Radiovorschau vom 13. bis 20. Juni 2010

Wo sind wir bloß hingekommen?

Radiovorschau vom 13. bis 20.Juni 2010

Die Reise Klaus Müllers von Rostock nach Italien wird am Sonntag im Feature "Ohne Italien geht´s nicht in die Kiste" erzählt. Klaus Müller wollte einmal die Welt sehen, also floh er über Dänemark nach Italien um später wieder in die DDR zurückzukehren. Bayern 2 Plus beschäftigt sich am Donnerstag mit der Witschafts-, Währungs- und Sozialunion und den darauffolgenden Ereignissen.

Sonntag, 13.Juni 2010

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So,13.06.10, 09.05 Uhr, Nordwestradio
Ohne Italien geht's nicht in die Kiste
Form:Feature

Die Reise des Klaus Müller von Rostock nach Syrakus im Jahre 1988
Von Friedrich Christian Delius
Nach siebenjähriger Vorbereitung gelang es dem Kellner Klaus Müller im Juni 1988 die Seegrenze der DDR zu durchbrechen und nach Dänemark zu segeln. Im Gegensatz zu anderen Flüchtlingen wollte Müller nicht fliehen, sondern auf den Spuren Johann Gottfried Seumes durch Italien bis nach Syrakus/Sizilien reisen und anschließend wieder in die DDR zurückkehren.
In diesem Feature erzählt Müller, wie er auf die Idee kam, wie er segeln lernte, die Route suchte, sein Boot tarnte, Geld in den Westen schaffte, wie er gegen jede Gefahr eine List fand, immer etwas schlauer als die Stasi zu sein, und alles ohne Mitwisser tat. Er nahm sich das Recht auf eine "Bildungs- und Pilgerreise" und überstand mit diesem Trotz die Dramatik der Flucht und der Reise bis Sizilien und zurück.
Die spannende und komische Geschichte zeigt die ambivalente Haltung eines kritischen DDR-Bürgers: Die Liebe zu seinem Land war größer als der Hass auf den Staat. Müller floh, um bleiben zu können. Er wollte einmal etwas von der Welt sehen, – und es ist ihm gelungen, wie Schweijk oder dem Hauptmann von Köpenick Großes gelungen ist.

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Mittwoch, 16.Juni 2010

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Mittwoch, 16. 06.10, 21.33 Uhr, Deutschlandradio Kultur
Pension Spreewitz, Neumann, zweimal klingeln
Form: Familie in Serie, Hörspiel (51)

Nachdem die 50. Folge von "Familie in Serie" gefeiert wurde – die öffentliche Veranstaltung im September 2009 endete unter großem Jubel in einem Cha-cha-cha-Tanzkurs mit Clarisse Cossais – kehren wir nun mit der 51. Folge wieder in den Alltag von "Familie in Serie" zurück. Heute werden bei Neumanns die Damen geehrt. Es ist nämlich der 8. März! Auch wenn am Anfang alles ziemlich schief geht, wird zum Schluss der internationale Frauentag sehr gemütlich zelebriert und wir sind dabei. Welche Perle der Serie "Pension Spreewitz" heute gesendet wird, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

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Donnerstag, 17.06.10, 20.30, Bayern 2 plus
Titel:"Entweder die Mark kommt zu uns oder ...!", 20 Jahre Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion
Form: RadioThema

Nach dem Fall der Mauer wünschten sich die meisten Bürger der DDR zur Freiheit auch die Chance auf westlichen Wohlstand. Symbol dieses Wohlstands war die harte D-Mark, deswegen kam die berühmte Parole auf: "Entweder kommt die Mark zu uns, oder wir kommen zur D-Mark". Der Wunsch wurde erfüllt, am 1. Juli 1990 ersetzte die D-Mark die Ostmark im Zuge der Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion. Löhne, Gehälter, Mieten, Pachten und kleinere Bankguthaben wurden eins zu eins umgestellt, die restlichen Forderungen und Verbindlichkeiten zwei zu eins. Die Nachfrage nach D-Mark war riesig, die DDR-Bürger holten sich schon am ersten Tag der Währungsumstellung 3,4 Milliarden D-Mark ab. Stefan Schmid erinnert mit Hilfe historischer Originaltöne und Aussagen von Zeitzeugen und Ökonomen an diese turbulente Phase der deutsch-deutschen Wirtschaftsgeschichte, etwa an den Streit um den richtigen Umtauschkurs, an Umtauschbetrügereien, an den Beschäftigungseinbruch nach der Währungsunion, an die Preisentwicklung und an die Bevölkerungswanderung: Denn viele DDR- Bürger zogen trotzdem gen Westen, obwohl die Mark zu ihnen kam.

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Sonntag, 20.Juni 2010

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Sonntag, 20. 06.10, 09.05 Uhr, Nordwestradio
Titel: Wo sind wir bloß hingekommen? Die letzten Tage der Stasi im O-Ton
Form: Feature

169.000 Film-, Video- und Tondokumente lagern heute in den Archiven der ehemaligen DDR-Staatssicherheit – ein Bestand, der gemessen an 112 Kilometern Schriftgut, 39 Millionen Karteikarten und 1,4 Millionen Fotos und Negativen eher gering erscheinen mag. Und doch liefern gerade die Tonbänder des MfS, das im November 1989 zum "Amt für Nationale Sicherheit" (AfNS) mutierte, aufschlussreiche Eindrücke von der friedlichen Revolution aus der Perspektive des "Schilds und Schwerts der Partei".
Spitzelberichte über oppositionelle Friedensgebete, Demonstrationen und – nach dem Mauerfall – akribische Meldungen über Ein- und Ausreisezahlen sowie besondere Vorkommnisse an der durchlässig gewordenen Grenze. Teile des Telefonverkehrs jener Zeit zwischen Dienststellen und Informanten aus der ganzen DDR und der Zentrale in der Ost-Berliner Normannenstraße sind in den Archiven der Birthler-Behörde erhalten geblieben, ebenso wie die Tonprotokolle des "Zentralen Operativstabs" (ZOS), Mitschnitte von Gesprächen zwischen Stasi-Bediensteten über ihre eigene Zukunft und Aufzeichnungen aus Stasi-Dienststellen in der Provinz. Das Feature präsentiert erstmals eine Auswahl aus diesem bisher unveröffentlichten Material.
Erst sehr spät dämmerte den regimetreuen "Tschekisten", dass der Umbruch in der DDR auch ihr eigenes Ministerium hinwegfegen würde: Am 14. Dezember 1989 beschloss die Modrow-Regierung die Auflösung des AfNS.

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