Radiovorschau vom 5. bis 12. September 2010

Der Historiker, der Schriftsteller und die Machtelite

Hörfunkvorschau vom 5.-12. September 2010

Hörfunkvorschau vom 5.-12. September 2010

Diese Woche erfahren wir im Deutschen Rundfunk etwas über den Kampf gegen das Vergessen und Verfälschen von DDR-Geschichte, über die "gesammelten Einmischungen" eines Schriftstellers in der DDR und die Vorstellungen der DDR-Machtelite.

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Sonntag, 5. September 2010

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Sonntag, 5. September 2010, 14.05 Uhr, Nordwestradio

Titel: Hubertus Knabe im Gespräch mit Sigrid Brinkmann 

Form: Gesprächszeit 

Länge: 55 Minuten

Der Historiker Hubertus Knabe war lange Jahre in der Forschungsabteilung der Gauck-Behörde beschäftigt, bevor er im Jahr 2000 wissenschaftlicher Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen wurde. Bis zum Mauerfall war die Gedenkstätte das ehemalige Zentralgefängnis der Staatssicherheit: Ort eines nicht ergehenden Schreckens für ehemalige Inhaftierte, Geschichtsfälscherwerkstatt für alte Kader, die Hubertus Knabes Aufklärungsarbeit immer wieder als "Volksverhetzung" attackieren. Der 50jährige kann nicht davon blassen, die Herrschaftsmethoden der SED zu analysieren und gegen jedes Schönreden der DDR-Diktatur zu polemisieren. Teile der Öffentlichkeit sehen in ihm deshalb einen missionarischen Enthüllungsjournalisten. Im Gespräch erzählt der unerbittliche Kritiker der "Erben Honeckers" auch von den Prägungen seines lternhauses, der Flucht aus der DDR, der Gründung eines Komitees für die Freilassung des DDR-Dissidenten Rudolf Bahro und seinem früheren Engagement bei den "Grünen". Produktion Radio Bremen 2009

 

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Sonntag, 5. September 2010, 19.05 Uhr, MDR Figaro

Titel: Wie soll ich wissen, was mich bewegt: Gunter Preuß 

Form: Essay

Länge: 25 Minuten

Gunter Preuß bleibt einer der wenigen Leipziger Schriftsteller, die in der DDR bekannt waren und gern gelesen wurden. Vor allem seine Kinder- und Jugendbücher erlebten zahlreiche Auflagen. Mit "schwer erziehbaren" Mädchen und Jungen konnten sich die Lesenden offenbar identifizieren. Dem, was er den weiten Weg von der Wirklichkeit zur Wahrheit nennt, spürte und spürt Preuß in allen literarischen Formen nach. Vor kurzem ist unter dem Titel "Rufe in die Wüste" veröffentlicht worden, was auch "Gesammelte Einmischungen" heißen könnte. In 35 Autorenjahren hat Preuß sich immer wieder mit Beiträgen zur Zeit gemeldet. Nicht selten ist er in Randzonen der Gesellschaft vorgestoßen, in das offiziell Unerwünschte. Daraus folgt: Was gestern die Zonenränder aufweichte, stellt heute neue Ideologen infrage: "Man kann es ihren weißen Westen ansehen, dass sie mit allen Wassern gewaschen sind." Preuß hat sich ständig und unnachgiebig eingemischt, mit Erzählungen und Romanen, auch mit Stücken, Hörspielen, Gedichten, mit Aphorismen und nicht zuletzt mit Aufsätzen, Briefen und Interviews. Daran erinnert mit einem persönlich gehaltenen Porträt Norbert Marohn, der Preuß als kritischen Mentor vor dreißig Jahren in einem "Zirkel schreibender Werktätiger" kennenlernte.

 

 

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Mittwoch, 8. September 2010

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Mittwoch, 8. September, 19.30 Uhr, Deutschlandradio Kultur

Titel: Wachsender Abstand zur Wirklichkeit. Die Vorstellungswelt der DDR-Machtelite

Form: Zeitreise

Länge: 25 Minuten

 

Die DDR lebte in ihrer Frühzeit vom Glauben ihrer Führungsschicht an die sozialistische Zukunft. Doch die Schere zwischen Erwartung und Wirklichkeit ging immer weiter auseinander. Wie ging die Machtelite damit um? Wie war sie geprägt? Ralf Geißler untersucht diese Fragen zum 50. Todestag von DDR-Präsident Wilhelm Pieck.

 

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