Der Störenfried

Filmvorführung und Vortrag zum 80. Geburtstag von Oskar Brüsewitz in Berlin

Der Störenfried

Die Gedenkstätte Berliner Mauer Foto: _mumble

Mit gewagten Provokationen fällt Pfarrer Brüsewitz im Kirchenkreis Rippicha bei Zeitz in den frühen 1970ern auf: Mal postiert er auf dem eigens errichteten Spielplatz die Losung "Die auf Gott vertrauen, erhalten neue Kraft", mal entgegnet er schlagkräftig antikirchlichen SED-Losungen. Vom MfS wird er als unzurechnungsfähig eingeschätzt.

Am 18. August 1976 findet Oscar Brüsewitz‘ Protestkampf ein tragisches Ende: Vor der Michaeliskirche in Zeitz entrollt er zwei Plakate mit der Aufschrift: "Funkspruch an alle: Die Kirche in der DDR klagt den Kommunismus an! Wegen Unterdrückung in Schulen an Kindern und Jugendlichen". Dann übergießt sich Brüsewitz mit Benzin und zündet sich an. Wenige Tage später erliegt er den Folgen der schweren Verbrennung. Ein Protestakt, der Zeichen setzt. Dennoch werden die Proteste des Pfarrers bis heute kontrovers diskutiert. Nicht zuletzt durch das Auftauchen eines bis dahin unbekannten Scheidungsprotokolls, in welchem er angeblich einräumt, seine Frau "häufiger misshandelt" zu haben.

Der Dokumentarfilm "Der Störenfried - Ermittlungen zu Oskar Brüsewitz" (D 1992) zeichnet die Auseinandersetzungen des MfS mit Brüsewitz bis zu dessen Tod nach. Dabei wirft er Fragen zu Brüsewitz selbst und zu der Handlungsweise des MfS auf, die auch im anschließenden Vortrag von Dr. Helmut Müller-Enbergs (BStU) diskutiert werden.

Ort: Gedenkstätte Berliner Mauer / Bernauer Str. 111 / 13355 Berlin

Zeit: Mi, 20.05.2009, 18.30 Uhr

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