Die Revolution der Jahreszeiten, die Vorschule der Demokratie

Diskussion in Leipzig, Buchpräsentation in Berlin

Bundesarchiv_Bild_183-1989-1104-038

Friedrich Schorlemmer am 4.11.1989 © BArch Bild 183-1989-1104-038, H. Link

Braucht die Demokratie Runde Tische? In Leipzig referiert am morgigen Dienstag Friedrich Schorlemmer über diese Frage. Anschließend diskutieren Menschen, die 1989/90 am Runden Tisch mitwirkten, das Verhältnis von parlamentarischer und außerparlamentarischer Demokratie. In Berlin bietet Joachim Gauck einen Tag darauf einen politisch engagierten und zugleich sehr persönlichen Rückblick auf seine Friedliche Revolution. "Winter im Sommer - Frühling im Herbst" hat der erste Leiter der Stasiunterlagenbehörde sein Buch genannt.

Revolutionärer Aufbruch und Vorschule der Demokratie?

Die "Runden Tische" 1989/90 in der DDR und in Leipzig

Braucht die Demokratie Runde Tische?

Ein Vortrag von Friedrich Schorlemmer

In Leipzig trafen sich am 1. Dezember 1989 Vertreter der oppositionellen Gruppen, der Blockparteien, des Rates des Bezirks und der SED zum ersten Rundtisch-Gespräch in Leipzig. Daraus entstanden in der Folge der Runde Tisch des Bezirks und der Runde Tisch der Stadt Leipzig. Gerade der Runde Tisch der Stadt erhielt mit der Selbstauflösung  der Stadtverordnetenversammlung Leipzig am 26. Januar 1990 eine besondere Stellung. Er übernahm die politischen Aufgaben des Stadtparlaments und vereinte für wenige Monate sowohl Exekutive wie Legislative auf kommunaler Ebene. Mit den Kommunalwahlen am 6. Mai 1990  und der Länderbildung im Sommer 1990 wurden in Leipzig und der Region die Voraussetzungen für eine kommunale Selbstverwaltung geschaffen und die Runden Tische gaben ihre Kompetenzen an die neugewählten Volksvertretungen ab. Die Runden Tische vermochten es somit, in der finalen Krise der DDR die Regierbarkeit des Staates, der Städte und Gemeinden aufrechtzuerhalten und demokratischen Strukturen den Weg zu ebnen.

Wir laden Sie ein, am historischen Ort gemeinsam mit Aktiven, die damals am Runden Tisch mitwirkten, darüber zu diskutieren, welchen Wert dieses Erbe für uns heute haben kann.

Podiumsgespräch mit ehemals Beteiligten:

Dr. Rita Sélitrenny, für Initiative Frieden und Menschenrechte am Runden Tisch der Stadt und des Bezirks Leipzig

Friedrich Magirius, Superintendent i.R., ehemaliger Leipziger Stadtpräsident

Andreas Müller, Bürgermeister Stadt Leipzig, für die SDP am Runden Tisch

Friedrich Schorlemmer, Theologe und Publizist

Gesprächsleitung

Thomas Mayer, Chefredakteur der Leipziger Volkszeitung


Bitte melden Sie sich per Post, E-Mail 

(Lpzmail@fes.de) oder Fax (0341/960 5091) 

bis zum 19.3.2010 an. 

Zeit: Dienstag, 23. März 2010, 18-20 Uhr

Ort: Neues Rathaus, Ratsplenarsaal Leipzig 

Der Eintritt ist frei

 

 

"Winter im Sommer – Frühling im Herbst"

Buchpräsentation

Der politische und sehr persönliche Rückblick eines friedlichen Revolutionärs

Dr. h.c. Joachim Gauck

Joachim Gauck verlebte seine Kindheit in einem Dorf an der Ostseeküste. Später studierte er Theologie in Rostock und fand seinen Weg in die Kirche in Mecklenburg. Distanz zum DDR-System prägte seine Tätigkeit von Anfang an. Wie selbstverständlich wurde er Teil einer kritischen Bewegung und schließlich zu einer Symbolfigur im Umbruch von 1989. Nach dem Mauerfall übernahm Gauck politische Verantwortung, er wurde Abgeordneter im ersten freien Parlament der DDR und erster Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen. Der Kampf gegen das Vergessen und Verdrängen blieb als Redner und Kommentator sein großes Thema, auch als er nach zehn Jahren aus dem Amt ausschied.

Zu seinem 70. Geburtstag hat Joachim Gauck seine Erinnerungen aufgeschrieben. Ihm ist ein gleichermaßen politisches wie emotional berührendes Buch gelungen, in dem er in klaren Bildern die traumatisierende Erfahrung der Unfreiheit und das beglückende Erlebnis der Freiheit nachzeichnet und den schwierigen Übergang von erzwungener Ohnmacht zu einem selbstbestimmten Leben beschreibt.

Joachim Gauck, geboren am 24. Januar 1940 in Rostock, war von 1990 bis 2000 Bundesbeauftragter für die Unterlagen der Staatssicherheit. Seit 2003 ist er Vorsitzender des Vereins "Gegen Vergessen – Für Demokratie". Er lebt in Berlin.

 

Wir bitten um Anmeldung zu dieser Veranstaltung.

Anmelden können Sie sich unter anmeldung-berlin(at)kas.de

Zeit: 24. März 2010, 19:00 - 20:30

Ort: Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung, Tiergartenstraße 35, 10785 Berlin

 

 

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