Termine

Termine | 11.11.10 18:00 | Vortrag

Gesichtslose 'Apparatschiks'?

Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam

Die SED und ihre Funktionäre

Gehorsame Diener ihrer Partei: grau, bar jeden Charismas. Auf diese Klischees werden die Funktionäre der SED in der öffentlichen Wahrnehmung reduziert – sofern an sie überhaupt noch erinnert wird. Denn auf den ersten Blick regen die etwa 44.000 hauptamtlichen Mitarbeiter, die in den "Apparaten" der Partei Dienst taten, nicht dazu an, sich näher mit ihnen zu beschäftigen: Einerseits scheinen sie jenen konservativen Realsozialismus zu verkörpern, der die DDR-Bürger zunehmend abstieß und für das Scheitern der sozialistischen Utopie stand. Andererseits standen sie im Schatten von Politbüro und ZK-Sekretariat, auf deren Angehörige sich die Aufmerksamkeit vor wie nach 1989 konzentrierte.

Es lohnt jedoch ein zweiter Blick auf diese "grauen" Funktionäre. Tatsächlich verfügten sie über weitgehende Steuerungsbefugnisse, ohne jedoch Staat und Gesellschaft völlig zu dominieren. Sie bildeten eine weitaus heterogenere Gruppe, als es das Klischee der gesichtslosen "Apparatschiks" suggeriert, und schließlich stellten sie an der Basis und in lokalen Kontex-ten das durchaus nicht nur unpopuläre "Gesicht" der Staatspartei dar. Der Vortrag nimmt die Funktionäre der SED nicht als Rädchen in einem Machtapparat, sondern als eigenständig handelnde Subjekte mit eigenen Erfahrungen und Erwartungen in den Blick und fragt nach den Konsequenzen dieser Perspektive für das Geschichtsbild von der SED.

Der Vortrag ist Teil der Reihe "Die Geschichte der SED zwischen Mauerbau und Mauerfall", die vom Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, vom Institut für Zeitgeschichte München – Berlin und von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur veranstaltet wird.

Ort:
Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Kronenstraße 5
D-10117 Berlin
hertle@zzf-pdm.de
www.zzf-pdm.de

Termine | 17.11.10 18:00 | Vortrag

»Gesichtslose "Apparatschiks"?...

Bundesstiftung Aufarbeitung
...Die SED und ihre Funktionäre«

Vortrag gemeinsam mit dem Institut für Zeitgeschichte München – Berlin und dem Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Grau, bar jeden Charismas, gehorsame Diener ihrer Partei: auf diese Klischees werden die Funktionäre der SED in der öffentlichen Wahrnehmung reduziert. Auf den ersten Blick regen die etwa 44.000 hauptamtlichen Mitarbeiter, die in den »Apparaten« der Partei Dienst taten, nicht dazu an, sich näher mit ihnen zu beschäftigen. Tatsächlich verfügten die »unscheinbaren« Funktionäre jedoch über sehr weitgehende Machtbefugnisse, bildeten eine weitaus heterogenere Gruppe, als es das Klischee der gesichtslosen »Apparatschiks« suggeriert. Der Vortrag von Dr. Rüdiger Bergien, Zentrum für Zeithistorische Forschung, nimmt die Funktionäre der SED nicht als Rädchen in einem Machtapparat, sondern als eigenständig handelnde Subjekte in den Blick und fragt nach den Konsequenzen dieser Perspektive für die Geschichte der SED.

Bundesstiftung Aufarbeitung
Kronenstraße 5
10117 Berlin
www.stiftung-aufarbeitung.de

Termine | 18.11.10 19:00 | Vortrag

"Menschenhandel oder humanitäre Aktionen?"

ZZF Potsdam und Potsdam Museum
Der Freikauf politischer Häftlinge aus der DDR, 1962/63 bis 1989

Zwischen 1963 und 1990 kaufte die Bundesregierung 33.755 politische Häftlinge aus DDR-Gefängnissen frei. Die DDR erhielt dafür Waren im Wert von insgesamt über drei Milliarden D-Mark. Der Ost-Berliner Rechtsanwalt Wolfgang Vogel und sein West-Berliner Kollege Jürgen Stange führten im Auftrag ihrer Regierungen die geheim gehaltenen Verhandlungen, so dass Details dieser Vereinbarungen erst nach der Friedlichen Revolution in der DDR öffentlich bekannt wurden.
Dass der „Häftlingsfreikauf“ mehr als 25 Jahre lang praktiziert wurde, ist aufgrund seiner Widersprüchlichkeit erstaunlich. Aus Sicht der Bundesregierung linderte er zwar das Leid der Verfolgten, brachte jedoch durch die finanziellen Gegenleistungen zugleich das Risiko der ungewollten Stabilisierung der kommunistischen Diktatur mit sich. Noch gravierender waren die Widersprüche aus Sicht der SED-Führung: Einerseits ließen sich dringend benötigte Devisen erwirtschaften, andererseits konterkarierte die Praxis der "Übersiedlung von Strafgefangenen in die BRD" den Auftrag der SED an den Repressionsapparat, Flucht und Ausreise zu bekämpfen.

Auf Basis neuer Quellen durchleuchtet der Vortrag die Motive und Interessen beider Seiten an der Entstehung und allmählichen Institutionalisierung des "Freikaufs". Zudem schildert er die Verfahrensweisen einschließlich der Veränderungen und nimmt dabei einige bislang unbekannte Aspekte in den Blick.

Zum Referenten: Jan Philipp Wölbern, Jahrgang 1980, studierte Geschichte, Politikwissenschaft und Anglistik in Marburg, Freiburg und Sheffield (UK); seit ist er 2008 Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung und assoziierter Doktorand am ZZF mit dem Dissertationsprojekt "Der "Freikauf" politischer Häftlinge aus der DDR, 1962/63-1990" unter der Betreuung von Prof. Dr. Martin Sabrow.

Ort:
Gedenkstätte "Lindenstraße 54/55"
Lindenstraße 54/55
14467 Potsdam
Dr. Hans-Hermann Hertle, hertle@zzf-pdm.de
www.zzf-pdm.de

Termine | 24.11.10 19:00 | Buchpräsentation

»Sowjetische Tschekisten zwischen Elbe und Oder...

Bundesstiftung Aufarbeitung

...Die sowjetische Geheimpolizei in der SBZ und frühen DDR

Buchpräsentation gemeinsam mit Memorial International, Moskau, Memorial Deutschland e. V. und dem Metropol Verlag Berlin
Mit der sowjetischen Armee rückten auch die sowjetischen Geheimdienste in das kriegszerstörte Nachkriegsdeutschland ein. Rasch hatten die »Tschekisten« ihr Spinnennetz über Ostdeutschland gelegt. Die allerorts eingerichteten GPU-Keller waren für viele Männer und Frauen die erste Etappe eines Leidensweges, der durch die Speziallager bis nach Sibirien oder gar zum Schafott führen konnte. Die neu gegründeten politischen Parteien und Verbände, die deutsche Polizei waren ebenso im Visier der sowjetischen Geheimdienste wie tatsächliche oder vermeintliche Spionage und Unterwanderungsversuche seitens des Westens. Der Moskauer Historiker Nikita Petrov hat für Memorial mit Unterstützung der Bundesstiftung Aufarbeitung das leitende Personal der sowjetischen Geheimdienste in Deutschland zwischen 1945 und 1954 dokumentiert.

Bundesstiftung
Aufarbeitung
Kronenstraße 5
10117 Berlin
www.stiftung-aufarbeitung.de

Termine | 30.11.10 18:00 | Vortrag

Im Zeichen der Neuerfindung

FFZ Potsdam, Humboldt-Universität zu Berlin
Abwicklung und Reform nach 1990

Die Transformation der Humboldt-Universität im Zuge der deutschen Vereinigung ist noch immer ein vermintes Gelände. Einerseits beklagen Kritiker in einer Leidensgeschichte einen wissenschaftspolitischen Anschluss mit hohem Personalverlust, andererseits verteidigen Akteure der Umgestaltung die notwendige Demokratisierung und inhaltliche Modernisierung der Institution als Erfolgsgeschichte.

Der Vortrag skizziert zunächst den Status der Humboldt-Universität in den späten 1980er Jahren unter dem Signum "sozialistische Wissenschaft", bevor er sich den nur teilweise erfolgreichen Versuchen der inneren Erneuerung unter Heinrich Fink zuwendet. Danach wird er die kontroverse Umgestaltung von oben und außen durch Manfred Erhardt diskutieren und abschließend kursorisch die Probleme der Ankunft im finanziell geplagten Westen behandeln.

Ziel des Vortrags ist nicht, in Erinnerungspolemik zu verharren, sondern zu einem differenzierteren Verständnis des schwierigen Neugestaltungsprozesses beizutragen, dessen grundlegende Entscheidungen die Entwicklung der letzten beiden Jahrzehnte geprägt haben.

Prof. Dr. Konrad H. Jarausch, (Jg. 1941), lehrt als Professor für Europäische Zivilisation an der University of North Carolina, Chapel Hill, und war von 1994 bis 2006 Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung in Potsdam. Er ist u.a. Mitherausgeber der Zeitschrift Zeithistorische Forschungen, des Jahrbuchs für Universitätsgeschichte, der Historisch-Sozialwissenschaftlichen Forschungen und dem History of Higher Education Annual.

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Veranstaltungsort:
Humboldt-Universität zu Berlin, Senatssaal
Unter den Linden 6
10117 Berlin
Dr. Hans-Hermann Hertle, hertle@zzf-pdm.de
www.zzf.de

Termine | 01.12.10 18:00 | Vortrag

"Die SED und Moskau"

Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam

Nur eine Kraft in der DDR war mächtiger als die SED – die Sowjetunion und ihre kommunistische Partei. Die sowjetischen "Freunde" hatten alle maßgeblichen Strukturen des ostdeutschen Staates geprägt, und sie behielten sich bis zuletzt die Entscheidung über sein Schicksal vor.

Noch heute ranken sich Legenden und Gerüchte um die geheimen Verbindungen von SED-Funktionären in die Machtzentralen des Sowjetstaates. Und immer wieder richtet sich bei der Analyse von Krisen und Wendepunkten der DDR-Geschichte der Blick auf Moskau. Der Vortrag fragt nach den politischen Entscheidungsmechanismen, nach der Machthierarchie im Herrschaftsalltag und nach den unterschwelligen kulturellen Differenzen zwischen dem "teutonischen" und dem "slawischen" Kommunismus – vom "besten Freund des deutschen Volkes" Stalin bis zum "Verräter" Gorbatschow.

Der Vortrag von Dr. Jens Gieseke (Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam) ist Teil der Reihe "Die Geschichte der SED zwischen Mauerbau und Mauerfall". Sie wird vom Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, vom Institut für Zeitgeschichte München – Berlin und von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur veranstaltet.

Veranstaltungsort:
Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Kronenstr. 5
10117 Berlin
hertle@zzf-pdm.de
www.zzf.de

Termine | 11.12.10 19:00 | Theater

I can‘t get no SEDisfaction

DDR Museum
Rock-Oper von Katharina Heinius. Aus der ganzen DDR kamen Fans nach Berlin, um an einem (vermuteten) Konzert der Rolling Stones dabei zu sein. Doch nicht die Stones warteten auf sie, sondern Volkspolizisten mit Hunden und Gummiknüppeln. Jugendliche aus Frankfurt am Main haben aus diesem Stoff eine Rock-Oper gestaltet, die hier erstmals einem größerem Publikum vorgestellt wird.
Karl-Liebknecht-Str. 1 (Domklause)
10178 Berlin
post@ddr-museum.de
www.ddr-museum.de

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