Fernsehvorschau vom 26. Juni bis 3. Juli 2010

Damals in der DDR

Fernsehvorschau vom 26. Jui bis zum 03. Juli 2010

Fernsehvorschau vom 26. Juni bis 3. Juli 2010

Das ZDF zeigt einen Bericht über die Einführung der Wirtschafts- und Währungsunion und deren Folgen für die ostdeutsche Wirtschaft. Dem gleichen Thema widmet sich Phoenix am Sonntag mit der Reportage "Damals in der DDR".

Samstag 26. Juni 2010

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Sa, 26.06.10, 22 Uhr, arte
Titel: Im nächsten Leben
Form: Drama

Zu DDR-Zeiten arbeitete Wolfgang Kerber als Sportfotograf bei der staatlichen Nachrichten-Agentur ADN. Er war privilegiert und durfte zu Großereignissen in den Westen reisen, pflegte ständigen Umgang mit den Mächtigen und Berühmten des SED-Staates. Dann zog ihm die Wende den Boden unter den Füßen weg. Seine Frau starb, er verlor seinen Job und musste bei Null anfangen. Mit Glück und Beharrlichkeit wurde Kerber Polizeireporter bei einer großen Berliner Boulevardzeitung. Seine Reiseziele waren zwar nicht mehr Moskau, Seoul oder New York, sondern die ostdeutsche Provinz, aber Erfolg hatte er trotzdem. Im Team mit seinem Informanten Konrad Probst war Kerber einer der effektivsten Polizeireporter.

Nur eines hat Kerber nie getan. Er hat nie zurückgeblickt auf die Jahre vor und nach der Wende. Er hat wichtige Entscheidungen nie infrage gestellt. Für ihn gab es stets nur den Blick nach vorn. Erich Honeckers Credo "Vorwärts immer, rückwärts nimmer!" gilt auch für das Leben des Wolfgang Kerber.

Diese Rastlosigkeit hat ihren Preis. Mit 56 Jahren wirkt Kerber ausgebrannt. Von seiner Tochter Margitta hat er sich längst entfremdet, die Gegenwart mit ihren neuen Werten und technischen Anforderungen verunsichert ihn. Seinem jungen Chef passen Kerbers unkonventionelle Arbeitsmethoden nicht, er sieht in ihm ein journalistisches Auslaufmodell. Kerber gerät immer stärker unter Druck. Und reagiert, wie er immer reagiert hat - mit der Flucht nach vorn.

Als Margitta ihm bei einem ihrer seltenen Treffen von einem verschwundenen Mädchen an ihrer Schule in Wolfen erzählt, stürzt sich Kerber wie ein Besessener auf diese Geschichte. Während jeder andere den Vorfall für alltäglich hält, wittert er eine Sensationsstory um Mord und sittliche Verrohung. Er ist sich sicher, dass die Schülerin tot ist.

Voller Elan reist Kerber nach Wolfen und stürzt sich in die Recherchen vor Ort. Tatsächlich scheint er mit seinem Verdacht richtig zu liegen. Das verschwundene Mädchen hatte Probleme zu Hause und in der Schule und wurde von jugendlichen Herumtreibern terrorisiert, die Mitschülern mit Gewalt Markenkleidung und Wertsachen abnehmen. Alles passt perfekt in Kerbers Bild von der "verlorenen Generation des Ostens". Siegesgewiss kündigt er seinem Chef einen Knüller an. Doch dann findet Kerber die Schülerin. Sie lebt, und ihre Gründe, sich zu verstecken, haben offenbar nichts mit den anderen Jugendlichen zu tun.

Langsam dämmert es Kerber, dass er einer gigantischen Selbsttäuschung aufgesessen ist. Dass nichts so ist, wie er es gedeutet hatte. Aber er hat sich schon zu sehr in seine Story verrannt, um jetzt noch umzukehren. Er beginnt, die Geschichte zu manipulieren und zu inszenieren, und bringt dadurch das Leben einer Schülerin in Gefahr. Als er auch noch Margitta für seine Zwecke einspannen will, eskaliert die Beziehung von Vater und Tochter.

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Sa, 26.06.10, 23 Uhr, ZDF infokanal
Titel:Der Weg zur Einheit
Form: Magazin

"Das tritt nach meiner Kenntnis ist das sofort, unverzüglich." - Mit diesen Worten zum neuen Reisegesetz der DDR stieß SED-Politbüro-Mitglied Günter Schabowski bei der inzwischen legendären Pressekonferenz am 9. November 1989 einen Prozess an, der die kühnsten Erwartungen übertraf: Grenzöffnung, Mauerfall und elf Monate später, am 3. Oktober 1990, schließlich die Wiedervereinigung Deutschlands.

Nach der Massenflucht von DDR-Bürgern im Sommer 1989, den Bürgerprotesten im Herbst und dem Fall der Berliner Mauer hatten sich schlagartig die Möglichkeiten zur Wiedervereinigung verändert. Doch zur Auflösung des Status quo der beiden deutschen Staaten war mehr nötig als eine friedliche Revolution: die Bereitschaft der Siegermächte des Zweiten Weltkrieges, den Weg für die Wiedervereinigung Deutschlands frei zu machen.

Die symbolträchtige Öffnung des Brandenburger Tores im Dezember 1989, die Stürmung der Stasi-Zentrale in der Berliner Normannenstraße im Januar 1990, die ersten und einzigen freien Volkskammerwahlen im März, die Währungsunion im Juli und schließlich die Unterzeichnung des Zwei-plus-Vier-Vertrages im September 1990 – das sind die wichtigsten Wegmarken zur Wiedervereinigung. "Der Weg zur Einheit" zeigt sie.

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Sonntag 27. Juni 2010

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So, 27.06.10, 10.15 Uhr, ZDF
Thema: blickpunkt - Die Reportage,Als die D-Mark kam
Form:Reportage


20 Jahre nach der deutsch-deutschen Währungsunion
Juli 1990 – der Tag der Währungsunion. Für viele ehemalige DDR-Bürger ein ganz besonderer Moment ihres Lebens. Denn die D-Mark war das Symbol für Wirtschaftswunder und Wohlstand.

Die Geschichte dieser Währungsunion ist auch die Geschichte von dem, was Menschen bewegen können. Denn durch den scheinbar nicht enden wollenden Strom von Übersiedlern und die heftigen Demonstrationen in der untergehenden DDR, sah sich die Politik zum schnellen Handeln gezwungen. "Wir hatten politisch keine andere Wahl - uns liefen die Menschen weg. Die Freiheit allein genügte nicht, die Menschen brauchten das Geld, um ihr Leben zu verändern", erinnert sich der letzte frei gewählte Ministerpräsident der DDR, Lothar de Maizière.

Die Botschaft der Demonstranten war unmissverständlich. "Kommt die D-Mark, bleiben wir, kommt sie nicht, gehen wir zu ihr." Gegen den Rat von Experten wurde entschieden, die Währungsunion sofort zu schaffen und die Währungsumstellung größtenteils im Verhältnis eins zu eins vorzunehmen.

Der Film zeigt, was dies letztlich für Auswirkungen hatte. Eine Folge dieser Entscheidung: Die marode DDR-Wirtschaft wurde über Nacht der westdeutschen und internationalen Konkurrenz ausgesetzt. "Wider besseren Wissens haben die Politiker den Kurs durchgezogen. Die Folgen für die DDR-Wirtschaft hätte man absehen müssen", sagt Edgar Most, damals Vizepräsident der Staatsbank der DDR.

20 Jahre danach zeigen Henriette de Maizière und Marcus Niehaves die großen Momente der historischen Zäsur. Sie sprechen mit Menschen, die damals eng an den Entscheidungen beteiligt waren – wie Theo Waigel, damals Finanzminister und Karl-Otto Pöhl, damals Chef der Bundesbank. Die Autoren rekonstruieren, was diese Entscheidung bewirkte. Und reden mit den Bürgern, die damals der D-Mark entgegenfieberten, die sie als erstes in den Händen hielten, mit Verlierern und Gewinnern dieser Entscheidung.

Wiederholung: Di, 29.06.10, 23.33 Uhr, ZDF infokanal, Mi, 30.06.10, 17.15 Uhr, ZDF infokanal
 
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So, 27.06.10, 15.30 Uhr, Phoenix
Titel: Damals in der DDR
Film: Dokumentation

D-Mark für alle
Das letzte Jahr der DDR - alles war neu für die Menschen. Die D-Mark, der Konsum. Der Osten entdeckte den Westen - und der Westen den Osten.

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So, 27.06.10 16.15 Uhr phoenix
Titel: 1.7.1990 - Vor 20 Jahren: Die D-Mark kommt
Form: Film

Goldgräberzeiten
Unterwegs auf den Spuren westdeutscher (Markt-) Eroberer in der DDR im Jahr 1990: Banken und Versicherungen, Fleischketten und Lebensmittelgrossisten, Kaffee- und Zigaretten-Konzerne ebenso wie Rheumadeckenverkäufer sind am Start, um den neuen unverhofften Markt von potenziellen 17 Millionen Konsumenten unter sich aufzuteilen. Mit glitzernden Verpackungen, verführerischen Lockangeboten und kleinen Geschenken versuchen westliche Unternehmer, sich durch schnelle Verträge Marktanteile langfristig zu sichern. Angesichts dieser Maßnahmen solidarisch zu sein und auch nach heimischer -Ware Ausschau zu halten, ist für die staunend und abwartend dastehenden DDR-Bürger nicht leicht.

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Montag, 28. Juni 2010

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Mo, 28.06.10, 23.15 Uhr, NDR
Titel: Meine DDR
Form: Reportage
 
Der schöne Schein der Diktatur
An ihre Erlebnisse in der DDR erinnern sich:
* das Ehepaar Inge und Ulrich Stolte
* die Fernsehmoderatorin Edda Schönherz
* der Staatsbürgerkundelehrer und Parteifunktionär Detlef Scheibe
* die Liedermacherin Bettina Wegner
* Inge und Ulrich Stolte: Das Ehepaar hat sich in der DDR gut eingerichtet. Dennoch zeigt das Familienidyll Risse. Die sozialistische Erziehung in der Schule und der Alltag zwischen Planerfüllung und Bückware engen ein. 1984 flüchten die Stoltes in die westdeutsche Botschaft in Budapest.

* Edda Schönherz: Die erfolgreiche Fernsehmoderatorin stellt ihre privilegierte Nische infrage und versucht ebenfalls, über die Budapester Botschaft zu fliehen. Sie wird verhaftet und kommt für drei Jahre ins Frauengefängnis Hoheneck.

* Detlef Scheibe: Dem Staatsbürgerkundelehrer und Parteifunktionär kommen Anfang der 1980er-Jahre Zweifel. Er möchte den Lehrerberuf aufgeben, doch die Genossen setzen ihn unter Druck. Sie drohen, ihn in die Psychiatrie einzuweisen.

* Bettina Wegner: Die Liedermacherin kämpft mit ihrer Musik für einen besseren sozialistischen Staat. Das DDR-Regime verlangt von ihr, das Land zu verlassen.

Hintergrundinformationen:
In den Jahren nach dem Machtantritt von Erich Honecker 1971 verbessert sich der Lebensstandard der DDR-Bevölkerung, auch wenn er weiterhin niedrig bleibt. Die neue Führung kurbelt den Wohnungsbau an, das Gesundheitswesen wird ausgebaut, Renten und Löhne erhöht. Während die Bundesrepublik 1973 unter der Ölkrise und der folgenden Rezession leidet, verweist die DDR-Führung auf wirtschaftlichen Fortschritt und Vollbeschäftigung. Nach außen präsentiert sie sich als glanzvolles Mitglied der sozialistischen Staatengemeinschaft. Immer mehr Staaten knüpfen mit der DDR diplomatische Beziehungen, 1973 wird sie, gemeinsam mit der Bundesrepublik, in die UNO aufgenommen und tritt zahlreichen internationalen Organisationen bei. Die Weltfestspiele der Jugend 1973 in Ostberlin oder der Weltraumflug des Kosmonauten Sigmund Jähn, dem ersten Deutschen im All, spiegeln das neue Selbstbewusstsein der DDR wider. Doch auch wenn die erste Etappe der "Ära Honecker" bis 1976 für eine Stabilisierung des Systems steht, tritt ab 1976 die Krisenhaftigkeit erneut in den Vordergrund. Die Ausbürgerung Wolf Biermanns signalisiert das Ende der liberaleren Kulturpolitik seit Anfang der 1970er-Jahre und zeigt deutlich, dass es in der DDR keine geistige Freiheit geben kann.

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Donnerstag, 1. Juli 2010

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Do, 01.07.10 21.45 Uhr
Titel: Bin mal kurz ... auf Usedom
Form: Reportage

Auf der Ostseeinsel Usedom kann man einiges über die deutsche Geschichte lernen. Zum Beispiel auf dem Gelände der früheren "Heeresversuchsanstalt", wo die Nazis ab 1936 Flugbomben und Raketen bauen und testen ließen und von dem heute nur wenige Trümmer erhalten sind. Zeugnisse deutscher Schlafkultur findet man im Pommerschen Bettenmuseum am alten Peenemünder Flughafen.

Anschaulichen Geschichtsunterricht bietet auch das "Technik und Zweiradmuseum" im Dörfchen Dargen, das mit einer sehenswerten Sammlung von historischen DDR-Fahrzeugen aufwartet, unter anderem dem Konferenzbus von Erich Honecker. Zudem gibt es Ausstellungshallen voller Erinnerungen an den DDR-Alltag - vom Brotaufstrich bis zur Brockenhexe, einem Traktor.

Im Rahmen der Reihe "Bin mal kurz ..." besucht Reisejournalist Gert Anhalt die Insel Usedom.

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"Wir waren auf jeden Fall ...mehr

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