TV-Vorschau vom 12. September bis 18. September 2010

Nebulöser Mauerfall und der Drang nach Freiheit

TV-Vorschau vom 12. September bis 18. September 20

Am Sonntag wird in "Damals in der DDR" auf dem NDR der Drang nach Freiheit in den letzten Monaten der DDR thematisiert. Im Laufe der Woche versuchen verschiedene Dokumentationen Licht ins Dunkel der nebulösen und überraschenden Ereignisse zu bringen, die zum Fall der Mauer am 9. November 1989 geführt haben. Dienstag und Mittwoch gibt es einen Fokus auf Filmstars und Fußball in der DDR.

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Sonntag, 12. September 2010


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So, 12.09.10, 05:30 Uhr, sowie Mo, 13.09.10,11:30 Uhr, DW-T

Titel: Damals in der DDR – Das letzte Jahr: Staat am Ende

Form: Doku

Länge: 30 Minuten


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So, 12.09.10, 11:30 Uhr, NDR, So, 19.09.10, 05:30 Uhr, sowie Mo, 20.09.10, 11:30 Uhr, DW-TV

Titel: Damals in der DDR – Freiheit ohne Grenzen

Form: Doku

Länge: 45 Minuten


November 1989: Erich Honecker wird abgesetzt. Der mächtige Mann ist plötzlich auf der Flucht. Keiner will ihn mehr. Sein Nachfolger Egon Krenz kann für die alte Betonkopfriege der SED nur kurze Zeit die Macht sichern. Dann wird auch er vom Lauf der Geschichte weggespült. "Wir sind das Volk" und "Stasi in die Produktion" rufen jeden Montag Hunderttausende auf den Straßen.

Viele stimmen mit den Füßen ab und verlassen die DDR.

Tausende Wohnungen stehen leer. Dieter Bartsch braucht eine größere Wohnung. Seine Frau ist hochschwanger. Mit einem Sperrhaken brechen sie die Tür einer Neubauwohnung auf, und tatsächlich, die Wohnung ist leer. Also ziehen sie tags darauf ein: "Das Ganze geschah mit einem Kinderwagen. Die Möbel drauf, die Küchenschränke drauf", erinnert sich Bartsch. Die Wohnungsämter sind, wie alle DDR-Verwaltungen, heillos überfordert. Eine Zeit der Anarchie bricht an. Jeder nimmt sich, was er möchte. Keiner beachtet mehr die staatliche Autorität, Ängste wachsen. Vor allem bei den DDR-Bürgern, die als Funktionäre eine wesentliche Stütze des alten Regimes waren. Für viele von ihnen bricht eine Welt zusammen. Zum ersten Mal müssen sie sich rechtfertigen.


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So, 12.09.10,14:00 Uhr, Phoenix

Titel: Heimkehr aus dem Osten – Adenauers Kampf um die Gefangenen

Form: Doku

Länge: 45 Minuten


Alexander Schalck-Golodkowski, der über zwei Jahrzehnte lang als mächtiger Chef des "Bereichs Kommerzielle Koordinierung (KoKo)" für die DDR außerplanmäßig Devisen beschaffte, ist eine der schillerndsten Figuren der deutschen-deutschen Geschichte

Hintergrundinformationen:

11.9.1995 – Beginn des Prozesses gg. den DDR-Devisenbeschaffer Schalck-Golodkowski

Verantwortlicher: Thomas Fischer


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So, 12.09.10, 18:30 Uhr, EinsExtra

Titel: 1990 – Aufbruch zur Einheit (2/3): Unbekanntes aus Mitteldeutschland

Form: Doku

Länge: 45 Minuten


Mitte Juni 1990. Seit einigen Tagen sind die Augen der Welt auf Italien gerichtet. Dort findet die Fußball-Weltmeisterschaft statt und ein gesamtdeutsches Märchen nimmt seinen Lauf: Zum ersten Mal werden Ost und West gemeinsam ein Weltmeisterteam feiern. Unterdessen rollen in der Heimat unzählige schwer bewachte Geldtransporte über die Straßen. Sie sind Teil eines Prozesses, der vier Monate zuvor angestoßen wurde: die Währungsunion.


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So, 12.09.10, 23:50 Uhr, ZDFNeo

Titel: War doch nicht alles schlecht? – Streitfall DDR

Form: Doku

Länge: 45 min

 

Unrechtsstaat oder Paradies der Arbeiter und Bauern? Heute, über 20 Jahre nach dem Fall der Mauer, wird über die DDR kontrovers diskutiert. Stimmt es, dass die DDR auch ihre guten Seiten hatte? ZDF-History hört sich die Argumente beider Seiten an.


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Montag, 13. September 2010


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Mo, 13.09.10,18:05 Uhr, MDR

Titel: WortSchatz DDR

Form: Reportage

Länge: 2 Minuten


Diktatur des Proletariats


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Mo, 13.09.10, 21:00 Uhr, Di, 14.09.10, 03:20 Uhr, EinsExtra sowie Mi, 15.09.10, 20:15 Uhr,

Das Erste

Titel: Damals nach der DDR (1) – Freiheit und Auflösung

Form: Doku

Länge: 45 Minuten


Die Bilder gingen um die Welt: Millionen von Menschen bevölkern am Abend des 9. Novembers 1989 die Straßen Berlins, es herrscht grenzenloser Jubel, Tränen der Freude fließen, Unbekannte umarmen einander. Die plötzliche Öffnung der Berliner Mauer ist ein Wendepunkt in der Geschichte des Landes und ein nie vergessenes Ereignis für Großteile der deutschen Bevölkerung. Doch nicht allen Berlinern sind die Feierlichkeiten an jenem Tag vergönnt, manch einer bekommt noch nicht einmal mit, welch geschichtsträchtiges Ereignis gerade in der Metropole stattfinden.


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Dienstag, 14. September 2010


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Di, 14.09.10, sowie Mi, 15.09.10, 02:15 Uhr, Phoenix

Titel: Wie die Berliner Mauer wirklich fiel – Der schönste Irrtum der Geschichte

Form: Doku

Länge: 45 min

 

"Sofort" und "unverzüglich" waren die Zauberworte: ZK-Sprecher Günter Schabowski verkündete am 9. November 1989 kurz vor 19 Uhr die Öffnung der DDR-Grenzen nach Westen. Keine zwei Stunden später durften die ersten DDR-Bürger an der "Waltersdorfer Chaussee" tatsächlich einfach so "rüber", um 23.30 Uhr wurden zuerst an der "Bornholmer Straße" alle Kontrollen völlig eingestellt. Die Nacht vom 9. auf den 10. November 1989 ist die Nacht des "Mauerfalls": Gegen Mitternacht waren fast alle Grenzübergange in Berlin geöffnet, DDR-Bürger strömten massenhaft nach Westberlin und zurück, die Passkontrolleure der Stasi kapitulierten.


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Di, 14.09.10, 17:30 Uhr, DW-TV

Titel: Ost-Legenden

Form: Doku

Länge: 30 Minuten


Seinen Namen kannte spätestens 1973 jeder in der DDR. Winfried Glatzeder war 28 Jahre alt und hatte mit dem Paul aus dem Film "Die Legende von Paul und Paula" die Rolle seines Lebens gespielt. Später planten die DDR-Kulturfunktionäre 1982 die Erinnerungen an den Mimen mit Kultstatus nach dessen Ausreise in den Westen für alle Zeit auszulöschen: "Glatzeder ist aus allen Publikationen zu entfernen", ordnete die SED-Propagandaabteilung an. Inzwischen ist der Rebell Glatzeder in die Jahre gekommen, doch noch immer drehen sich die Leute auf der Straße nach ihm um und sagen: "Das ist doch Paul!"


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Di, 14.09.10, 18:05 Uhr, MDR

Titel: WortSchatz DDR

Form: Reportage

Länge: 2 Minuten


Ehekredit


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Di, 14.09.10, 21:00 Uhr, sowie 14.09.10, 03:05 Uhr, ZDF

Titel: Beutezug Ost – Die Treuhand und die Abwicklung der DDR

Form: Doku

Länge: 45 min


Als am 1. Juli 1990 die DDR-Mark im Verhältnis 1:1 und 1:2 in D-Mark umgetauscht wurde, vervielfachten sich die Lohn- und Herstellungskosten für die DDR-Betriebe. Mit der Währungsunion brach der Absatz selbst lukrativer Betriebe schlagartig ein. Edgar Most, der ehemalige Vizepräsident der DDR-Staatsbank, sieht in der D-Mark-Umstellung die Hauptursache für den Untergang der DDR-Industrie. Most und Bundesbankpräsident Pöhl warnten Kanzler Kohl vergeblich vor den Folgen der Währungsunion. Most weist die Behauptung zurück, die DDR-Wirtschaft sei ohnehin am Ende gewesen: "Erst mit der D-Mark-Einführung mit diesem falschen Umrechnungskurs waren wir endgültig pleite", so der ehemalige Staatsbankier.

Als Birgit Breuel, Präsidentin der Treuhandanstalt, am 31. Dezember 1994 das Schild von der Fassade des Treuhandgebäudes in der Berliner Wilhelmstraße abschraubte, waren 8000 Staatsbetriebe an private Investoren oft unter Wert verkauft oder geschlossen. 2,5 Millionen DDR-Bürger hatten ihren Arbeitsplatz verloren.

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Di, 14.09.10, 21:15 Uhr, Phoenix

Titel: Wo warst Du, als die Berliner Mauer fiel?

Form: Doku

Länge: 30 min

 

 

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Di, 14.09.10, 22:05 Uhr, sowie Mi, 15.09.10, 12:30 Uhr, MDR

Titel: Oststars im Westen – Auf Gastspiel beim Klassenfeind

Form: Doku

Länge: 43 Minuten


Selbst in den Zeiten von Abschottung und Kaltem Krieg durften DDR-Künstler zu Gastspielen in den Westen reisen. Die Staatsführung schmückte sich gern mit Weltstars "Made in GDR" wie Ludwig Güttler, Theo Adam u. a.

Der Staat verdiente gut an den Auftritten. Meist übernahm die staatliche Künstleragentur die Vertragsverhandlungen, organisierte die Reisen und bezahlte die Künstler – in DDR-Mark. Die Devisen flossen in den Staatshaushalt. Gleichzeitig warb man mit den Gastspielen im Westen auch für die Anerkennung des zweiten deutschen Staates. Ganze Theaterensembles gastierten seit den 1960er-Jahren an westdeutschen Bühnen. Die Medien der DDR schwiegen zumeist über die Auftritte der Ostkünstler, schließlich wollte man ja im Volk keine Begehrlichkeiten wecken.

Seit den 1970er-Jahren gastierten auch DDR-Schlagersänger und Rockgruppen auf der anderen Seite der Mauer. Obwohl es bis Mitte der 1980er-Jahre kein Kulturabkommen mit der Bundesrepublik gab, stiegen die Reiseanträge rapide an. Jährlich bis zu 10.000 Dienstreisen mit "kulturellem Auftrag" wurden genehmigt, Honecker beschwerte sich daraufhin, dass "unsere guten Schauspieler im Westen schon jeden Hinterhof bespielen". Allerdings brachten die Künstler so viel Geld wie nie zuvor in die marode Staatskasse. Im Film erzählen u. a. Ludwig Güttler, Frank Schöbel, Renate Blume und Gunther Schoß von den Gastspielen beim "Klassenfeind".

Verantwortlicher: Hans Sparschuh, Reiner Burmeister


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Mittwoch, 15. September 2010


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Mi, 15.09.10, 00:50 Uhr, ZDF, Mo, 20.09.10, 21:00 Uhr, sowie 00:30 Uhr, ZDFinfokanal

Titel: Blickpunkt – Die Reportage: Heißer Fußball im Kalten Krieg

Form: Reportage

Länge: 30 min

 

Aus blauen FDJ-Hemden hat er sich Hertha-Trikots geschneidert. Der Ostberliner Helmut Kopfleisch war ein großer Fan des Fußballclubs aus dem anderen Teil der Stadt – ein Fan des westdeutschen Fußballs überhaupt. Mit seiner Schmalfilmkamera hält Helmut Kopfleisch die Momente in der Nähe seiner Helden fest und genießt sie: "Das hat Spaß gemacht und einem wieder Kraft gegeben. Dann hat man mal den Osten ausgeblendet." Durch seine Leidenschaft geriet Kopfleisch ins Visier der Stasi. Er wurde massiven Repressionen ausgesetzt.

In der DDR waren sportliche Erfolge Ausdruck der Überlegenheit des Sozialismus. Und so erscheint auch die deutsch-deutsche Fußballgeschichte als ein Kampf der Systeme. Ein Fußballspiel wurde zum Klassenkampf im Flutlicht hochstilisiert. Der Gipfel war wohl die Begegnung DDR gegen Deutschland 1974 bei der WM Qualifikation. Das berühmte 1:0 von Jürgen Sparwasser ließ das "DDR-Selbstbewusstsein" ins Unermessliche wachsen. Umso dramatischer waren Meldungen über Fußballer, die nach Auswärtsspielen "drüben" blieben. Die Sporthistorikerin Jutta Braun sagt dazu: "Nicht nur, dass sie dem System verloren gingen, sondern die konnten sich dann auch noch in den Dienst des Klassenfeindes stellen." Und so beobachtete die Stasi auch im Westen die "Republikflüchtlinge" ganz genau.
 

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Mi, 15.09.10, 01:30 Uhr, Phoenix

Titel: Flucht in die Freiheit – Mit allen Mitteln

Form: Doku

Länge: 45 Minuten


Mit jeder geglückten Flucht wurden die Schlupflöcher in den DDR-Grenzanlagen beseitigt. Der Ausbau der Mauer wurde bis ins Wahnhafte perfektioniert – in den 70er Jahren setzte die DDR so genannte Selbstschussanlagen ein. Den "imperialistischen Schutzwall" ließ sie sich einiges kosten: Rund eine Milliarde Ost-Mark flossen jährlich allein in die Instandhaltung der circa 1400 Kilometer langen innerdeutschen Grenze. Dennoch suchten immer wieder Menschen nach neuen Wegen, das ausgeklügelte Grenzsystem der DDR zu überlisten.

 

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Mi, 15.09.2010, 06:00 Uhr, Phoenix

Titel: Ost-Berlin – Hauptstadt mit Mauer

Form: Doku

Länge: 45 min


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Mi, 15.09.10, 06:45 Uhr, Phoenix

Titel: Moskau, Mythen, Mauerfall – Wie der Kreml mit der deutschen Einheit rang

Form: Doku

Länge: 45 Minuten


Die Dokumentation beschreibt die Rolle der sowjetischen Führung am Zustandekommen der Wiedervereinigung, zeigt das Ringen und die atemberaubenden Positionswechsel des Kreml.

Der Russland-Experte Ignaz Lozo sprach in Georgien, Russland und Deutschland mit Entscheidungsträgern und Zeitzeugen, wie z.B. Michail Gorbatschow, Eduard Schewardnadse, dem damaligen Bonner Kanzleramtschef Horst Teltschik und dem damaligen deutschen Finanzminister Theo Waigel, sowie mit ehemaligen DDR-Oppositionellen.

Welche Auswirkungen hatte die Politik von Perestroika und Glasnost auf die DDR?

Wollte Gorbatschow wirklich die Einheit, wie im Nachhinein behauptet wird?


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Mi, 15.09.10, 18:05 Uhr, MDR

Titel: WortSchatz DDR

Form: Reportage

Länge: 2 Minuten


Heißluftdusche


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Donnerstag, 16. September 2010


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Do, 16.09.10, 01:35 Uhr, SWR

Titel: Leben live: Die Märchenhafte – Die Fotografin Sybille Bergemann

Form: Doku

Länge: 30 Minuten


In der DDR arbeiteten nur eine Handvoll Fotografen im eigenen Auftrag. Heute werden ihre Arbeiten hoch geschätzt, besonders die der Fotografinnen. Sibylle Bergemann ist eine der Hochgeschätzten.

Sie wurde berühmt mit ihren Modefotos für die DDR-Zeitschrift Sibylle, der fotografischen Dokumentation der Entstehung des Marx-Engels-Denkmals und Reportagen im Sonntag. Heute arbeitet Bergemann für den Spiegel, den Stern und für GEO. "Leben live"-Reporterin Pamela Meyer-Arndt hatte mit eigenem Kamerateam Gelegenheit, Sibylle Bergemann bei ihrer Arbeit mit ihrer Kamera zu beobachten und zu filmen.


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Do, 16.09.10, 18:05 Uhr, MDR

Titel: WortSchatz DDR

Form: Reportage

Länge: 2 Minuten


Hausbuch


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Do, 16.09.10, 22:30 Uhr, SWR

Titel: Mein Deutschland – 1/3 Geteilte HeimatNacht von auf

Form: Doku

Länge: 45 Minuten

Der erste Teil widmet sich den Jahren von 1949 bis 1961 – der Herausbildung zweier deutscher Staaten und zweier unterschiedlicher Wege, die Folgen von Krieg und Nachkriegszeit zu überwinden.


Wie wurden die Deutschen, wer sie sind? Die dreiteilige Dokumentation "Mein Deutschland" widmet sich dem "Nachdenken über Deutschland", von der doppelten Staatsgründung 1949 bis zur Wiedervereinigung 1990. Persönliche Erinnerungen werden verbunden mit dem anonymen Begriff der Nation. Was ist haften geblieben von 60 Jahren Deutschland? "Mein Deutschland" bittet 60 Zeitzeugen aus Politik, Kunst und Kultur zu einem Gespräch über das, was sie mit der deutsch-deutschen Geschichte und dem Begriff Heimat verbinden. Die Befragten sind weit mehr als prominente Zeitzeugen, sie haben das Gesicht der Bundesrepublik entscheidend mitgeprägt. Von Helmut Schmidt und Angela Merkel über Alice Schwarzer und Günther Jauch bis zu Campino und Annett Louisan – die Liste derer, die sich offen einem Gespräch stellen, ist eindrucksvoll. Noch eindrucksvoller ist das, was sie erlebt haben und zu erzählen wissen. Wie sie das Ende des Krieges, die Teilung des Landes und den Mauerfall empfunden haben und wie sie ihre Alltagssituationen mit den historischen Ereignissen verbinden. "Mein Deutschland" führt die Zuschauer auf eine Zeitreise in die Geschichte des
geteilten Deutschland.


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Do, 16.09.10, 23:05 Uhr, MDR, sowie Mi, 29.09.10, 23:35 Uhr, BFS

Titel: Das Ministerium für Staatssicherheit – Alltag einer Behörde

Form: Doku

Länge: 90 Minuten


Der Dokumentarfilm "Alltag einer Behörde" wird sich im Spannungsfeld zwischen alltäglicher Perfidität und Grausamkeit der Stasi-Methoden und einer von Selbstzweifeln geprägten Mitarbeiterschaft bewegen.

"Wir haben einen außerordentlich hohen Kontakt mit allen werktätigen Menschen. Ich liebe doch alle, alle Menschen", verkündete Erich Mielke am 13. November 1989 bei seinem letzten, denkwürdigen Auftritt in der Volkskammer. In der Kurzform "Ich liebe euch doch alle" wurde sein Ausspruch zum Sinnbild des Verhältnisses zwischen der Obrigkeit in der DDR als liebendem und strafendem Vater und den Untertanen als unmündigen Kindern. Schon lange ging es im Ministerium für Staatssicherheit nicht mehr nur darum, gegen Oppositionelle vorzugehen und die "Feinde des Sozialismus" unschädlich zu machen. Die Stasi war viel mehr als eine Geheimpolizei klassischen Zuschnitts, sie war eine Art Überministerium geworden, das sich beinahe für alles verantwortlich fühlte, was in der DDR vor sich ging. Doch das MfS war nur scheinbar perfekt. Der Wahn, alles kontrollieren zu wollen, führte zur Lähmung. Hinter einer monolithischen Fassade herrschten Misstrauen und Angst. Auch die Mitarbeiter merkten zunehmend, dass es ihre Aufgabe war, Fehler und Versäumnisse der politischen Führung zu kompensieren. Perestroika und der Öffnungsprozess nach Westen führten im MfS zu Desintegrationserscheinungen, zu einer Abnahme der Gewaltbereitschaft, zu Nachwuchsproblemen und zunehmendem Alkoholismus.


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"Wir waren auf jeden Fall ...mehr

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