Fernsehvorschau vom 12. bis 19. Juni 2010

Sportskanonen, ein Ossi für alle Fälle, Artisten, Tiere, Funktionäre, Zirkus in der DDR

Fernsehvorschau vom 12. bis 19. Juni 2010

Vom Militärattaché in Peking zum Würstchenverkäufer, eine Erfolgsgeschichte in Peking. ZDFneo zeigt diese am Montag in der Dokumentation 'Zuhause in ... Zuzeln in Peking'. Eine zweite Erfolgsgeschichte erzählt 3Sat in der Dokumentation, 'Ein Ossi für alle Fälle', in der es um die Geschichte des Multicars, eines kompakten Transporters aus Waltershausen, geht.

Samstag, 12.Juni 2010

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Sa, 12.06.10, 00.05 Uhr, Phoenix
Titel: Meine Geschichte – Das Kriegsende
Form: Porträt

Seine Kritik an der politischen Führung bringt dem DDR-Schriftsteller Erich Loest sieben Jahre Zuchthaus ein. 1981 siedelt er in den Westen über. Als jugendlicher Pimpf ist er ein glühender Bewunderer der Nazis. Jungscharführer wird er schon mit 13. Später dann Fähnleinführer bei der Hitlerjugend. Zur Wehrmacht meldet er sich freiwillig, im März 1944. In den letzten Kriegswochen wird er als Einzelkämpfer hinter der Front eingesetzt.

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Sonntag, 13.Juni 2010

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So, 13.06.10, 00.55 Uhr, ZDF
Titel: Sportskanonen – Der Körper als Waffe
Form: Gesprächsreihe

Glanzvoll in Szene gesetzte körperliche Einsätze des Spitzensports spielen nicht nur bei der Fußball-WM eine Rolle. Im Zeitalter des Mediensports avancieren Sport-Heroen zu "Priestern der Muskelkraft" (Pierre de Coubertin). In Zeiten narzisstischen Körperkults steht Sport als Chiffre für eine gesamte Lebenskultur, in der Sport als Rückgriff auf den Körper gilt, der zu funktionieren hat und perfekt sein soll.

Was bei den alten Griechen noch ethisch wertvolle Betätigung war, der Ertüchtigung und Schönheit diente, feierte Leni Riefenstahl bei den Olympischen Spielen 1936 als Triumph des Willens über den Körper und formulierte damit eine barbarische Version von Schönheit. Sport zu NS-Propagandazwecken missbraucht, diente als Konstrukt eines Menschenbildes, von dem sich der Konkurrenz-Geist des Sports bis heute offensichtlich nicht erholt hat. Die Bewunderung sportlicher Leistungen und das Streben nach Höchstleistungen, verbunden mit dem Ausloten persönlicher Leistungsgrenzen standen damals wie heute im Vordergrund.

Körperkult und Körperfunktion im Sport überwinden scheinbar spielerisch die Grenzen des Körperlichen – und wenn nicht, dann mit pharmazeutischer Hilfe. Doping – zu DDR-Zeiten gängiges – ist im Deutschland geeinter Sporteuphorie zum probaten Mittel geworden. Die "gedopte Gesellschaft", behauptet Ines Geipel, sei längst keine Utopie mehr, "wir müssen uns daran gewöhnen, dass auch immer mehr ganz normale Menschen mit frisierten Körpern herumlaufen".

Ist Erfolg im Fußball über Doping planbar? Wie weit lässt sich der narzisstische Körperkult noch steigern? Ist Sport zur Ersatzreligion geworden? Ist der Körper Kapital, das sich beim Training maximiert ausschöpfen lässt? Wann werden Körper zu Waffen? Dominiert die Riefenstahl-Ästhetik immer noch den Spitzensport? Gibt es so etwas wie humanen Leistungssport? Warum kommt Sport nicht ohne Doping aus? Lassen sich die Grenzen des Körperlichen ins Unendliche steigern? Wie viel Sport braucht der Mensch?

"Sportskanonen – Der Körper als Waffe", darüber diskutiert Volker Panzer mit seinen Gästen im ZDF-nachtstudio.

Gäste:
Ines Geipel, Publizistin und ehem. DDR-Sprinterin
Christine Theiss, Profi-Weltmeisterin im Kickboxen
Gunter Gebauer, Sportphilosoph
Arnd Krüger, Sporthistoriker

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So, 13.06.10, 15.30 Uhr, phoenix
Titel: Tausche Ostagent gegen Westagent, Endstation Glienicker Brücke
Form: Film

11.6.1985 – Vor 25 Jahren: Größter Agenten-Austausch auf der Glienicker Brücke
10. Februar 1962: Der erste und zugleich spektakulärste Agententausch in der Geschichte des Kalten Krieges fand auf der Glienicker Brücke zwischen Potsdam/DDR und Westberlin statt. Mit dem Austausch des US-Spions Francis Gary Powers gegen den Topagenten der Sowjets, Rudolf Iwanowitsch Abel, begann zugleich die atemberaubende Karriere eines bis dahin völlig unbekannten Anwalts aus Ostberlin: Wolfgang Vogel. Er bereitete fortan die Deals vor.

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Montag, 14.Juni 2010

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Mo,14.06.10, 09.40, ZDFneo
Titel: Zuhause in ... Zuzeln in Peking
From: Dokumentation

Steffen Schindler ist in Peking ziemlich bekannt als Wurstverkäufer und ehemaliger Militärattaché. Bis 1990 war er an der DDR-Botschaft für die "strategische Aufklärung" verantwortlich, ein Karrieresoldat der NVA. Aus dem Oberst a.D. wurde einer der erfolgreichsten Unternehmer in Peking. Er hat das, wovon so viele deutsche Unternehmer träumen: Erfolge auf dem asiatischen Markt. Mittlerweile besitzt er zwei Restaurants, eine Wurstfabrik, einen Delikatessenladen sowie einen Catering-Betrieb. 130 Leute arbeiten für ihn. Auf Botschaftsempfängen, Grillpartys und in Luxushotels werden seine Würste und Fleischplatten gereicht.

Wiederholung, Di, 15.06.10, ZDFneo

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Mo, 14.06.10, 23.15 Uhr,NDR
Titel: Meine DDR, Träume und Illusionen

Form: Dokumentation

1953 wird der Volksaufstand vom 17. Juni gegen ungerechte Arbeitsnormen brutal niedergeschlagen. Todesurteile werden gefällt und die Freiheit der DDR-Bewohner wird durch den Aufbau eines gnadenlosen Spitzelapparates konsequent eingeschränkt.
Die Protagonisten im Teil "Träume und Illusionen" aus der Reihe "Meine DDR": Ernst Jennrich: Als 13-Jähriger verliert er seinen Vater, der in einem manipulierten Gerichtsverfahren unschuldig zum Tode durch das Fallbeil verurteilt wird.
Heinz Florian Oertel: Der Sportreporter macht im Hörfunk Karriere.
Friedrich Wolff: Der Rechtsanwalt darf zwar als Verteidiger kaum einen Prozess gewinnen, verteidigt aber bis heute die DDR vehement.
Hagen Koch: Der junge Stasimann aus dem Wachregiment Feliks E. Dzierzynski zieht den weißen Grenzstrich am Checkpoint Charlie und gestaltet die Teilung Deutschlands dadurch maßgeblich mit.
Elfriede Wojaczek-Steffke: Als Umsiedlerin zunächst privilegiert, protestiert sie am 17. Juni 1953 gegen die Erhöhung der Arbeitsnormen und wird wenige Jahre später für den Dienst in der Staatssicherheit angeworben.

Hintergrundinformationen:
Gerade einmal zwölf Jahre lang existiert die DDR, als sie sich 1961 gegen den Westen vollständig abriegelt. Bis dahin sind knapp drei Millionen Menschen aus ihrem Machtgebiet geflohen. Trotzdem meinen einige Ostbürger bis heute, dass die Zeit zwischen 1949 und 1961 die beste in der DDR gewesen sei. Denn man habe versucht, etwas Neues aufzubauen, ein Land, das sich vor allem energisch gegen die Verbrechen Nazideutschlands aufgestellt habe.
Diesem Enthusiasmus der Gründerjahre steht der rücksichtslose Kampf gegen Regimekritiker und Feinden gegenüber. Die Zwangsverstaatlichung von Betrieben und Bauernhöfen beraubt Tausende Menschen ihres Besitzes.

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Dienstag, 15.Juni 2010

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Di,15.06.10, 12.30 Uhr, 3Sat
Titel: Ein Ossi für alle Fälle
Form: Dokumentation

Er ist ein Tausendsassa und sehr vielfältig einsetzbar – er diente einem Pflegeheimbewohner zur Flucht, ein ganz pfiffiger Mann blockierte mit ihm einen Polizeiblitzer, ein anderer nutzt ihn als Grillstand, und Russlands ehemaliger Präsident Putin ließ ihn für seine Datscha anschaffen. Als einziges Gefährt aus DDR-Produktion ist er in die Markwirtschaft gefahren – der Multicar, ein kompakter Transporter aus Waltershausen.

Seine Fans im Osten blieben ihm nach der Wende treu, die Skeptiker im Westen erlagen seinem "praktischen Charme", hier wie dort fährt er für Stadtverwaltungen, auf Bauhöfen und so manchem Betriebsgelände umher – dank Walter Botschatzki, Manfred Windus und ihren Mitarbeitern: Die beiden Betriebsleiter wagten nach der Wende das Management-Buy-Out mit entsprechend hoher Verschuldung.

Bedeutende Wirtschaftsprüfer sagten den Untergang vorher. Doch es wurden neue Zulieferer und Aufsatzhersteller im In- und Ausland gefunden. Die Fahrzeuge wurden sicherer, sauberer und immer flexibler einsetzbar. Der Multicar blieb dabei "unscheinbar" – zu klein, zu speziell, um die Begierde großer Fahrzeugunternehmen zu wecken.

1995 schrieb das Unternehmen wieder schwarze Zahlen, die verbliebenen 250 Mitarbeiter atmeten auf. Dann kam der Schock: Die Mercedes-Benz-Sparte Unimog war auf die Verkaufszahlen der Thüringer aufmerksam geworden – immerhin 1.500 Fahrzeuge pro Jahr – und brachte ein fast identisches Konkurrenzprodukt auf den Markt. Doch mit besserer Qualität konnten sich die Waltershausener durchsetzen.

Der Film "Ein Ossi für alle Fälle" erzählt die Erfolgsgeschichte des Multicars.

Wiederholung, Di, 15.06.10, 04.55 Uhr, 3Sat

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Di, 15.06.10, 13.45 Uhr,3Sat
Titel: Pulsschlag Berlin. Alles Müll oder was?
Form: Dokumentation

Wenn der Berliner wach wird, ist das Müllentsorgen schon in vollem Gange – und gleichzeitig entsteht neuer Müll. Der wird getrennt und entsorgt, ein ständiger Kreislauf. 350 Kilogramm sind es pro Person und Jahr in der Hauptstadt, und damit immerhin 150 Kilogramm weniger als in den meisten anderen deutschen Großstädten. Aber die Berge wachsen – trotz grünem Punkt und Dosenpfand. Schlaue Lösungen sind gefragt.

Dirk Bernhardt, der Erfinder der Berliner Papierbank, kannte das frühere erfolgreiche Sero-Sammelsystem der DDR nur vom Hörensagen. Als er vor einigen Jahren seinen Service "Kleingeld für Altpapier" anbot, hatte er schnell 1.000 Kunden. Mittlerweile beteiligen sich etwa 30.000 Berliner am Papiersammeln. Der Rohstoff ist auf dem Weltmarkt begehrt – besonders scharf darauf sind die Chinesen. Noch werden etwa 50 Prozent des Berliner Hausmülls auf Deponien abgelegt. Die Entsorgung ist ein gigantisches technisches und wirtschaftliches Unternehmen.

Der Film "Pulsschlag Berlin" verfolgt den Weg des Berliner Hausmülls und begleitet Menschen, die mit dem zuverlässigen Verschwinden der Reste des Konsums ihr Geld
verdienen.

Wiederholung, Di, 15.06.10, 04.10 Uhr 3Sat

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Di, 15.06.10, 22.05 Uhr, MDR
Title: Geschichten vom Ja-Sagen
Form: Dokumentation

Heiraten in der DDR
Jugend voran, hieß es immer, und die Jugend erfüllte und übererfüllte auch beim Heiraten und Kinderkriegen den Plan. Geheiratet wurde in der DDR sehr jung, viel und oft.
Der sanfte Druck der Mangelwirtschaft ließ viele Paare zu sehr pragmatischen Einsichten kommen: Erst einmal heiraten, dann bekommt man auch irgendwann eine Wohnung, die man mit Hilfe des zinslosen Ehekredits einrichten kann. Dann fehlen nur noch die Kinder, um mit der Kindergeld-Prämie den Kredit abzulösen. Und so wurde geheiratet, wieder geschieden und wieder geheiratet. Der Mangel setzte allerdings auch dem Hochzeitsritual einige Grenzen. Dederon-Kittelschürzen gab es in nahezu jedem Textil-HO, an einen Brautschleier heranzukommen, war dagegen etwas schwieriger. Hatte Mann oder Frau eine Eheschließung vor, war die Anmeldung beim Rat der Stadt erforderlich. Erst die kleine amtliche Karte mit dem Hochzeitstermin berechtigte in den 60er-Jahren zum Einkauf im HO-Hochzeitsausstatter.
Um dem "bürgerlichen" Ritual eine neue Färbung zu geben, erfand man in den 60er-Jahren die "sozialistische Eheschließung". Geheiratet und gefeiert wurde im Betrieb, gemeinsam mit dem Arbeitskollektiv. Diese Variante traf bei der Bevölkerung auf wenig Zustimmung. Den "schönsten Tag im Leben" wollten sich die Brautpaare in der DDR doch lieber individuell gestalten. So machte man sich auch im Sozialismus auf die Suche nach Kutsche, Friseurtermin, Smoking und passendem Kleid. Ein Film über den manchmal recht beschwerlichen Weg zum Eheglück.

Wiederholung, Mi.16.06.10,12.30 Uhr, MDR

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Mittwoch, 16.Juni 2010

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Mi, 16.06.10, 06.15 Uhr, Eins Extra
Titel: Artisten, Tiere, Funktionäre, Zirkus in der DDR

Vorhang auf! Manege frei! Das große Zirkuszelt ist wie immer bis auf den letzten Platz belegt. In der Manege sitzen sieben ausgewachsene Eisbären auf ihren bunt glitzernden Podesten.
Auf eine leise Aufforderung hin erhebt sich einer der Bären und trottet in die Manegenmitte, wo die Dompteurin Ursula Böttcher auf ihn wartet. Als der Eisbär bei ihr angekommen ist, richtet er sich in seiner ganzen Größe auf.
Direkt neben der kleinen zierlichen Frau wirkt der riesige Bär noch größer. Er überragt sie um mindestens einen Meter. Der Bär beugt sich hinunter bis seine Schnauze das Gesicht der Dompteurin berührt. Ein Raunen geht durch das Zelt.
Der "Eisbären-Kuss" von Knuts Mama, der Eisbärendame Tosca, und der Dompteurin Ursula Böttcher war eine der Nummern, mit denen in der DDR Zirkus-Geschichte geschrieben wurde.
Rüdiger Probst vom Zirkus Probst ist für seine Darbietungen mit sibirischen Tigern bekannt.
Ebenso berühmt waren Hanno Coldham mit seiner Raubtiergruppe, die Luftakrobaten "Berolinas" oder Otto Lehmann als Clown "Klein-Otto". Der Staatszirkus der DDR war Weltspitze und die Menschen liebten ihn.
In den 30 Jahren seines Bestehens kamen 60 Millionen Zuschauer. Und dann gab es noch unzählige Gastspiele in aller Welt – Ost wie West …

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