssen. Wie kommt es, dass jeder zweite Ostdeutsche glaubt, die DDR habe mehr gute als schlechte Seiten gehabt? Dass mehr als zwei Drittel beklagen, noch immer nicht als gleichwertig anerkannt zu sein? Dass umgekehrt im Westen fast die Hälfte der Befragten angesichts eigener Probleme die Brüder und Schwestern für unersättlich halten? Dass Aufbau West inzwischen so wichtig ist wie Aufbau Ost?

 

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So, 26.09.10, 03:20 Uhr, ZDF

Titel: XXL Die lange Nacht – Bilanz der Einheit: Jeder kannte meinen Vater

Form: Doku

Länge: 30 Minuten

 

Kinder von DDR-Promis erinnern sich

Günter Schabowski, Wolf Biermann, Kurt Masur, Hans Modrow, Frank Schöbel – in der DDR wurden sie geachtet, verehrt, einige auch gefürchtet. Sie gehörten zur Riege der berühmten Politiker, Künstler und Sportler. Während sie im Rampenlicht standen, wuchsen neben ihnen ihre Kinder auf. Acht von ihnen erzählen ihre Eindrücke aus jener Zeit, in der ihre Väter prominent waren. Die Autorinnen Heike Slansky und Henriette de Maizière fragten nach: Wie erlebten sie die DDR?

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So, 26.09.10, 03:55 Uhr, ZDF          

Titel: XXL Die lange Nacht – Bilanz der Einheit: Einmal Freiheit und zurück – Die Geschichte der DDR-Rückkehrer

Form: Doku

Länge: 45 Minuten

 

Was bringt Menschen dazu, die Freiheit aufzugeben und in die DDR zurückzukehren – hinter Mauer und Stacheldraht? Wenige hundert DDR-Flüchtlinge und Übersiedler, gingen pro Jahr in die DDR zurück. Die DDR-Behörden versprachen den rückkehrwilligen so genannten "Republikflüchtlingen" Straffreiheit.

Doch das war eine Lüge. Die Rückkehrer wurden an einen unbekannten Ort verschleppt. Auch ihre Familien warteten vergeblich. Im Aufnahmeheim Röntgental bei Berlin hielt die Staatssicherheit die Rückkehrer wochenlang fest und ließ sie über ihre Zukunft im Ungewissen. Hier wurden sie in täglichen Verhören systematisch gedemütigt. In Röntgental kam es zu Selbstmordversuchen und Selbsttötungen. Auf wochenlange Gefangenschaft folgte zumeist nicht die Rückkehr ins alte Umfeld, sondern in eine neue Umgebung. Viele wurden von der Stasi noch jahrelang bespitzelt.

 

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Montag, 27. September 2010

 

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Mo, 27.09.10, 21:00 Uhr, Di, 28.09.10, 03:45 Uhr, Das Erste sowie Mi, 29.09.10, 20:15 Uhr, EinsExtra

Titel: Damals nach der DDR (3) – Flitterwochen und Rosenkrieg

Form: Doku

Länge: 45 Minuten

 

Am 3. Oktober 1990 ist es so weit: Die Menschen bejubeln die lang ersehnte deutsche Wiedervereinigung, ein großer Festakt in Berlin würdigt die Friedliche Revolution. Es herrscht Silvesterstimmung mitten im Herbst, doch bei vielen Ostdeutschen vermischen sich die positiven Gedanken mit einer gehörigen Portion Skepsis. Es folgen die mühsame Umgestaltung eines Landes nach dem Vorbild der Bundesrepublik und ein schlagartiger Wandel der Lebensverhältnisse von Millionen von Menschen. Tausende von Westdeutschen wollen ihre neuen Landsleute unterstützen und an einer erfolgreichen Umsetzung der Einheit partizipieren. Sie werden als Fachleute in Ministerien, Behörden und in der Wirtschaft dringend beim Aufbau Ost gebraucht. Manche lockt das Geld, andere die neue Herausforderung.

 

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Mo, 27.09.10, 21:45 Uhr, BFS sowie Mi, 06.10.10, 21:02 Uhr, Eins Extra

Titel: Lebenslinien – Mit der Flucht ist es nicht vorbei

Form: Doku

Länge: 45 Minuten

 

Im Frühjahr 2009 fährt der 50-jährige Musiker Michael Proksch von München nach Dresden. Er will dort nach langen Jahren Christoph und Olaf wiedersehen – Freunde, die er 1984 kennengelernt hatte: im Zuchthaus Brandenburg.

Alle drei waren beim Versuch, aus der ehemaligen DDR zu fliehen, gefasst und zu Gefängnisstrafen verurteilt worden. 18 Monate sitzt Michael dort ein. Dann wird er in die Bundesrepublik abgeschoben und kommt nach Bayern.

25 Jahre lang hat Michael seine traumatischen Erfahrungen verdrängt und seine ganze Kraft in den Aufbau einer neuen Existenz gesteckt. Nach außen hin hat er es geschafft: Er arbeitet als erfolgreicher Musiker und Komponist in München. Er tritt sogar für die Stiftung "Kunst hinter Gittern" in Gefängnissen in Ost und West auf. Aber die unverarbeiteten Erlebnisse wirken sich auf sein neues Leben aus. Er kann nicht vertrauen, hat das Gefühl, sich schützen zu müssen und das starke Bedürfnis, viel allein zu sein. Erst mit dem Entschluss, die Vergangenheit aufzuschreiben, fängt er an, sich den Verletzungen zu stellen und die traumatischen Erlebnisse aufzuarbeiten. Dabei macht er eine erstaunliche Entdeckung: Seine Schwester hatte zeitgleich angefangen, ihre Fluchterlebnisse niederzuschreiben.

 

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Mo, 27.09.10, 23:15 Uhr, WDR

Titel: Trennung von Staats wegen

Form: Doku

Länge: 45 Minuten

 

Der Film erzählt die Geschichten von Müttern und Kindern, die zu DDR-Zeiten unfreiwillig getrennt wurden und sich oft erst zwanzig Jahre später wieder gegenüberstanden. Nach Jahren der Trennung aber waren aus dem Sohn, der Tochter, der Mutter, der Schwester Fremde geworden, die in den seltensten Fällen noch zueinander finden. Zu groß sind die gegenseitigen Erwartungen, zu stark manchmal auch die Bindung an die Adoptivfamilien.

Zwischen 1950 und 1990 gab es circa 75.000 Adoptionen in der DDR. Die meisten dienten sicher dem Wohl der Kinder, doch gibt es eine nicht unerhebliche Anzahl von Fällen, in denen Eltern das Erziehungsrecht aberkannt wurde, um sie gesellschaftlich oder politisch zu maßregeln. Eltern in der DDR hatten laut dem Familiengesetzbuch die Pflicht, ihre Kinder "zur sozialistischen Einstellung zum Leben und zur Arbeit" zu erziehen. Kamen sie dieser Aufgabe nach Ansicht der Behörden nicht nach, konnte der Staat eingreifen. Wie viele Familien oder auch Geschwister durch das DDR-Regime auseinander gerissen wurden, lässt sich heute nur mutmaßen.

 

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Dienstag, 28. September 2010

 

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Di, 28.09.10, 00:00 Uhr, WDR

Titel: 4 Schüler gegen Stalin

Form: Doku

Länge: 45 Minuten

 

Am Abend des 20. Dezembers 1949 versammeln sich in einer Wohnung in der Altenburger Lessingstraße vier junge Leute: Jörn-Ulrich Brödel, Ulf Uhlig, Joachim Näther und Gerhard Schmale. Sie sind 18 Jahre alt und gehen in die 11. Klasse der "Karl-Marx-Oberschule". Sie gehören einem oppositionellen Zirkel an und haben für diesen Abend eine wagemutige Aktion geplant: eine illegale Radiosendung gegen Josef Stalin. Es ist der Vorabend seines 70. Geburtstages, als die Schüler auf Sendung gehen. Pünktlich zur Festansprache von DDR-Präsident Wilhelm Pieck stören die Vier die Direktübertragung aus Berlin und beginnen mit ihrem selbst gebastelten Sender ein eigenes Programm.

Ganz im Gegensatz zu den öffentlichen Lobpreisungen erklären sie, dass Stalin ein Massenmörder und Diktator ist. Millionen seien im stalinschen Gulag umgekommen, und auch in der DDR säßen zehntausende Unschuldige in den vom russischen Geheimdienst NKWD reaktivierten Konzentrationslagern ein. Im März 1950, drei Monate nach der Radiosendung, kommt die Staatssicherheit auf die Spur der vier Schüler. Sie werden verhaftet und der russischen Besatzungsmacht übergeben. In einem Geheimprozess in Weimar werden sie von einem russischen Militärgericht verurteilt: drei Schüler zu 25 Jahren Zuchthaus, Joachim Näther, der intellektuelle Kopf der Gruppe, zum Tod durch Erschießen. Erst 1997 haben die Angehörigen erfahren, dass er tatsächlich 1950 in Moskau hingerichtet wurde.

 

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Di, 28.09.10, 12:30 Uhr, RBB

Titel: Bürgerrechte in der DDR (1/2) – Kampf um Meinungsfreiheit

Form: Doku

Länge: 30 Minuten

 

"Kommode Diktatur" nannte Günter Grass die DDR. Was wissen wir heute noch über sie? Wie sah die DDR-Realität aus?

"Mein Freund, der Feind ist tot", singt der Liedermacher Stefan Krawczyk und meint damit die DDR. Die Regisseurin und Schriftstellerin Freya Klier stellt Brandenburger Schülerinnen und Schülern ihr Buch "Abreißkalender" vor, ihr DDR-Tagebuch, ein Dokument ihrer Repression, wie sie es nennt. Ralf Hirsch war in den 1980er Jahren Gründungsmitglied und Sprecher der "Initiative für Frieden und Menschenrechte". Nach der Liebknecht-Luxemburg-Demonstration im Januar 1988 wurde er verhaftet und aus der DDR ausgewiesen. Diese drei "Bürgerrechtler" – ein Terminus, den viele aus dieser sehr heterogenen Gruppe ablehnen – führen durch die Sendung.

 

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Di, 28.09.10, 20:15 Uhr, hr-fernsehen

Titel: Hessisch-thüringische Grenzgeschichten – Auf Spurensuche entlang des Grünen Bandes

Form: Doku

Länge: 45 Minuten

 

Es war keine normale Grenze: der 270 Kilometer lange Todesstreifen zwischen Hessen und Thüringen. Er trennte Dörfer, Freunde, Familien. Doch in der Todeszone entwickelte sich ein Rückzugsgebiet für seltene Tiere und Pflanzen. Entlang der Kolonnenwege der Grenzsoldaten entstand ein Netzwerk aus Büschen, Wäldern und unbewirtschafteten Wiesen. Viele vom Aussterben bedrohte Arten fanden hier Zuflucht. Dank einiger Naturschützer wurde der Grenzstreifen nach der "Wende" zum "Grünen Band" erklärt. Ein solches Biotopverbundsystem ist europaweit einmalig. Der Fotograf Jürgen Holzhausen arbeitet im Bioreservat Rhön, mit ihm erkundet der Film das Grüne Band; Holzhausen zeigt uralte Baumgestalten und führt zu seltenen Pflanzen und Tieren ins Hochmoor. Am "Point Alpha" zwischen Rasdorf und Geisa in der Rhön trafen Sowjets und Amerikaner direkt aufeinander. Amerikanische Beobachtungsposten und Überreste der DDR-Grenzanlage erinnern heute als Gedenk- und Begegnungsstätte an die Spaltung Deutschlands. Kontakt zwischen Ost und West gab es lange Zeit nur mit einem Winken über den Zaun, der "kleine Grenzverkehr" ermöglichte später wenigstens Besuche der Westverwandtschaft in Thüringen.

 

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Di, 28.09.10, 20:15 Uhr, ZDF

Titel: Sonderauftrag Mord – Die Geheimnisse der Stasi

Form: Doku

Länge: 45 Minuten

 

Wie weit ist die Stasi gegangen? Führende Stasi-Offiziere bestreiten bis heute Morde im Auftrag des Ministeriums für Staatssicherheit, der Nachweis ist schwierig. Viele Akten wurden kurz vor der Wende "frisiert", brisantes Material hektisch vernichtet. Doch die Indizienkette, die Mordabsichten plausibel erscheinen lässt, wird immer dichter. Die bisherigen Erkenntnisse führen in die 50er Jahre zurück, als die Stasi so genannte "Verräter" aus dem Westen in den Osten entführen ließ. Manche wurden nach Schauprozessen hingerichtet, andere blieben für immer verschwunden. Nach dem Bau der Mauer bildete die Stasi dann "Kämpfer" aus, die auf einem geheimen Truppenübungsplatz das Liquidieren von Menschen übten. In der Stasiunterlagenbehörde in Berlin finden sich konkrete Mordplanungen. Von den 70er Jahren an wurden Mordplanungen nicht mehr aufgeschrieben – es gab sie aber dennoch.

 

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Di, 28.09.10, 20:15 Uhr, sowie Mi, 29.09.10, 18:30 Uhr, Phoenix

Titel: Dienen bei der NVA – Bis zum letzten Zapfenstreich

Form: Doku

Länge: 45 Minuten

 

Der zweite Teil betrachtet die Zeitspanne von Anfang der 70er Jahre bis zum letzten Zapfenstreich 1990, als die NVA zusammen mit dem Arbeiter- und Bauernstaat abgewickelt wurde. Das Ende der DDR war auch das Ende der NVA.

 

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Di, 28.09.10, 21:00 Uhr, Mi, 29.09.10, 03:40 Uhr, hr-fernsehen, sowie Fr, 01.10.10, 22:02 Uhr, EinsExtra

Titel: Eine Woche "drüben" – Die Ex-DDR 20 Jahre danach

Form: Doku

Länge: 45 Minuten

 

Es war im Dezember 1989: Holger Weinert und sein Team fuhren für die "Hessenschau" des hr-fernsehens über die eben geöffnete DDR-Grenze nach Thüringen. Es war eine ganz andere Welt, in der die Luft nach Schwefel roch, die Braunkohlehaufen auf den Gehsteigen lagen und so viele Bauten heruntergekommen waren. Genau 20 Jahre danach hat Holger Weinert die Reise von damals wiederholt – und festgestellt: Der "Osten" kann inzwischen als schönerer Teil Deutschlands gelten. Die Tour führt nach Schmalkalden, Oberhof, Gotha, Bad Langensalza, Mühlhausen und ins Heilbad Heiligenstadt. Besonders beeindruckend sind die Menschen, die das Team nach 20 Jahren wiedergetroffen hat.

 

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Di, 28.09.10, 22:05 Uhr, MDR

Titel: Freundschaft! – Die Freie Deutsche Jugend

Form: Doku

Länge: 43 Minuten

 

Der Film schildert die Geschichte des sozialistischen Jugendverbandes FDJ bis zum Niedergang der DDR. Ehemalige prominente und weniger prominente Blauhemden aller FDJ-Generationen erzählen ihre zumeist zwiespältigen Erlebnisse. Die persönlichen Berichte verdichten sich in der Kombination mit Archivmaterial und DEFA-Filmen zu einer Gesamtschau darüber, wie die DDR-Führung Schritt um Schritt ihre Jugend verlor. Kaum eine andere Institution hat die Bürger der ehemaligen DDR so miteinander verbunden wie die Freie Deutsche Jugend. Der FDJ-Mitgliedschaft konnte man sich kaum entziehen – und wenn doch, dann in der Regel nur mit negativen Konsequenzen für Biografie und Karriere. In der FDJ lernte der gesamte Führungsnachwuchs der DDR "Kaderpolitik". So manches FDJ-Kollektiv bot Spaß, Anklänge von Popkultur und sogar Auslandsreisen.

 

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Di, 28.09.10, 22:15 Uhr, ZDF

Titel: Deutschland, eilig Vaterland – Wie die Einheit glückte

Form: Doku

Länge: 60 Minuten

 

Nach zwanzig Jahren erscheint die Deutsche Einheit am 3. Oktober 1990 wie eine zwangsläufige Folge des Mauerfalls nur elf Monate zuvor, wie ein politischer Durchmarsch ohne nennenswerte Gefahren und Hindernisse. Doch begann schon in der Nacht der großen Euphorie, jenes historischen 9. November '89, hinter den Kulissen der Mächte das Bangen um den Frieden. Konnte allein schon der Mauerfall zu einer Eskalation führen, war spätestens mit diesem Ereignis die gesamte europäische Sicherheitsarchitektur der einst bipolaren Welt eingerissen – mit keineswegs in jeder Hinsicht absehbaren Folgen. Wie konnte ein deutscher Einigungsprozess aussehen, ohne dass er die internationale Annäherung und Entspannung gefährdete?

Genau 329 Tage dauerte der politische Prozess vom Fall der Mauer bis zum Tag der deutschen Einheit. Die Deutschen konnten über ihr Schicksal nicht alleine befinden. Sie brauchten die Zustimmung der ehemaligen Siegermächte des Zweiten Weltkrieges, der USA, Großbritanniens, Frankreichs und der Sowjetunion. Unter ihnen herrschte anfangs keineswegs Einklang. Wie war das vereinbar? Der Film zeigt anhand neuester Forschung, wie groß die Vorbehalte bei den europäischen Partnern tatsächlich waren und wie berechtigt die Sorge um die Stabilität der Sowjetunion und ihrer Führung.

 

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Mittwoch, 29. September 2010

 

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Mi, 29.09.10, 12:30 Uhr, RBB

Titel: Bürgerrechte in der DDR (2/2) – Kirchen und Religionsfreiheit

Form: Doku

Länge: 30 Minuten

 

"Kommode Diktatur" nannte Günter Grass die DDR. Was wissen wir heute noch über sie? Wie sah die DDR-Realität aus?

Welchen Spielraum hatten Kirchen und kleinere Religionsgemeinschaften in einem Staat, der zwar in der Verfassung Religionsfreiheit gewährte, in dem die Erziehung zum Atheismus aber wesentlicher Bestandteil der Ideologie war?

Der Film schildert die großen Unterschiede zwischen katholischer und evangelischer Kirche. Die katholische Kirche, mit zahlenmäßig bedeutend weniger Gläubigen als die evangelische Kirche in der DDR vertreten, hielt an der Bistumsaufteilung grenzüberschreitend mit der BRD fest. Sie ließ sich auf keine Kompromisse mit dem Regime ein, lehnte sich aber auch nicht gegen den Staat auf und unterstützte die Friedensbewegten und Dissidenten Ende der 80er Jahre nicht.

 

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Mi, 29.09.10, 21:02 Uhr, EinsExtra

Titel: Diplomatie im Mauerschatten – Bonns Filiale in Ostberlin

Form: Doku

Länge: 43 Minuten

 

"Botschaft" konnte und durfte man nicht sagen: Da war das Grundgesetzt vor – mit seinem Wiedervereinigungsverbot. Aber mit dem Grundlagenvertrag von 1973 wollte Bonn das innerdeutsche Verhältnis regeln. Dafür brauchte man eine diplomatische Vertretung und taufte sie auf den bürokratischen, aber unanstößigen Begriff "Ständige Vertretung". Seit 1974 währte dieses Unikum. Genau 5.997 Tage. Dann war Schluß - am 03. Oktober 1990, dem Tag der Deutschen Einheit.

 

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Mi, 29.09.10, 21:05 Uhr, Arte

Titel: Die Frau vom Checkpoint Charlie

Form: Doku

Länge: 55 Minuten

 

Alles begann im Sommer 1982. Jutta Gallus, Mitte 30 und gerade geschieden, lebte in Dresden. Ihre beiden Töchter, Beate, zu diesem Zeitpunkt neun Jahre alt, und Claudia, elf Jahre alt, waren bekannt als "Kinderstars" der DDR-Fernsehserie "Geschichten übern Gartenzaun". Als ihr neuer Lebensgefährte in den Westen fliehen wollte, schloss sich Jutta Gallus ihm mit ihren Kindern an. In Rumänien scheiterte ein erster Fluchtversuch über die Donau. In Bukarest wurden sie mit gefälschten Pässen verhaftet, anschließend in der DDR zu drei Jahren Haft verurteilt. Jutta Gallus verbüßte ihre Haft im berüchtigten Frauengefängnis "Hoheneck". Die beiden Mädchen wurden zuerst in einem Heim untergebracht, später dem Vater in Dresden übergeben.

Zum ersten Mal berichten Jutta Gallus und ihre beiden Töchter in dieser aufwendigen und emotionalen Dokumentation über die gescheiterte Flucht, ihre Odyssee durch Heime und Gefängnisse und über ihren leidenschaftlichen Kampf für eine gemeinsame Zukunft. Ergänzt werden ihre Erzählungen durch Bilder von Originalschauplätzen, Interviews mit Angehörigen und mit dem ehemaligen DDR-Anwalt Wolfgang Vogel.

 

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Mi, 29.09.10, 22:45 Uhr, RBB

Titel: Tschüss DDR! Über Warschau in die Freiheit

Form: Doku

Länge: 55 Minuten

 

Der Dokumentarfilm "Tschüss DDR! Über Warschau in die Freiheit" von Regisseurs Krzysztof Czajka, stellt neben Thorsten Heinhold auch Ute und Udo Finke sowie Peter und Heidi Reichmuth vor, denen die Flucht aus der DDR über Warschau gelang. Er schildert aber auch das Schicksal von Thomas Przybylski, dem die Flucht misslang – statt in der Freiheit fand er sich im Stasigefängnis in Potsdam wieder.

 

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Donnerstag, 30. September 2010

 

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Do, 30.09.10, 14:30 Uhr, MDR

Titel: LexiTV – Wissen für alle: Todesstreifen – Die deutsch-deutsche Grenze

Form: Doku

Länge: 58 Minuten

 

"Die Mauer muss weg!" Unter dieser Parole demonstrierten Hunderttausende gewaltfrei in vielen Städten der DDR. 20 Jahre nach dem Mauerfall beleuchtet "LexiTV" die Entwicklung der inzwischen friedlichen Linie entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs. Als lebendig pulsierende Lebensader und gleichsam als Symbol der deutschen Wiedervereinigung ersetzt das rund 1.400 Kilometer lange "Grüne Band" heute den einstigen Todesstreifen. Es reicht von der Ostsee über Elbe, Harz, Rhön und Thüringer Wald bis ins sächsisch-bayerische Vogtland.

 

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Do, 30.09.10, 22:35 Uhr, MDR

Titel: Nah dran – Zum 20. Jahrestag der deutschen Einheit

Form: Magazin

Länge: 28 Minuten

 

20 Jahre nach dem Ende der DDR fragen wir nach der Kultur des Erinnerns und des Vergessens im "Beitrittsgebiet". Unter anderem mit folgenden Themen:

Vollzogene Einheit – Wie Paare in deutsch-deutschen "Mischehen" miteinander umgehen.

Vom Weglassen und Ausfüllen – Wie ein Trauerredner mit "unangenehmen" Lebensphasen in Ostbiografien umgeht.

Stolz und Vorurteil – Was ist dran an den Vorurteilen von Ost- und Westdeutschen übereinander?

 

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Do, 30.09.10, 23:30 Uhr, Fr, 01.10.10, 09:30 Uhr, 14:15 Uhr, sowie 20:15 Uhr, EinsExtra

Titel: Monitor extra – "Deutsche Einheit" aus Gera

Form: Reportage

Länge: 30 Minuten

 

In Gera haben vor genau 20 Jahren "Monitor"-Reporter wie der damalige ARD-Korrespondent Jürgen Thebrath Gewinner und Verlierer der herannahenden Einheit hautnah erlebt. Ein Rückblick erinnert an die Stimmungen, Ängste und Hoffnungen von damals. "Monitor" trifft die Protagonisten von einst wieder und erzählt von ihrem heutigen Leben. Eine lebenswirkliche Doppelreportage, die den Wandel von Einstellungen und Gefühlen bilanziert. Moderation: Sonia Seymour Mikich

 

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Freitag, 01. Oktober 2010

 

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Fr, 01.10.10, 14:30 Uhr, MDR

Titel: LexiTV – Wissen für alle: Deutsche Einheit – Der gemeinsame Weg

Form: Doku

Länge: 58 Minuten

 

Am 3. Oktober 1990 begann mit dem offiziellen Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland ein neues Kapitel in unserem Land. Die Friedliche Revolution in den Monaten zuvor hatte möglich gemacht, woran lange Zeit kaum jemand glauben mochte. Aus den beiden deutschen Staaten der Nachkriegszeit war wieder eine gemeinsame Republik geworden. Doch die Folgen der jahrzehntelangen Teilung sind auch zwanzig Jahre nach der Wiedervereinigung noch nicht überwunden. In dieser Ausgabe von "LexiTV" geht es unter anderem um die Folgen der historischen Entscheidung von damals, um Menschen und deren Geschichten in Ost und West, um das Leben im wiedervereinten Deutschland.

 

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Fr, 01.10.10, 21:45 Uhr, Das Erste

Titel: Sturm auf die Stasi – Untergang eines Geheimdienstes

Form: Doku

Länge: 75 Minuten

 

Januar 1990. Die gefürchtete Staatssicherheit der DDR ist am Ende. Das Volk hat den Spitzel-Apparat überrascht und niedergerungen. Viele tausend Stasi-Mitarbeiter haben ihre Ausweglosigkeit erkannt und sich freiwillig zurückgezogen. Bürgerkomitees haben die Hauptquartiere gestürmt, die Macht übernommen. Die Akten sind für die Aufarbeitung der düsteren Vergangenheit gerettet. War es wirklich so?

In Wirklichkeit hat die Staatssicherheit die Finger bei ihrer eigenen Auflösung im Spiel. Noch Erich Mielke lässt 1989 den Aktenbestand verkleinern. Stasi-Mitarbeiter berichten von Zerstörungsorgien, bei denen die Schredder vor Hitze glühen. Und dies zum Teil mit Billigung der Bürgerrechtler, die von der Stasi überrumpelt wurden. Seit Anfang Dezember 1989 die Stasi-Bezirksverwaltungen in Erfurt, Leipzig und Rostock von Bürgerrechtlern und Staatsanwälten besetzt wurden, weiß die neue Stasi-Spitze, dass es eng für den Geheimdienst wird. Noch aber arbeitet die Zentrale in der Berliner Normannenstraße. Und man bereitet sich auf den Tag vor, an dem auch die Normannenstraße belagert werden wird. Der Volkszorn soll die Stasi nicht unvorbereitet treffen. Im Gegenteil, in dem zu erwartenden Durcheinander wollen die Führer aus Partei und Geheimdienst die Bürgerrechtler gegeneinander ausspielen, Spuren verwischen und ihren Spitzeln in neue Positionen verhelfen.

 

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Fr, 01.10.10, 23:30 Uhr, BFS

Titel: Unter 4 Augen

Form: Gespräch

Länge: 30 Minuten

 

Zu Gast bei Nina Ruge: Der Liedermacher und Lyriker Wolf Biermann

Er ist eine Person der Zeitgeschichte und eine der schillerndsten Figuren der deutschen Nachkriegszeit: Wolf Biermann. Geboren wurde der Liedermacher und Lyriker 1936 in Hamburg als Sohn des jüdischen, kommunistischen Werftarbeiters Dagobert Biermann, den die Nazis 1943 im KZ Auschwitz ermordeten. 1953 siedelte Biermann in die DDR über. Er studierte Philosophie und Mathematik an der Ost-Berliner Humboldt-Universität und erhielt wegen seiner Kritik an der "Parteidiktatur der SED in der DDR" 1965 totales Auftritts- und Publikumsverbot.

 

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Samstag, 02. Oktober 2010

 

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Sa, 02.10.10, 10:03 Uhr, Das Erste

Titel: Willis VIPs – Wie war der Sprung von Ost nach West? Heike Drechsler

Form: Reportage

Länge: 27 Minuten

 

Diesmal trifft Willi Heike Drechsler, die erfolgreichste Weitspringerin aller Zeiten. Mit insgesamt 409 Sprüngen über sieben Meter hat sie Leichtathletik-Geschichte geschrieben. Gemeinsam mit dem Reporter ist die vielfache Welt- und Europameisterin, Weltrekordlerin und Olympiasiegerin noch einmal im Stuttgarter Gottlieb-Daimler-Stadion, wo sie 1986 und 1993 große Erfolge feierte.

Mit der Wiedervereinigung stand für Heike Drechsler, wie für alle Ostdeutschen, eine ganz besondere Herausforderung an: Der Sprung in ein neues Leben. Plötzlich war alles anders. Willi erfährt, wie die Sportlerin sich privat und beruflich neu orientierte: Durch hartes Training, aber mit dem gewohntem Erfolg.

 

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Sa, 02.10.10, 17:30 Uhr, DW-TV

Titel: Damals in der DDR – Das letzte Jahr: Vereint für immer

Form: Doku

Länge: 30 Minuten

 

Der Zug in Richtung Wiedervereinigung nimmt immer schnellere Fahrt auf ...

"Herr Hauptmann, ich begrüße Sie in der Bundesrepublik Deutschland." So wird Henrik Strehlow am 3. Oktober 1990 geweckt. Er ist der diensthabende Offizier des Pionierregimentes 3 der Nationalen Volksarmee. Am diesem Tag hört seine Armee auf zu existieren. Zum ersten Mal zieht Strehlow die Uniform des einstigen Klassenfeindes, der Bundeswehr, an. Aufbau und Abwicklung, Hoffnung und Verzweiflung – dieser Gegensatz begleitet die Menschen in den Monaten nach der Wiedervereinigung.

 

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Sa, 02.10.10, 17:30 Uhr, hr-fernsehen

Titel: Hessenreporter – Ex-Grenze – war da was?

Form: Reportage

Länge: 30 Minuten

 

Gut zwanzig Jahre danach – was ist da noch? Die junge Videojournalistin Nina Cöster hat sich in diesem Sommer auf den Weg gemacht entlang der hessisch-thüringischen Grenze. Als die Mauer fiel, war sie gerade mal neun Jahre alt. Die DDR kannte sie nur von den Kaffee-Päckchen, die ihre Oma in die "Ostzone" schickte. Heute will die Reporterin sich selbst ein Bild machen von dem, was noch übrig ist, und die alten Geschichten hinterfragen: Fluchtschicksale, Grenzerleben und der ganz normale Alltag hüben wie drüben. Was denkt die Bäckerin aus dem Westen, wenn sie im Osten ihre Brötchen ausfährt, was die Jugendlichen auf der Kirmes von Philippsthal und die Trödler aus Altefeld? Sind die Hessen und die Thüringer nach zwanzig Jahren zusammengewachsen?

 

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Sa, 02.10.10, 23:25 Uhr, NDR

Titel: "Tschüss DDR!" Über Warschau in die Freiheit

Form: Doku

Länge: 55 Minuten

 

"Du bist jetzt frei!", sagten ihm seine polnischen Mitreisenden, als Thorsten Heinhold im September 1989 von Chemnitz nach Warschau fuhr. So erinnert er sich zwanzig Jahre später, bei den Dreharbeiten zu diesem Dokumentarfilm, an jenen Augenblick.

Im Spätsommer 1989 war Thorsten Heinhold nicht der einzige DDR-Bürger, der eine Flucht in den Westen über den Osten wagte. Die politische und wirtschaftliche Situation in der DDR veranlasste rund 100.000 Ostdeutsche, nach vielen abenteuerlichen Fluchtwegen in den Westen zu suchen, nicht nur über Prag und Budapest, sondern auch über Warschau.

Heute ist fast in Vergessenheit geraten, dass auch über die polnische Botschaft Tausende in den Westen flohen. Diese andere Botschaftsgeschichte erzählt Krzysztof Czajkas Film. Czajka ist mit den DDR-Bürgern Thorsten Heinhold, Ute und Udo Finke sowie Peter und Heidi Reichmuth, denen damals die Ausreise über Warschau gelang, noch einmal an den Ort des Geschehens gereist. Er schildert aber auch die Geschichte von Thomas Przybylski, dem die Flucht misslang, und der statt in der Freiheit im Stasigefängnis Potsdam landete. Interviews mit dem ehemaligen polnischen Ministerpräsidenten Tadeusz Mazowiecki, dem ehemaligen polnischen Außenminister Krzysztof Skubiszewski sowie mit deutschen und polnischen Botschaftsangestellten geben außerdem einen Einblick in die politischen Hintergründe im Herbst 1989.

 

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