Radiovorschau vom 02.10. - 07.10.2009

Sendungen rund um die Friedliche Revolution und den Mauerfall

Radiovorschau vom 02.10. - 07.10.2009

Radiovorschau vom 02.10. - 07.10.2009

Massendemonstrationen und Flüchtlingsströme Anfang Oktober 1989. Zeitzeugenportraits von Menschen, die den Umbruch hautnah miterlebt haben, und Gespräche mit heutigen Politikern über die damaligen Geschehnisse. Neben politischen Hintergründen zur Revolution im Herbst '89 erfährt der Hörer aber auch Alltagsgeschichten aus dem geteilten Berlin.

Fr, 02.10.2009, 14:10 Uhr rbb kulturradio

Titel: Briefe eines Jahrhunderts. Aus dem Herbst 1989.
Landesbischof Dr. Werner Leich an Dr. Hans Modrow am 22.11.1989
Form: Hörstück
Länge: 25 min

Was mit den Flüchtlingsströmen im Sommer 1989 begann, spitzte sich im Herbst jenes Jahres zu. Seit dem 4. September fanden regelmäßig und unter der Gefahr staatlichen Eingreifens Montagsdemonstrationen statt. Täglich verließen Tausende die DDR. Der Druck auf die Regierung Honecker wuchs. Doch noch beging sie den 40. Jahrestag der DDR mit riesigen Aufmärschen, kontrastiert von den Gegendemonstranten und der Stimmung im Land. Dann der Rücktritt Honeckers, die Demonstration vom 4. November auf dem Alexanderplatz, die Maueröffnung, die Gründung von Bürgerbewegungen – die Wende. Fünf Briefe spiegeln mit subjektivem Blick die Ereignisse dieser Tage.

Es liest Thomas Thieme

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Fr, 02.10.2009, 19:07 Uhr, Deutschlandradio Kultur

Titel: Wortwechsel. 20 Jahre Freiheit, 1989 - 2009
Form: Diskussion "Wortwechsel"
Länge: 53 min 

Am 17. November ist es 20 Jahre her, dass Massendemonstrationen in der Tschechoslowakei den demokratischen Umbruch des Landes eingeleitet haben. Die Aufstände führten damals dazu, dass Václav Havel, der als Dissident viele Jahre inhaftiert war, am 29. Dezember 1989 zum ersten nichtkommunistischen Staatspräsidenten in der Tschechoslowakei gewählt wurde.

"20 Jahre Freiheit. 1989 - 2009" – über das Thema sprachen am vergangenen Donnerstag Václav Havel und Richard von Weizsäcker in der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP).

Im "Wortwechsel" – der politischen Diskussion von Deutschlandradio Kultur – werden  Auszüge des Gesprächs gesendet.

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Fr, 02.10.2009, 22:00 Uhr, MDR Figaro

Titel: Die Kunst, nichts gesagt zu haben
Form: Figaro
Länge: 60 min

Die Eintrittskarten waren zu DDR-Zeiten oft mehr als ein Jahr im Voraus ausverkauft. Die Kabarettkeller hatten die Aura der Konspiration, und Kabarettisten sprachen dem Publikum aus der Seele, ohne deutlich werden zu müssen. Schließlich war man es gewohnt, zwischen den Zeilen zu lesen und verstand sich notfalls auch nonverbal. Doch diese stille Übereinkunft zwischen Bühne und Zuschauern störte bürgerbewegte Kreise. Sie sprachen vorwurfsvoll von "Sklavensprache", die Kabarettisten selbst waren stolz dagegen auf ihre "literarischen Texte".

Wie funktionierte das verbale Versteckspiel zwischen Kabarettisten und Zensur in der DDR? Wie soll man die Kunst, nichts gesagt zu haben, heute moralisch bewerten?

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Sa, 03.10.2009, 00:05 Uhr, Deutschlandradio Kultur

Titel: "Auf der Kippe"
Form: Lange Nacht. Originaltöne zur Wende 1989/90
Dauer: ca. 180 min

Deutschland im Jahre 20 der neuen Einheit. Schneller als erwartet haben sich Hochgefühle, ja, auch Bangen und Hoffen in Ernüchterung gewandelt. Was zusammenwachsen soll, wird mühsam gemanagt. Das kann doch nicht alles gewesen sein: "Wahnsinn!" ist eine der meistgebrauchten Vokabeln im Herbst 1989, die Normalität des freien Wortes eine Sensation. Auf den Straßen Leipzigs werden die Phrasen der greisen DDR-Kaste niedergeschrien. Euphorie, Ratlosigkeit, Verzweiflung: Der erstaunte Schrecken beim Umgang mit Freiheit von Wort und Tat setzt Emotionen frei, jenseits von klugen Analysen und altklugen Besserwissereien. Die Parole "Wir sind das Volk" wird zu "Wir sind ein Volk".

Mit Originaltönen vom Frühjahr 1989 bis zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 1990 erinnert die "Lange Nacht" an das Lebensgefühl der Menschen im plötzlich offenen Deutschland.

Ein Beitrag von Monika Künzel und Rainer Burchardt

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Sa, 03.10.2009, 09:05, MDR Figaro

Titel: Stille Helden siegen selten –
Zeitzeugen der sogenannten sanften deutschen Revolution
Form: Feature
Länge: 55 min

MDR FIGARO erinnert an die Friedliche Revolution mit dem Feature "Stille Helden siegen selten – Zeitzeugen der sogenannten sanften deutschen Revolution". Eindringlich, hautnah, authentisch schildert dieses Originalton-Hörstück den Aufbruch Leipzigs in den heißen Herbsttagen des Jahres 1989. Gesprächspartner der beiden Autoren waren vor allem Demonstranten und Oppositionelle, aber auch die Gegner der "stillen Helden": Mitarbeiter der Staatssicherheit, SED-Funktionäre und schließlich die Trittbrettfahrer zwischen den Fronten - Spekulanten und Rechtsradikale.

Atmosphärische Aufnahmen, die den Klimawechsel von gewaltloser Revolution zu gewaltiger Spekulation, von "Gorbi, Gorbi" zu "Helmut Kohl tut uns wohl!" hörbar machen.

Das Feature liefert ein Stimmungsbild der damaligen Tage: von tiefer Verzweiflung und Angst über die Zukunft bis hin zu Hoffnung und Aufbruchsstimmung. 1991 wurde das Hörspiel "Stille Helden siegen selten" mit dem renommierten "Hörspielpreis der Kriegsblinden" ausgezeichnet.

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Sa, 03.10.2009, 14:05 Uhr, hr2 – kultur

Titel: "Die Flaschenpost"
Form: Hörspiel
Länge: 55 min

1989 in der geteilten Stadt Berlin: Matze, der im Osten lebt, hat eines Tages eine außergewöhnliche Idee. Er schickt eine Flaschenpost los, sie soll die Spree hinunter schwimmen bis zur Elbe und von dort in die Welt hinaus.

Nur wenige Meter weiter und doch in einem fremden Land, spielt Lika am Fluss und angelt die Flasche aus dem Wasser. So entsteht ein Briefwechsel zwischen Ost und West, der den beiden Kindern viel Ärger einbringt. Die Neugierde aufeinander und den jeweils anderen Teil der Stadt ist allerdings größer als jedes Verbot.

Von Klaus Cordon

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So, 04.10.2004, 14:04 Uhr, rbb kulturradio

Titel: Lang lebe der Berliner Fernsehturm
Form: Feature
Länge: 56 min

Vor 40 Jahren: Berliner Fernsehturm startet Betrieb. Ein Hochruf auf das höchste deutsche Bauwerk. Von Renate Beckmann und Angelika Perl

Zum 20. Jahrestag der DDR – im Oktober 1969 – war der Bau eröffnet worden, nach nur fünf Jahren seit der Grundsteinlegung. Die 365 Meter Beton mit einem Gewicht von 26.000 Tonnen waren nicht so einfach im sandigen Stadtgrund zu verankern. Aber das Bauwerk erwies sich als standfest. Im Sonnenlicht prangt auf der blanken Kugel ein Lichtkreuz, damals wie heute. Ulbricht fand das gar nicht komisch, konnte aber nichts mehr dagegen tun. Beflissene Funktionäre versuchten die Erscheinung in ein "Pluszeichen für den Sozialismus" umzudeuten, davon nahm aber niemand ernsthaft Notiz. Auch der "von oben" lancierte Kosename "Telespargel" setzte sich nicht durch. Es war und blieb einfach der Fernsehturm.

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Di, 06.10.2009, 22:04 Uhr, rbb kulturradio

Titel: Aufbruch 89: Von der Opposition zum Runden Tisch
Form: Märkische Wandlungen
Länge: 56 min

Umweltbewegung in der Wendezeit

Im Gespräch mit Matthias Platzeck, Michael Succow, Carola Stabe und Klaus Schlüter
Moderation: Hellmuth Henneberg
Aufnahme vom 25. Juni 2009 aus dem Haus der Natur Potsdam

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Mi, 07.10.2009, 13:07 Uhr, Deutschlandradio Kultur

Titel: "Es geschah in Berlin"
Form: Länderreport
Länge: 23 min

Zwischen Palast der Republik und Gethsemanekirche
Von Thilo Schmidt

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Mi, 07.10.2009, 19:30 Uhr, Deutschlandradio Kultur

Titel: "Auf einmal dreht sich alles..."
Form: Zeitreisen
Länge: 30 min

DDR-Jugendliche nach der friedlichen Revolution
Von Meinhard Stark

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Mi, 07.10.2009, 20:30 Uhr, Deutschlandfunk

Titel: Das Ende der DDR (10)
Form: Lesezeit
Länge: 30 min

Ausgewählt und vorgestellt von Hajo Steinert
Wolfgang Hilbig liest aus seiner Erzählung "Er, nicht ich"
(Originalaufnahme vom 7.12.1991)

Wolfgang Hilbig (1941 - 2007) war einer der herausragenden deutschen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Er wurde in Meuselwitz bei Leipzig geboren, wuchs bei seinem Großvater, einem Bergmann, auf, absolvierte nach der Volksschule eine dreijährige Lehre als Bohrwerkdreher und wurde zur Nationalen Volksarmee einberufen. Früh schon fiel er durch sein literarisches Talent auf. Auch seine vom Deutschlandfunk im "Literarischen Colloquium Berlin" aufgenommene Erzählung "Er, nicht ich" handelt von perfiden, menschenverachtenden Methoden des Überwachungsstaates DDR.

 

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