Oktober 1989: Löschfahrzeuge gegen Demonstranten? Nicht mit uns!

Freiwillige Feuerwehren protestieren beim Volkspolizeikreisamt

Stasi-Bericht über die Protestschreiben

Stasi-Bericht über die Protestschreiben @ BStU, MfS, Kms, AKG 527

Am 7. Oktober 1989 feiert die DDR den 40. Jahrestag ihrer Gründung. Viele Menschen wollen die selbstherrlichen Feiern nicht akzeptieren. Sie demonstrieren gegen die Staatsführung, deren Propaganda im eklatanten Widerspruch zu den alltäglichen Problemen der Menschen steht. Die Staatsmacht antwortet mit massiven Polizeieinsätzen.

So auch in Plauen. Dort sind die "Sicherheitsorgane" völlig überfordert. Die Zahl der Demonstranten ist unerwartet hoch. Bei 70.000 Einwohnern sind 10.000 bis 20.000 Menschen einem Aufruf der "Initiative zur demokra­tischen Erneuerung der Gesellschaft" gefolgt. Der Volkspolizei gelingt es nicht, die Demonstration aufzulösen. Daraufhin setzt sie Löschfahrzeuge der Feuerwehr als Wasserwerfer ein. Viele zunächst unbeteiligte, aber ebenso durchnässte Menschen schließen sich erbittert dem Protestzug an.

Eines von vielen Beispielen der erwachenden Zivilcourage sind die Erklärungen der Freiwilligen Feuerwehren Plauen und Neundorf gegen den Missbrauch ihrer Löschfahrzeuge. Sie weisen das Volkspolizeikreisamt darauf hin, dass der Einsatz der Fahrzeuge in Plauen gesetzeswidrig gewesen sei und dem Ansehen der Feuerwehr geschadet habe. Die örtliche Kreisdienststelle der Staatssicherheit registriert diesen offenen Widerspruch genau. Umgehend werden die SED-Bezirksleitung sowie alle Führungsebenen der Staatssicherheit bis hin zur Stasi-Zentrale in Berlin benachrichtigt.

Das Dokument ist in den Unterlagen der Staatssicherheit überliefert und kann auf der Internetseite der Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen unter folgendem Link nachgelesen werden:

Erklärungen der Freiweilligen Feuerwehren Plauen und Neundorf

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