Fernsehvorschau vom 9. bis zum 15. Mai 2010

Grenzstreifen und Dissidenten

Fernseher

Fernsehvorschau vom 9. bis zum 15. Mai

Am Dienstag berichtet ZDF Neo über die ungewöhnliche Erkundung des ehemaligen Grenzstreifens, der Ost- und Westdeutschland voneinander trennte, mit einem "Gobbi". Der Mauer nimmt sich am Mittwoch auch der Hessische Rundfunk an. Arte liefert am Dienstag eine Dokumentation, welche die Dissidenten des Ostblocks in den Fokus nimmt. Exemplarisch wird der Werdegang von Persönlichkeiten vorgeführt, die bereit waren, sich gegen ihre sozialistischen Regierungen aufzulehnen. Den Weg zur deutschen Einheit wird am Freitag noch einmal der ZDF Infokanal beschreiten. Von Günter Schabowskis Pressekonferenz bis zur Wiedervereinigung werden die wichtigsten Ereignisse vorgestellt.

Sonntag, den 09. Mai 2010

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Montag, den 10. Mai 2010

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Dienstag, den 11. Mai 2010

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Di, 11.05.10, 00.05 Uhr, ZDF Neo
Titel: Go, Gobbi, go!

Form: Reportage

Länge: 30 Minuten

 

Wie eine Narbe zieht sich der ehemalige Grenzstreifen durch die Bundesrepublik.
1393 Kilometer – grob gesagt von Travemünde bis nach Hof. Eine Strecke, auf der fast vierzig Jahre lang jegliches Zusammenleben zwischen Menschen der DDR und der alten Bundesrepublik verhindert wurde.

Praktisch über Nacht wurden damals ganze Regionen, Dörfer, und sogar Familien durch Minen, Stolperdrähte und Selbstschussanlagen getrennt. Seit nunmehr zwanzig Jahren heilt die Deutsch-Deutsche Narbe – allerdings nicht ohne Komplikationen. Die Dokumentation begibt sich auf eine Reise entlang der ehemaligen Demarkationslinie.

Das Reisevehikel ist genauso einzigartig, wie passend: das Film-Team fährt mit einem "Gobbi" - einem Deutsch-Deutschen Gefährt - vorne Golf, hinten Trabbi. Hier wurde von Technikern zusammengeschraubt, was zusammen gehört. Doch wie ist das mit den Menschen? Der Film erzählt Geschichten und Geschichtchen – von getrennten und vereinten Welten, damals und heute.

 

Wiederholung: Mi, 12.05.10, 05:30 Uhr, ZDF Neo

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Di, 11.05.10, 00:45 Uhr, WDR

Titel: 60 x Deutschland – Die Jahresschau (28). Das Jahr 1976.

Form: Dokumentation

Länge: 15 Minuten

1976 – das war das Jahr, in dem in der Bundesrepublik die "Biene Maja" auf dem Fernsehschirm erschien und in Ost-Berlin der Palast der Republik eröffnet wurde. Nach einem Konzert in Köln wurde der Liedermacher Wolf Biermann aus der DDR ausgebürgert.

Salli Sallmann, damals Soldat bei der NVA, erzählt von seiner Kritik an der Ausbürgerung Biermanns und seiner anschließenden Verhaftung. ZDF-Redakteur Josef Göhlen erinnert sich an die wütenden Proteste gegen die Ausstrahlung der "Biene Maja".

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 Di, 11.05.10, 06:45 Uhr, BFS

Titel: 60 x Deutschland – Die Jahresschau. Das Jahr 1992.

Form: Dokumentation

Länge: 15 Minuten

1992 – das war das Jahr, in dem weltweit zum ersten Mal eine Frau zum lutherischen "Bischof" gewählt wurde, der ehemalige SED-Chef Honecker vor Gericht stand, die Stasi-Unterlagen erstmals einsehbar wurden und ausländerfeindliche Übergriffe in Ost und West das Land erschütterten.

Wolfgang Richter erzählt, wie er sich im letzten Moment aus dem brennenden Asylbewerberheim in Rostock-Lichtenhagen retten konnte. Beate Harembski schildert den Schock, den sie bekam, als sie beim Einsehen ihrer Stasi-Akte erfuhr, wer sie alles bespitzelte.

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Di, 11.05.10, 10:40 Uhr, ARTE

Titel: Dissidenten, die Macher der Freiheit.

Form: Dokumentation

Länge: 100 Minuten

Ruth Zylberman besuchte ehemalige Gegner kommunistischer Regimes in Prag, Warschau und Budapest. Die Erinnerungen und Erfahrungen dieser Menschen zeichnen das Bild eines 30-jährigen Kampfes gegen die totalitäre kommunistische Herrschaft.

Ein Foto aus dem Jahr 1988, ein Jahr vor dem Fall der Berliner Mauer, zeigt Oppositionelle wie zum Beispiel den tschechischen Schriftsteller Václav Havel und den Polen Adam Michnik bei einem geheimen Treffen tschechischer und polnischer Regimegegner in einem Wald an der polnisch-tschechischen Grenze. Der geistige, politische und geschichtliche Werdegang dieser Dissidenten war oft sehr unterschiedlich. Doch sie alle – ob Arbeiter oder Intellektuelle, Gläubige oder Atheisten, polnische Patrioten oder trotzkistische Internationalisten – waren Teil des Kampfes gegen die totalitären Regierungen ihrer Länder.

Der Dokumentarfilm von Ruth Zylberman berichtet über den politischen Kampf und das ethische Engagement der osteuropäischen Dissidenten in den Jahren 1956 bis 1989. Es geht aber auch um die existenzielle Entscheidung, Dissident zu werden, nicht mehr zur Anpassung bereit zu sein, aus dem Chor der Verängstigten herauszutreten und gesellschaftliche Isolierung bis hin zu Gefängnishaft in Kauf zu nehmen. Bei einer solchen Entscheidung stellt sich die Frage, welchen Preis die Freiheit hat.

Ruth Zylberman traf ehemalige Gegner der kommunistischen Regime Polens, der Tschechoslowakei und Ungarns. Ihre Worte und Gesichter bilden den "Chor" des Dissidententums. Traten sie in den 60er und 70er Jahren, als sich noch kaum jemand ein Ende der kommunistischen Hegemonie vorstellen konnte, nicht einen Kampf gegen Windmühlen an? Doch so utopisch ihr Einsatz für die Menschenrechte damals erscheinen mochte, sie trotzten Angst, Bedrohung und Unterdrückung und legten die Grundlagen für eine bessere Zukunft.

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 Di, 11.05.10, 20:45 Uhr, MDR

Titel: Der Kindesraub von Dresden. Exakt – Die Story.

Form: Dokumentation

Länge: 30 Minuten

Immer wieder denken Lenore und Eberhard Tschök an den 28. Dezember 1984 – den Tag, der ihr Leben dramatisch veränderte. Damals stellen sie ihren Sohn im Kinderwagen vor dem Dresdner Centrum-Warenhaus ab. Als sie zum Wagen zurückkommen, sehen sie, das Bettchen ist verrutscht. Dann der Schock: Felix ist weg!

Minuten später treffen Volkspolizisten ein: Großfahndung mit Einsatzalarm für Kripo und Schutzpolizei. Ohne Ergebnis. Polizeihauptmann Eckhard Schuldt leitet die Soko "Felix". Die DDR-weite Suche nach dem Dresdner Baby verändert auch sein Leben.

Wenig später in Dresden: Die Polizisten finden ein elternloses Baby in einem Karton. Aber es ist nicht Felix, sondern ein anderes Kind, das nur auf russische Worte reagiert. Ein entführtes und ein ausgesetztes Kind zur gleichen Zeit in einer Stadt – das ist kein Zufall, glaubt Schuldt.

Die Ermittlungen der Polizei gehen immer mehr in Richtung Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (GSSD). Trotz neuer Spuren kann Felix nicht gefunden werden. In Berlin wird dem Kriminalisten Schuldt genau ein Jahr nach der Entführung von sowjetischen und DDR-Militärstaatsanwälten mitgeteilt, dass die Ermittlungen eingestellt werden.

Lenore und Eberhard Tschök begraben ihren Sohn tief in ihrem Herzen. Nach der Wende kommen die Erinnerungen. Die alte Wunde bricht auf. Die Tschöks beginnen mit der Suche erneut und schaffen es, dass ein neues Ermittlungsverfahren eröffnet wird. Als Präsident Putin im Oktober 2006 Dresden besucht, halten sie ihm entschlossen ein Plakat entgegen: "Wo ist unser Sohn Felix?"

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 Mittwoch, den 12. Mai 2010

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Mi, 12.05.10, 06:30 Uhr, BFS

Titel: Rückblende DDR 1989. Die letzte Wahl vor der Wende.

Form: Dokumentation

Länge: 30 Minuten

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 Mi, 12.05.10, 09:30 Uhr, HR

Titel: Wo war eigentlich die Mauer? Zwischen Erinnern und Vergessen.

Form: Dokumentation

Länge: 30 Minuten

Als wenn es ein Leben vor dem Mauerfall nicht gegeben hätte: Selbst alteingesessene Berliner wissen nicht mehr, wo die Mauer war. Nach ihrer Erstürmung im Herbst 1989 erinnert man sich nur noch an das Ereignis des Falls, aber nicht an den Verlauf des Bauwerks.

1989 wollte man sich nicht mehr daran erinnern lassen, dass die Mauer über hundert Menschen aus Ost-Berlin und dem Osten Deutschlands das Leben gekostet hatte. So schnell wie möglich wurde sie abgerissen. Heute ist von ihr fast nichts mehr zu sehen. Gut gemeinte Versuche, Reste zu erhalten, Abschnitte nachzubauen oder wenigstens den Verlauf dort zu markieren, wo es noch ging, können die Erinnerung nicht halten. Was für viele zu schmerzlich in der Erinnerung war, ist heute ein Verlust an Gedächtnis und Geschichte. Das gilt nicht nur für Touristen, die wissen wollen, wo und wie die Mauer war, sondern auch für die Berliner selbst. Die Reportage zeigt, welche Nachbarschaften die Mauer getrennt hat und wie diese immer noch nicht zusammengewachsen sind. Die Wunde, die die Mauer der Stadt Berlin und ihren Menschen zugefügt hat, ist immer noch nicht verheilt.

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Mi, 12.05.10, 17:30 Uhr, DW-TV

Titel: Skat unterm Stacheldraht

Form: Dokumentation

Länge: 30 Minuten

 

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Mi, 12.05.10, 21:45 Uhr, 3SAT

Titel: Silberkugel der Superlative – Der Berliner Fernsehturm

Form: Dokumentation

Länge: 15 Minuten

 

Nur 40 Sekunden dauert es, um den Besucherfahrstuhl zur Aussichtsplattform in 203 Meter Höhe zu katapultieren. Ziel ist das Innere der Silberkugel des Berliner Fernsehturms am Alexanderplatz, in Konkurrenz mit dem Brandenburger Tor das über der Stadt leuchtende Wahrzeichen Berlins und mit seinen 368 Metern das höchste Bauwerk Deutschlands. Der Gigant mitten in Berlin wäre ohne den Kalten Krieg wahrscheinlich nie entstanden. Der Bau begann Mitte der 1960er Jahre, als der Wettlauf zwischen Ost und West ständig neue Höhen erreichte und der Glaube an die Technik keine Grenzen und nur Superlative kannte. Nachdem die Sowjetunion mit ihrem Sputnik den USA den Rang um den Start ins All abgelaufen hatte, wollte auch die DDR für einen Rekord sorgen, ein einschüchterndes Symbol der Baukunst und der Stärke. Am Alexanderplatz, dem Vorzeigeort des neuen Ostberlins, endeten 1969 die Bauarbeiten für einen die ganze Stadt überragenden Turm, dessen silberne Aussichtskugel in der Mitte nicht ohne Grund an den Sputnik-Flug des großen sozialistischen Bruders erinnern sollte. Es gab aber noch andere Gründe: Mit der Teilung der Stadt waren Empfangsfrequenzen für das Fernsehen und den Rundfunk der DDR nur begrenzt verfügbar.

Durch den Bau einer so hohen Sendeanlage sollten alle Ostberliner sozialistisches Programm empfangen können – und der medialen Republikflucht ins "West-Fernsehen" entsagen. Nach dem Ende der DDR gab es Überlegungen, den Fernsehturm abzureißen. Doch schnell war klar, dass man auf diese Weise ein besonderes Monument der Nachkriegsgeschichte und der Baukunst beseitigt hätte. Heute gehört der Fernsehturm zu den höchsten Bauwerken Europas und liegt unter den Top 10 der beliebtesten Ausflugsziele der Deutschen.
Der Film "Silberkugel der Superlative – Der Berliner Fernsehturm" beleuchtet die Geschichte des Berliner Fernsehturms und zeigt, was Besucher und Bewohner der Stadt damit verbinden.

 

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 Donnerstag, den 13. Mai 2010

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Do, 13.05.10, 01:15 Uhr, ZDF Infokanal

Titel: Der Weg zur Einheit

Form: Magazin

Länge: 30 Minuten

 

"Das tritt nach meiner Kenntnis ... ist das sofort, unverzüglich." - Mit diesen Worten zum neuen Reisegesetz der DDR stieß SED-Politbüro-Mitglied Günter Schabowski bei der inzwischen legendären Pressekonferenz am 9. November 1989 einen Prozess an, der die kühnsten Erwartungen übertraf: Grenzöffnung, Mauerfall und elf Monate später, am 3. Oktober 1990, schließlich die Wiedervereinigung Deutschlands.

Nach der Massenflucht von DDR-Bürgern im Sommer 1989, den Bürgerprotesten im Herbst und dem Fall der Berliner Mauer hatten sich schlagartig die Möglichkeiten zur Wiedervereinigung verändert. Doch zur Auflösung des Status quo der beiden deutschen Staaten war mehr nötig als eine friedliche Revolution: die Bereitschaft der Siegermächte des Zweiten Weltkrieges, den Weg für die Wiedervereinigung Deutschlands frei zu machen.

Die symbolträchtige Öffnung des Brandenburger Tores im Dezember 1989, die Stürmung der Stasi-Zentrale in der Berliner Normannenstraße im Januar 1990, die ersten und einzigen freien Volkskammerwahlen im März, die Währungsunion im Juli und schließlich die Unterzeichnung des Zwei-plus-Vier-Vertrages im September 1990 – das sind die wichtigsten Wegmarken zur Wiedervereinigung. "Der Weg zur Einheit" zeigt sie.

 

Wiederholung: Sa, 15.05.10, 23:30 Uhr, ZDF Infokanal

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 Freitag, den 14. Mai 2010

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 Samstag, den 15. Mai 2010

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 Sonntag, den 16. Mai 2010

 

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